Stadtleben

Das ändert sich 2021

Neue Gesetze ab 2021

Das neue Jahr ist zwar noch keinen Tag alt, doch ab dem heutigen 01. Januar 2021 gelten neue monetäre Gesetze. Wir sagen euch, was sich bezüglich Soli, Mindestlohn, Kindergeld und Co. verändert.

Nach fast drei Jahrzehnten ist Schluss mit dem Solidaritätszuschlag, auch Soli genannt: Er fällt für fast alle mit Beginn des Jahres weg. So müssen Singles, die ein Jahresbruttoeinkommen von bis zu 73.000,- Euro haben, ebenso wenig keine Abgabe mehr zahlen wie ein Ehepaar mit zwei Kindern. Bei Letzeren liegt die Grenze bei 151.000,- Euro brutto. Den Soli weiterhin zahlen müssen ab 2021 nur noch Spitzenverdiener. 

Gute Nachrichten gibt es auch in Sachen Mindestlohn, denn dieser steigt 2021 nicht nur einmal, sondern gleich zweimal. Zunächst wird er ab dem 01. Januar von bislang 9,35 Euro brutto auf 9,50 Euro brutto pro Arbeitsstunde angehoben. Zum 01. Juli 2021 erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn dann noch einmal auf 9,60 Euro brutto.

Nachdem die Mehrwertsteuer seit dem 01. Juli des vergangenen Jahres von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden war, um die Verbraucher in der Corona-Krise zu entlasten, wird diese 2021 wieder auf die vorherigen 19 Prozent erhöht bzw. die zeitweilige Senkung zurückgenommen.

Der Staat erhöht zudem das monatliche Kindergeld um 15,- Euro. Für das erste und zweite Kind gibt es somit jeweils 219,- Euro, für das dritte Kind 225,- Euro, für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250,- Euro pro Monat. Darüber hinaus findet eine Erhöhung des Kinderfreibetrags und des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes um jeweils 288,- Euro statt. Eltern können dann 8.388,- Euro pro Kind steuerlich geltend machen.

Rund 1,3 Millionen Senioren dürfen sich ab diesem Jahr über eine Grundrente freuen, genauer gesagt einen Zuschlag, den jeder erhalten soll, der zwar mindestens 35 Jahre lang Beiträge aus Arbeit, Pflege oder Erziehung aufweisen kann, jedoch nur wenig verdient hat. Der maximale Grundrenten-Zuschlag liegt bei 418,- Euro brutto im Monat.

Das Arbeiten von zuhause aus wird in Zeiten von Corona mehr denn je genutzt. Für jeden vollen Arbeitstag im Homeoffice kann ab sofort eine Pauschale von 5,- Euro geltend gemacht werden, maximal 600,- Euro im Jahr. Dabei ist es nicht von Belang, ob ein häusliches Arbeitszimmer vorhanden ist.

Ein weiterer Baustein im Klimaschutzprogramm des Staates ist die Einführung der sogenannten CO2-Steuer, welche unter anderem auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas fällig wird und die Nutzung von klimafreundlicheren Alternativen wie beispielsweise E-Mobilität attraktiver machen soll. Zunächst wird die Bepreisung von einer Tonne CO2 bei 25,- Euro liegen, bis 2025 soll der Preis auf 55,- Euro steigen.

Nicht nur Heizen und Autofahren können infolgedessen 2021 teurer werden, auch die Preise an den Tankstellen werden steigen: Nach Schätzungen des ADAC dürfte sich der Literpreis für Benzin 2021 um rund sieben Cent erhöhen, der für einen Liter Diesel um rund acht Cent. Als Ausgleich wird die Pendlerpauschale 2021 für Vielfahrer ab dem 21. Entfernungskilometer von 30 auf 35 Cent erhöht.

Da der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresbeginn leicht um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigt und damit bei einem Gesamtbeitragssatz von grundsätzlich 15,9 Prozent im Jahr 2021 liegt, müssen Versicherte tiefer in die Tasche greifen. Weil der Prozentsatz für den Zusatzbeitrag von jeder Kasse individuell festgelegt werden kann, muss dieser nicht zwingend bei den Mitgliedern durchgesetzt werden. Verbraucherzentralen erinnern daran, dass Mitglieder, deren Zusatzbeitrag erhöht wird, von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und in eine günstigere Kasse wechseln können.