Zunächst scheint alles zivilisiert – wohlüberlegte Worte, höfliche Umgangsformen, gegenseitiges Verständnis. Doch im Laufe des Abends zeigen sich Risse. Höflichkeit weicht Kleinkariertheit. Diplomatie schlägt in Anschuldigungen um. Allianzen verschieben sich. Die Gemüter erhitzen sich. Und bald zerbricht die dünne Fassade der Höflichkeit vollständig.
Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" (übersetzt von Christopher Hampton) ist eine messerscharfe, rabenschwarze Komödie über Ego, Moral und die zerbrechliche Illusion sozialer Ordnung. Denn unter unseren kultivierten Fassaden lauert das Chaos stets nah.