Also ist „Dystopie frisst Empathie“ eine episodenhafte Inszenierung der eigenen Vergangenheit, aber wurzelt auch in der Gegenwart, denn selbst wenn nach dem Erscheinen des 10. Studioalbums „X“ keine neuen Alben mehr veröffentlicht werden, so spielt die Band doch weiterhin neue Stücke, aber eben nur noch live.
Licht, Videoprojektionen und Dramaturgie machen jeden Auftritt zu einem besonderen und vor allen Dingen auch einmaligen Ereignis. Denn das, was GOETHES ERBEN ausmacht, ist eben, dass das Publikum Teil der Inszenierung wird und die Stimmung eines Abends auch trotz ähnlicher Setlist sehr unterschiedlich ausfallen kann. Es sind emotionale Achterbahnfahrten, auf die sich ihre langjährigen Fans gerne einlassen. Bei Auftritten von GOETHES ERBEN wird geweint, gelacht und getanzt, gemeinsam gelitten und trotz aller Düsternis, Hoffnung vermittelt.
Musikalisch ist zwischen lärmendem Industrial und filigranen Streicherklängen, Elektronik oder Klavierminiaturen alles möglich und viele Worte und Inhalte haben auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Wucht und Bitterkeit verloren. Ganz im Gegenteil, manch eine Zeile ist aktueller denn je. In jedem Fall wird die Konzertgäste ein Wechselbad der Gefühle erwarten, denn GOETHES ERBEN haben bei vielen ihrer treuen Fans emotionale Spuren hinterlassen. Was war, ist ein Gewinn für die Vergangenheit und sich erinnern, ist auch immer ein Kräfteschöpfen für Zukunft und Alltag.