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„Ich war schon immer gut drauf“

Comedy-Star Luke Mockridge im Lifestyle-Interview

Der gebürtige Bonner Luke Mockridge hat viele Talente – eines davon ist Stand-Up-Comedy vom Feinsten. Am 08. und 09. März kommt er mit seinem aktuellen Programm „Lucky Man“ in die Arena Trier. Im Interview spricht er über die Kinder der 90er-Jahre und Dinge, die ihm peinlich sind.

Du kommst aus einer Künstlerfamilie. Inwieweit hat dich das geprägt?
Luke Mockridge: Da meine Eltern ein Comedytheater in Bonn haben, bin ich eigentlich mein ganzes Leben lang auf Inszenierung und Comedy geeicht worden. Sie sprachen immer über Gags, über Sketche, über witzige Ideen oder warum etwas witzig ist. Wenn du das von klein auf einfach immer mitbekommst, dann tickst du irgendwann genauso. Ich habe Comedy nie wirklich konsumiert, sondern tatsächlich sofort analysiert und das schon in ganz jungem Alter.

Warst du schon in der Schule ein Klassenclown?
Luke Mockridge: Ja und nein. Ich war schon immer gut drauf, habe Witze gerissen und Spaß daran gehabt, für gute Stimmung zu sorgen. Ich war als Schüler aber auch relativ schüchtern, nicht besonders gut und habe es ab und an ein bisschen schwer gehabt. Ich war jetzt nicht der Clown, der immer rumgealbert hat, sondern hatte auch damals schon immer ein Gespür dafür, warum etwas witzig ist, wann ich etwas Witziges platzieren kann und wann die Stimmung so ist, dass sie einen Gag vertragen könnte. Wenn, dann war ich ein sehr analytischer Klassenclown, aber vor allem einfach immer gut drauf.

Woher nimmst du deine ganzen Ideen?
Luke Mockridge: Ich laufe tatsächlich die ganze Zeit durchs Leben, schreibe mir Ideen in mein Handy und mache mir Notizen. Der Kopf ist immer die Antenne, die Comedy-Antenne, und saugt alles auf. Jede Situation im Leben kann potenziell eine neue Nummer werden. Mein Umfeld macht es manchmal ziemlich wahnsinnig, wenn ich nie bei der Sache bin, sondern lieber schnell das Handy raushole und die Idee aufschreibe. Und das, obwohl ich zwei Tage später auch draufgucke und gar nicht mehr weiß, was ich da gemeint haben könnte, als ich es um 3:49 Uhr mitten in der Nacht aufgeschrieben habe. „Biene Maja, Saw, Wendler, Holzmichel“ – das ist dann so eine Idee, die ich irgendwann mal hatte und nicht mehr weiß, was das genau bedeuten sollte.

In deinem ersten Programm waren die 90er-Jahre das Hauptthema. Was kommt im zweiten Programm „Lucky Man“ auf die Fans zu?
Luke Mockridge: Die 90er-Jahre waren eigentlich gar nicht das Thema, sondern die Generation der 90er. Also wir, als Generation, Kinder der 90er, die das erste Mal Nostalgie verspüren dürfen. Viele reden immer von früher, so nach dem Motto „Weißt du noch?“. Junge Menschen haben diesen Moment nicht, weil wir noch gar nicht so lange leben. Das erste Mal zurückzublicken und Nostalgie zu verspüren, war die Idee in meinem Programm. Wir haben auf Sachen zurückgeblickt, die noch gar nicht so lange her sind, aber trotzdem wirkte es wie ein großes „Weißt-du-noch“-Klassentreffen. Alle haben die gleichen Sachen erlebt, die gleichen Serien geguckt. Das war ganz schön. Das zweite Programm „Lucky Man“ ist eigentlich eine Fortführung davon. Es geht jetzt gar nicht mehr so um die 90er, sondern weiterhin um diese Generation. Man kann sie die Kids der 90er oder die 90er-Jahre-Generation nennen. Man kann sie auch als Generation Y bezeichnen, also die Leute in meinem Alter, die jetzt Mitte, Ende Zwanzig sind und mit dem Leben klarkommen müssen. Sie müssen Entscheidungen treffen, erwachsen werden, wollen aber trotzdem irgendwie noch kindlich unterwegs sein. Identitätssuche ist ein großes Thema. Wie ist man in Social Media unterwegs? Was für eine Rolle spielt das? Wie kann es einhergehen, wenn seine Großeltern sich mit 16 kennengelernt haben und jahrelang zusammen sind und ich tinder’ mich durch die Gegend? Es geht also ein bisschen um die Ups and Downs und die Tücken des Erwachsenenlebens als eigentlich noch recht kindliche Person.

Gibt es irgendwas, das dir peinlich ist?
Luke Mockridge: Mir sind eigentlich immer so kleine Sachen peinlich. Sachen, die eigentlich gar nicht so peinlich sind – einfach unangenehme Situationen. Zum Beispiel, wenn mir jemand auf dem Bürgersteig entgegenläuft und man weicht gegenseitig immer in die gleiche Richtung aus. Das finde ich sehr unangenehm. Oder wenn man auf der Straße Small Talk betrieben hat, sich verabschiedet und dann läuft man in die gleiche Richtung. So kleine unangenehme Tücken des Alltags finde ich immer ganz schlimm.