Ein bewegendes Kapitel der Geschichte Triers und der Region: Die Wurzeln jüdischen Lebens in Europa reichen bis in die römische Antike zurück. Im Mittelalter erlebten jüdische Gemeinden einen besonderen Aufschwung und entlang des Rheins sowie in den bedeutenden Städten des Reiches entwickelten sich lebendige Zentren.
Die gemeinsam mit dem Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden an der Universität Trier entwickelte Ausstellung erzählt die bewegte Geschichte der jüdischen Gemeinde in Trier als eine der ältesten Deutschlands, deren Spuren – unter anderem mit dem historischen Judenviertel und der erhaltenen Judenpforte – bis heute das Stadtbild prägen.
Zu den über 100 Exponaten unterschiedlichster Art, darunter Grabsteine, Skulpturen, Schatzfunde, Handschriften, Urkunden und archäologische Objekte, gehören auch spektakuläre Leihgaben: So ist unter anderem der im 14. Jahrhundert aus Gold geschaffene Erfurter Hochzeitsring zu sehen, der eines von weltweit nur drei erhaltenen mittelalterlichen Exemplaren dieser Art ist. Als weiteres Highlight wird erstmals eine aschkenasische Torarolle aus Privatbesitz präsentiert, die vor das Jahr 1217 datiert wurde und damit als älteste erhaltene aschkenasische Torarolle überhaupt gilt.
Zum umfangreichen Begleitprogramm der fünfmonatigen Ausstellung gehören neben öffentlichen Führungen und Spezialführungen auch Vorträge zu verschiedenen Themen und Sonderveranstaltungen wie eine Chanukka-Feier, ein Klezmer-Konzert mit dem Trio Tchiribim und ein Workshop zur Hebräischen Kalligraphie. Für Familien und Kinder werden unter anderem Familienführungen, spannende Workshops sowie der Osterferienkurs "Alltagsleben im Mittelalter" angeboten.
Mehr zur Ausstellung ist auf museum-trier.de zu finden.