Im Zentrum des Sammelbands steht die Beschäftigung mit der jüdisch geprägten Geschichte und Gegenwart von Punk - als Teil von Pop-, Sub- und Gegenkultur - im Kontext einer Suchbewegung nach innovativen Formen der Antisemitismusprävention und -bekämpfung. Aufbauend auf den Beiträgen von Steven Lee Beeber, Jonas Engelmann, Michael Croland, u.a. sollen zum einen inhaltliche Überschneidungspunkte, Gemeinsamkeiten und Verbindungslinien zwischen Punk und Jüdischkeit (Jewishness) identifiziert werden, um daraus Anknüpfungspunkte für neue Ansätze, Formate und Strategien der Antisemitismusprävention zu entwickeln. Die Beschäftigung mit jüdischer Punkgeschichte und -gegenwart bietet dabei einen idealen Ansatzpunkt, um dominante Narrative von Jüdinnen und Juden als Opfer zu unterlaufen und diesen starke, subversive jüdische Widerständigkeiten entgegenzusetzen.
Am 20.09 werden drei Autor:innen sowie die beiden Herausgeber des Sammelbandes vor Ort sein. Georg Gläser (Universität Köln) wird von seinem Artikel „Antisemitismuskritik im Punk“, in dem er den deutschsprachigen Punk von den 80ern bis in die Gegenwart auf antisemitische Tendenzen befragt, berichten. Zudem können Ulrich Gutmair (taz) und Itty Minchesta Einblicke in ihren Beitrag „Haifa brennt, die Zeitbombe tickt. Israelischer Punk von Killer Halohetet zu Dir Yassin, von Teenage Rebellion zu Hardcore-DIY“ geben. Auch die beiden Herausgeber werden vor Ort sein, weitere Beiträge des Sammelbands vorstellen und ihre Perspektiven einbringen.
Im Anschluss gibt es ein Punk-Konzert (bislang mit Dead Kätz und Doc & The Dunderheads), das ebenfalls in der Tufa stattfindet und das Verhältnis von Praxis und Theorie auslotet.