„Man vergisst häufig, dass Offenbach einer der größten Cello-Virtuosen war, bevor er als Schöpfer der französischen opéra-bouffe Berühmtheit erlangte“, schreibt der Musikwissenschaftler Jean-Christoph Keck. Mit dem Konzert für Violoncello und Orchester in G-Dur des Komponisten beschäftigt sich das LandesJugendOrchester Rheinland-Pfalz in der diesjährigen Sommer-Arbeitsphase.
Die 100 Musiker:innen des renommierten Nachwuchsorchesters sind im Schnitt 16 Jahre jung, haben sich durch ein Probespiel qualifiziert und nun die Chance, sich im Ensemble zu entwickeln. Für viele ehemalige Mitglieder war das LJO ein herausragender Start zu einer Profilaufbahn; sie studierten Musik, arbeiten jetzt in Profi-Orchestern, an Musik- oder Hochschulen oder konzertieren als Solist:innen.
Die Zusammenarbeit mit dem LJO schätzt auch der in Katalonien geborene Cellist Roger Morelló Ros, der an diesem Abend in Bitburg Offenbachs Konzert als Solist interpretieren wird. Er ist Gewinner von über 30 Stipendien und Wettbewerbspreisen, regelmäßig Gast auf Festivals und deckt vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik ein breites Spektrum der Cello-Literatur ab.
Unter der musikalischen Leitung des renommierten Dirigenten Michael Hofstetter – der gebürtige Münchner wurde in der jährlichen Kritikerbefragung mehrmals als Dirigent des Jahres nominiert werden zudem zu hören sein: Ein Arrangement des Pianisten und Komponisten Richard van Schoor für Blechbläser und Schlagwerk über Themen von Offenbach – eine Auftragskomposition des LJO-Förderkreises e. V. – sowie die Sinfonie Nr. 4 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie trägt den Namen „Italienische Sinfonie“, denn das abschließende siebenteilige Rondo in a-Moll ist mit „Saltarello“ überschrieben, dem Namen eines italienischen Springtanzes in schnellem Sechsachtel-Takt. Mendelssohn griff bei diesem Satz auf originale neapolitanische Volksweisen zurück.