"Fragst du, wie viele Obolen es macht, so philosophiert dir dein Gegenüber etwas von 'Gezeugt' und 'Ungezeugt' vor. Erkundigst du dich über den Preis eines Stückes Brot, so erhältst du zur Antwort 'Größer ist der Vater, und der Sohn steht unter ihm'. Lautet deine Frage 'Ist das Bad schon fertig?', so definiert man dir, dass der Sohn sein Sein aus dem Nichts habe." Die Aussage des Kirchenlehrers Gregor von Nyssa zeigt, dass die Fragen, mit denen Theologen vor 1.700 Jahren rangen, von allgemeinem Interesse waren.
Um den Frieden im Römischen Reich nicht zu gefährden, lud Kaiser Konstantin die Bischöfe seines Reiches zum ersten ökumenischen Konzil nach Nizäa ein, wo die Streitigkeiten beigelegt werden sollten. Doch welche Bedeutung haben die Ergebnisse dieser Zusammenkunft in der heutigen Zeit? Damit beschäftigt sich das Museum am Dom in seiner neuen Sonderausstellung: Darin geht es um das große Glaubensbekenntnis, welches im Wesentlichen erstmals beim Konzil von Nizäa formuliert wurde, und dem daraus resultierenden Christusbild. Die Besucher:innen können sich auf Kunstwerke aus rund 500 Jahren Kunstgeschichte freuen.