Die Opening Night Live (kurz: ONL) zog in Halle 1 um und bot auf einer stark erweiterten Bühne 5.000 Sitzplätze. Nachhaltigkeit blieb dabei kein Buzzword, sondern wurde tatsächlich eingehalten: „Trash Galore“ rettete bereits 2024 1.880 kg Material vor der Entsorgung, der gamescom forest wuchs 2025 auf 29.000 Quadratmeter. Kurz: Rekorde, Reichweite, richtig gute Stimmung – on-site und online (Zum Vergleich: 2024: 44 Mio. digitale Zugriffe; 2025 72 Mio. digitale Zugriffe).
Highlights & Trends der Messe
Mehr Bühne, mehr Show: Geoff Keighley bekam zur ONL prominente Co-Moderation von Eefje „sjokz“ Depoortere. Als früher Hype-Moment stand die weltweite Enthüllung von Call of Duty: Black Ops 7 auf dem Zettel.
Noch größer, noch vielfältiger: Die indie area war so umfangreich wie nie, die entertainment area wuchs um eine zusätzliche Halle. Parallel gab’s mehr Hands-on-Stationen, einige VR-Erlebnisse, ein aufgerüstetes E-Sport-Bühnenprogramm (u. a. Techniker Prime League-Finale) und frische Community-Formate. Erstmals half ein digitaler Standortfinder direkt am Smartphone bei Navigation, Aussteller-Suche und nächstgelegenen Ein-/Ausgängen – ein kleines Feature mit großem Effekt. So war der Besuch diesmal weitaus angenehmer als je zuvor.
Unter gamescom cares und gamescom goes green wurden gesellschaftliches Engagement, Awareness-Maßnahmen und Öko-Projekte sichtbar gebündelt – inklusive Bühne in der ONL für ein herausragendes Projekt. Abseits der Hallen sorgten Open-Air-Bühnen, Foodtrucks, DJ-Sets und eine Laser-Illumination der Skyline während der gesamten Woche für City-Vibes.
Preise, die verspielte Monate ankündigen
Bevor es nun mit den einzelnen Besuchen und kleinen Insights weitergeht, kommen wir zu den Gewinnern der gamescom awards 2025. Der ganz große Abräumer: Resident Evil Requiem. Der Capcom-Titel holte Best Visuals, Best Audio, Most Epic und Best Sony PlayStation Game – plus den Jurypreis Best Lineup für Capcom (gemeinsam mit weiteren Titeln wie Pragmata und Onimusha: Way of the Sword).
Ubisoft feierte doppelt: Best PC Game für Anno 117: Pax Romana und gleich zwei Stand-Awards in der business area (Best Booth & Best Business Booth). Übrigens: Der Pokémon-Stand gewann den Best Booth (Consumer Award).
Bei den Community-Lieblingen stachen folgende Spiele heraus: Best Trailer für Hollow Knight: Silksong und gleich zwei Trophäen für das Cozy-Game Hela (Most Entertaining, Most Wholesome). Tiny Bookshop gewann Games for Impact – eine schöne Bestätigung, dass kleine starke Ideen neben den Blockbustern glänzen können. Außerdem erwähnenswert: Best Nintendo Switch 2 Game ging an Mario Kart World. Aber das war noch längst nicht alles.
Zusammen Spaß haben – Koop-Spiele im Fokus
Wer auf der gamescom nach Team-Action suchte, wurde schnell fündig. Besonders im Koop-Bereich gab es etliche Titel, die zeigten, wie viel Spaß gemeinsames Zocken machen kann.
So durften wir in Out of Time gleich mal den ultimativen Zeitdruck spüren: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kollidieren, während wir uns Seite an Seite durch chaotische Gegnerwellen prügelten. Der Clou – man muss nah beieinanderbleiben, sonst geht das ganze Team baden. Ein intensiver Mix aus Roguelike und Party-Stress, der uns ein paar Lacher und jede Menge hektisches Herumgewusel beschert hat.
Etwas gemächlicher, aber nicht weniger charmant, wurde es bei Biped 2. Die beiden kleinen Roboter Aku und Sila stolpern durch bunte Levels, in denen Zusammenarbeit Pflicht ist. Schon nach wenigen Minuten haben wir uns bei den ersten Rätseln gegenseitig angebrüllt – natürlich liebevoll –, wenn mal wieder einer von uns in den Abgrund gepurzelt ist. Genau das macht den Reiz aus: Koop in seiner reinsten Form.
Wesentlich rasanter war dagegen Sonic Racing CrossWorlds. Hier hat SEGA die Rennstrecke ins Multiversum verlegt – mit allen verrückten Konsequenzen. Runden auf sich verschiebenden Strecken, wilde Dimensionseffekte und das bekannte High-Speed-Gameplay sorgen dafür, dass kein Rennen dem anderen gleicht. Wer Mario Kart schon blind fahren kann, bekommt hier eine neue Herausforderung serviert.
Und dann noch Scott Pilgrim EX, das sich als kunterbuntes Beat’em-up-Revival präsentierte. Serienautor Bryan Lee O’Malley selbst hat die Story beigesteuert – und so dürfen wir uns auf jede Menge schräge Kämpfe, verrückte Charaktere und eine ordentliche Portion Humor einstellen. Zwar erscheint das Spiel erst 2026, aber das, was wir gesehen haben, verspricht schon jetzt viele spaßige Couch-Abende.
Mehr Herz als Budget
Indie-Games sind ja schon lange kein Geheimtipp mehr, aber dieses Jahr hat sich die Szene besonders stark präsentiert. Auf kleinem Raum gab’s richtig große Ideen – mal wild, mal düster, mal einfach nur schön.
In Achilles Survivor prügelten wir uns automatisch als antiker Held durch endlose Gegnerhorden. Das Ganze erinnert an die „Bullet Heaven“-Welle, macht aber durch das griechische Setting und die epische Musik richtig Laune.
Arms of God geht da in eine ganz ähnliche Richtung: ein höllisch brutaler Auto-Shooter, irgendwo zwischen Doom und Roguelite. Viel Geballer, viel Blut, viel Adrenalin, harter Sound – genau das Richtige für Fans von schnellen Runden mit ordentlich Bums.
Deutlich kunstvoller wurde es bei Realm of Ink. Hier kämpft eine Schwertkämpferin buchstäblich gegen ihr eigenes Schicksal, das in ein Buch geschrieben scheint. Optisch wunderschön mit Tuschfarben-Stil – und spielerisch überraschend tiefgründig.
Und schließlich ein echter Farbtupfer: die brasilianischen Studios, die gleich mit 15 Spielen angereist sind. Da steckten so viel Lebensfreude, Rhythmus und Kreativität drin, dass allein schon die Präsentation gute Laune gemacht hat. Ein echtes Highlight, weil diese Games eine ganz eigene kulturelle Note in die Messe gebracht haben.
Gaming, aber bitte mit Stil
Die gamescom lebt nicht nur von Spielen – manchmal sind es die Gadgets, die für die größten Aha-Momente sorgen. So haben wir bei Minecraft Möbel von Phoenix tatsächlich Schränke und Tische im Klötzchenlook bestaunt. Sieht im Wohnzimmer fast so cool aus wie im Spiel – zumindest, wenn man es pixelig mag. Ein Traum für Fans von Minecraft. Die Möbel sind übrigens in vielen Möbelhäusern bereits erhältlich.
Richtig retro ging es beim iMP Mini-Arcade zu. Mit ein paar Handgriffen verwandelt man seine Switch (oder Switch 2) in einen Mini-Spielautomaten. Hebel umgelegt, Knöpfe gedrückt – schon fühlte man sich wie in einer 80er-Jahre-Spielhalle. Klasse Idee, die seine Anhänger finden wird.
Noch nostalgischer wurde es bei G'AIM'E, einer Lightgun-Konsole, die sofort Erinnerungen an Time Crisis wachrief – denn das Spiel konnten wir tatsächlich in seiner Alten Form am modernen TV zocken. Wer jemals an der Arcade geklebt hat, dürfte hier feuchte Augen bekommen.
Und dann war da noch OVR, das uns wortwörtlich den Duft von Games beschert hat. Ja, richtig gelesen: Spiele riechen. Von Waldaromen bis Feuerqualm – das Gerät zauberte 16 verschiedene Gerüche. Ob sich das durchsetzt? Mal sehen. Aber kurios war es allemal, als wir das Indie-Spiel Akiiwan: Survival zu riechen bekamen.
Helden, Mythen und Drachen
RPG-Fans hatten auf der Messe mal wieder die Qual der Wahl. In Gate Zero reisen wir ins Jerusalem der Antike – Sci-Fi trifft Religion, Zeitreise trifft Glaubensfragen. Ein ungewöhnlicher, spannender Mix, den wir so noch nicht gesehen haben.
Das Gothic 1 Remake hingegen war purer Fanservice. Kaum ein Titel wurde so sehnsüchtig erwartet – und was wir sahen, sah richtig gut aus. Alte Dialoge, neue Optik, genau die richtige Mischung für Nostalgiker und Neulinge.
Mit Bylina präsentierte sich ein Action-RPG, das stark auf Skill-basiertes Kämpfen setzt. Optisch bunt, spielerisch fordernd – da steckt Potenzial drin, vor allem für Fans knackiger Duelle.
Sehr herzlich kam The Lonesome Guild daher, das Zusammenhalt in einer zerbrochenen Welt thematisiert. Das Studio zeigte sich extrem leidenschaftlich und man merkte sofort, dass da mehr als nur ein typisches RPG dahintersteckt.
Zum Schluss noch Dragonkin: The Banished, das eine düstere Fantasywelt mit Drachenverseuchung aufmacht. Verschiedene Heldenklassen, eine verfallene Welt und jede Menge Monster – klassisch, aber mit viel Wucht inszeniert.
Sterben will gelernt sein
Natürlich durfte auch die Kategorie „Souls-like“ auf der Messe nicht fehlen – und die Entwickler zeigten wieder, dass Leiden und Jubeln oft dicht beieinanderliegen.
In The Blind Warrior schlüpften wir in die Rolle eines blinden Kämpfers, der seine Umgebung über ein spezielles Sinnes-System wahrnimmt. Das Konzept klingt faszinierend, wirkt aber noch etwas unfertig. Vielleicht einer der Geheimtipps fürs nächste Jahr, wenn die Entwickler noch Feinschliff betreiben.
Ganz anders GRIME II, das direkt an den gefeierten Vorgänger anschließt. Dieses Mal geht es noch tiefer ins Metroidvania-Feeling hinein, inklusive neuer Fähigkeiten und einer seltsam schönen Welt voller bizarrer Kreaturen. Wer Teil eins mochte, dürfte hier sofort wieder zuhause sein.
Hell is Us wiederum präsentierte sich als sehr atmosphärischer Third-Person-Titel, in dem wir mit Klingen, Äxten und Drohnen gegen übernatürliche Wesen antreten. Alles sah erstaunlich stimmig aus und man merkte sofort, dass hier ein ambitioniertes Projekt entsteht, das nicht nur knallharte Kämpfe, sondern auch eine packende Geschichte liefern will.
Pixel-Popcorn fürs Auge
Wer zwischendurch mal genug von düsteren Kämpfen hatte, konnte in bunte Welten abtauchen – und da gab es reichlich.
Allen voran Cosmo Tales, eine Neuankündigung von Bohemia Interactive, die im coolen Retro-Sci-Fi-Look der 70er daherkommt. Dimensionen wechseln, kosmische Abenteuer erleben – das Ganze sah einfach herrlich verspielt aus. Und zusätzlich geht Bohemia Interactive damit mal ganz andere Wege – fernab von den taktischen Shootern. I like!
Richtig begeistert waren wir von Cloudheim, einem Koop-RPG mit chaotischem Physik-Gameplay. Gemeinsam craften, Monster verkloppen und dabei den eigenen Shop im Himmelreich ausbauen – klingt verrückt, macht aber unheimlich Spaß. Das könnte was ganz Großes werden.
Auch alte Bekannte kehrten zurück: Yooka-Replaylee ließ die Herzen von 3D-Plattformer-Fans höherschlagen und bei SpongeBob: Titans of the Tide ging es gewohnt schräg zu. Bonus: David Hasselhoff hat einen Cameo-Auftritt. kein Witz!
Dazu gesellte sich Publisher Thunderful, der gleich ein starkes Line-up auffuhr: von Planet of Lana 2 über das Action-Game Godbreakers bis hin zum Cyberpunk-Hit Replaced. Drei Spiele, drei völlig unterschiedliche Stile – und jedes einzelne einen Blick wert.
Shooter satt!
Natürlich gab es auch für Shooter-Fans ordentlich Futter. Mit Exoborne stürzten wir uns in eine Zukunft voller Naturkatastrophen. Tornados, Blitze und sintflutartige Regenfälle werden hier zu echten Gefahren – und gleichzeitig zum Spielfeld. Mit Exo-Suit und modernen Knarren wirkt das Ganze wie ein Mix aus Extraction-Shooter und Naturgewalt-Simulator. Extrem spannend! Die Runde mit zwei anderen Kollegen hat richtig Laune gemacht.
Deutlich kleiner, aber mit umso mehr Herzblut präsentierte sich Ferocious, ein Projekt aus Deutschland. Stellt euch eine Art Fortsetzung von „King Kong“, dem Videospiel, vor. Nur dass ihr selbst mitten im Dschungel steht und euch durch Dinosaurier und Monster kämpft. Der Look war bereits beeindruckend, und die Entwickler vor Ort so sympathisch, dass wir dem Spiel die Daumen doppelt fest drücken. Wer auf Singleplayer-Shooter und Dinos steht, sollte hier unbedingt reinschauen.
Für Lacher sorgte Escape from Duckov – ein Shooter, der es nicht ganz so ernst nimmt. Statt Soldaten ballert man sich durch Enten-Chaos, irgendwo zwischen Parodie und abgedrehtem Fun-Shooter. Ob das auf Dauer trägt, wird man sehen, aber für den Moment war es ein echtes Messe-Highlight im Bereich „WTF-Momente“.
Strategie in Bestform
Auch Taktiker kamen auf ihre Kosten. Disciples: Domination brachte klassische Dark-Fantasy-Strategie zurück – düster, fordernd und mit richtig dicken Runden-Schlachten. Fans der Reihe dürften sich sofort heimisch gefühlt haben.
Aska dagegen spielte in einer ganz anderen Liga: Hier baut man als Wikinger sein eigenes Dorf auf, muss Ressourcen managen, gegen Kreaturen bestehen und gleichzeitig das Volk bei Laune halten. Der Mix aus Aufbau und Survival wirkte schon jetzt erstaunlich rund und könnte für viele lange Nächte sorgen.
Story statt Dauerfeuer
Zwischen all den Shootern und Action-Feuerwerken fanden wir auch ruhige, erzählerische Perlen, die vor allem auf Atmosphäre und Geschichte setzten.
Echoes of Mora war eines davon – ein VR-Spiel, das komplett von einem Frauenteam entwickelt wird. Emotional, intim und mit einer dichten Erzählung, die unter die Haut ging. VR war dieses Jahr zwar eher rar auf der Messe, aber dieses Projekt hat sich sofort hervorgehoben. Ein Hoch auf solche Indie-Projekte!
Auch Rue Valley präsentierte sich als erzählerisches Erlebnis, in dem die kleinen Details und die Atmosphäre wichtiger sind als schnelle Action. Täglich grüßt das Murmeltier als Vorbild: ein Spiel, bei dem ihr die Zeitlinie Tag für Tag aufs Neue korrigieren oder anpassen müsst – genau die Sorte Indie-Projekt, die man auf der gamescom immer wieder gerne entdeckt.
Mit Call of the Elder Gods wurde es düsterer, aber auch viel atmosphärischer: Lovecraft-Vibes, geheimnisvolle Story und jede Menge übersinnliche Andeutungen – perfekt für Fans von Stories mit Tiefe. Ich kann es kaum erwarten, dass die Fortsetzung von „Call of the Sea“ endlich erscheint.
Directive 8020 schließlich brachte das Konzept des interaktiven Films zurück. Schon die ersten Minuten zogen uns hinein: düstere Sci-Fi-Atmosphäre, schwere Entscheidungen und die Gewissheit, dass jede falsche Abzweigung fatale Konsequenzen hat. Typischer gamescom-Moment: Schon beim Anspielen haben wir es geschafft, den halben Cast zu ruinieren.
Messehallen-Magie
Wer glaubt, die gamescom sei nur eine Abfolge von kleinen Anspielstationen, hat die Entertainment Area oder die anderen Hallen noch nicht erlebt. Hier stapeln sich die Mega-Stände, die eher an Freizeitparks erinnern – und 2025 wurde noch einmal ordentlich aufgedreht.
Bei LEGO wartete das gigantische Schiff aus der Netflix-Serie One Piece – umgeben von einem Meer aus tausenden LEGO-Steinen. Ein echter Hingucker, der den Stand schon von Weitem unverwechselbar machte. Neben diesem Highlight präsentierte LEGO auch Fortnite, Sonic, Mario Kart und sogar Animal Crossing im LEGO-Gewand. Richtig cool: Wir durften selbst Hand anlegen und das ikonische Lama aus Fortnite als Mini-Figur zusammenbauen.
Nintendo überzeugte mit einer gewohnt farbenfrohen Präsenz. Pokémon war natürlich wieder stark vertreten, doch auch Metroid Prime 4: Beyond und Kirby Air Riders sorgten für lange Schlangen an den Teststationen. Kaum ein Publisher versteht es so gut, die Community direkt abzuholen wie die Japaner.
Auch THQ Nordic setzte auf Größe: Von Klassikern bis zu neuen Projekten konnten Fans hier eine breite Palette ausprobieren – inklusive einiger Überraschungen, die für ordentlich Nostalgie sorgten.
Das Sammelkarten-Fieber wurde bei Disney Lorcana entfacht. Eine riesige Spielfläche lud zum Testen, Tauschen und Turniere spielen ein. Wer Glück hatte, konnte sich eine exklusive Karte sichern – und die wurde sofort zum Sammlerstück.
Ein besonderes Highlight kam von Krafton. Mit Inzoi entführten sie uns in eine detailverliebte, fast märchenhafte Welt, in der wir ganze Schiffe voller Katzen entdecken konnten – ein Bild, das man so schnell nicht vergisst. Dazu präsentierte Krafton auch PUBG: Blindspot, das bekannte Battle-Royale-Gefühl, aber mit frischen Twists und technischer Aufrüstung.
Kurzum: Diese Stände waren nicht nur Präsentationsflächen, sondern regelrechte Erlebnisse. Genau deshalb lohnt sich der Gang durch die Entertainment Area jedes Jahr aufs Neue.
Giganten der Messe
Natürlich dürfen die Schwergewichte der Branche im Rückblick nicht fehlen – schließlich waren es ihre Stände und Spiele, die das Messegespräch oft dominiert haben.
Bei Turtle Beach drehte sich alles um Hardware. Die neuen Controller (darunter ein Switch-Controller passend zu Donkey Kong Bananza), Headsets in allen Preisklassen und das brandneue VelocityOne Race-Zubehör sorgten für glänzende Augen bei Technikfans. Besonders spannend war die Zusammenarbeit mit Victrix, die Fighting-Game-Boards und individualisierbare Controller ins Programm bringen. Wer gerne an seinem Setup tüftelt, kam hier voll auf seine Kosten.
Bandai Namco setzte dagegen auf pure Spielepower. Mit My Hero Academia stand ein bunter Prügler bereit, der Anime- und Manga-Fans gleichermaßen abholen dürfte. Groß, laut, schnell – hier war immer Betrieb. Kontrast dazu: The Blood of Dawnwalker, ein düsteres, episches Rollenspiel im Stil von The Witcher. Vampir-Mythos, mittelalterliches Setting und eine Präsentation, die sofort Atmosphäre schuf – einer der Geheimfavoriten der Messe.
Bei Nintendo drehte sich fast alles um die Switch 2 – und vor allem um Metroid Prime 4: Beyond. Hier konnten wir erstmals die neue Steuerung mit Joy-Con-Mauszeiger ausprobieren, die erstaunlich präzise funktionierte. Und wer es lieber chaotisch mag, fand mit Kirby Air Riders genau den richtigen Party-Spaß. Bunt, schnell, schrill – und potenziell das nächste Must-Have für Couch-Multiplayer.
Ubisoft hatte gleich zwei Highlights parat. Zum einen natürlich das heiß ersehnte Anno 117: Pax Romana, das uns ins alte Rom entführt und beweist, dass Aufbau-Strategie auch im Jahr 2025 noch Maßstäbe setzen kann. Zum anderen der Ubisoft-Stand (im Business-Bereich) selbst: Kaffee-Fans schwärmten vom „Lavender Latte“ mit echten Lavendelblüten – vielleicht der beste Drink der Messe.
Auch 2K wollte nicht kleckern, sondern klotzen – und zwar mit Borderlands 4. Noch größer, noch bunter, noch abgedrehter – und schon jetzt einer der Publikumsmagneten schlechthin.
Microsoft schlug in eine andere Kerbe: Hier war die große Überraschung die Offensive in Richtung Handheld-Gaming. Mit dem ROG Ally X und weiteren Partner-Geräten will man PC-Spiele mobil machen – und damit direkt Nintendos und Valves Spielfeld betreten. Es wirkte fast so, als wolle Microsoft eine neue Ära einläuten: weg vom Wohnzimmer, hin zum Gaming überall.
Alles in allem zeigten die großen Publisher, warum sie eben groß sind: mit fetten Ständen, starken Games und klaren Ansagen für die Zukunft.
Danke, Köln – bis nächstes Jahr!
Die gamescom 2025 war eine Messe der Superlative: Rekorde bei den Aussteller:innen, neue Flächenrekorde, eine Opening Night Live auf gigantischer Bühne und ein City-Festival, das Köln endgültig zur Gaming-Hauptstadt machte. Doch abseits der Zahlen bleibt vor allem das Gefühl hängen, Teil eines riesigen, bunten und ein bisschen verrückten Nerd-Kosmos gewesen zu sein.
Für uns persönlich waren es genau diese Kontraste, die den Charme ausmachten: auf der einen Seite riesige Blockbuster wie Resident Evil Requiem, Borderlands 4 oder Metroid Prime 4: Beyond, auf der anderen Seite kleine Indie-Juwelen wie Cloudheim, The Lonesome Guild oder Echoes of Mora, die still und leise ans Herz gingen. Dazu kamen die schrägen Momente – sei es das Lama-Bauen am LEGO-Stand, die Katzen-Flotten bei Kraftons Inzoi oder das unfassbar chaotische Multiversum in Sonic Racing CrossWorlds.
Und genau das ist es, was die gamescom einzigartig macht: Sie ist kein reines Schaulaufen der Großen, sondern eine Bühne für Vielfalt, Kreativität und jede Menge Spaß. Man geht mit vollgestopftem Kopf, müden Beinen – und einem breiten Grinsen wieder nach Hause.
Köln, du hast es mal wieder geschafft. Bis 2026!