Kultur

Leben wie die Rittersleut'

Zeitreise zu den Burgen der Region

Erstellt am 08.08.2023

Geschichte und Abenteuer pur erlebt man bei einem Besuch der zahlreichen Burgen in unserer Region. Die imposanten Gebäude, die die vergangenen Jahrhunderte zum Teil unbeschadet überdauert haben, laden mittels fachkundigen Führungen zu einer spannenden Zeitreise in die Vergangenheit ein.

Burg Eltz, Wierschem
Die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Eltz ist eine Höhenburg und befindet sich im idyllischen Tal der Elz auf einem Felskopf. Das imposante Bauwerk mit seinen zahlreichen, bis zu 35 Metern hohen Türmen ist eine der bekanntesten Burgen Deutschlands. Aufgrund ihrer besonderen, nahezu versteckten Lage zählt sie zu jenen Befestigungsanlagen in der Eifel, die niemals gewaltsam erobert oder gar zerstört werden konnten. Seit 34 Generationen ist die Burg Eltz im Besitz der Herren und Grafen von und zu Eltz. Die Adelsfamilie bekam das Anwesen im Jahr 1157 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum Geschenk gemacht. Bei fachkundigen Führungen durch einen Teil der Burg kann man die unvergleichliche Innenarchitektur und eine originale Einrichtung aus acht Jahrhunderten entdecken. Dazu gehört beispielsweise das Ölgemälde „Madonna mit Kind und Weintraube“ von Lucas Cranach dem Älteren sowie eines der letzten noch erhaltenen, bemalten Kinder-Renaissancebetten von 1525. Ebenso einen Besuch wert: die Schatzkammer. Sie beherbergt eine berühmte Sammlung von Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie Schmuck, Porzellan, Schusswaffen und Rüstungen.

burg-eltz.de


Burg Landshut, Bernkastel-Kues
Die Ruine einer ehemaligen Höhenburg befindet sich oberhalb der Mosel-Stadt Bernkastel-Kues. Wer den begehbaren Bergfried erklommen hat, wird mit einem faszinierenden Ausblick ins schöne Moseltal belohnt. Auch gibt es einen barrierefreien Rundgang um die Burg sowie einen behindertengerechten Aufzug. Erbaut vom Trierer Erzbischof Heinrich von Finstingen gegen Ende des 13. Jahrhunderts, steht die Burg auf den Fundamenten einer römischen Wehranlage aus dem 4. Jahrhundert. 1505 wurde die Kurtrierer Burg erstmals mit dem Namen „Landshut“ bezeichnet. Sie war Sitz eines Amtmannes, der das gleichnamige Trierer Amt verwaltete. Im Januar 1692 wurde sie durch einen verheerenden Brand zerstört und nie wieder aufgebaut. 2012 entdeckte man bei Ausgrabungen Überreste, die vermutlich aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammen. Somit zählt die Burg Landshut zu den ältesten Burgen im Moseltal. Innerhalb eines Teilbereichs der Ruine befindet sich heute ein Restaurant. Darüber hinaus kann man an verschiedenen Führungen um die Burg teilnehmen, bei denen man mehr über die Geschichte des Gemäuers erfährt.

burglandshut.de


Ober- und Niederburg, Manderscheid
Die auch heute noch beeindruckenden Ruinen der beiden Manderscheider Burgen spiegeln aufgrund ihrer bewegten Geschichte und der Lage zueinander den mittelalterlichen Interessenkonflikt zwischen dem Kurfürstentum Trier und dem Herzogtum Luxemburg wider. Die hiesigen Besitzungen des Kurfürsten von Trier dienten als Brückenkopf im sie umgebenden luxemburgischen Hoheitsgebiet. Die Oberburg, 1673 von französischen Truppen zerstört, befindet sich auf einer zu ihrem Bau abgeflachten Bergspitze. Sie besaß eine fast dreieckig angelegte Außenmauer und einen fünfstöckigen Bergfried. Letzterer wurde mittlerweile wieder begehbar gemacht, von ihm hat man eine wunderbare Aussicht auf die Niederburg, den Ort Manderscheid und das Liesertal. Nur einen Steinwurf entfernt liegt die Niederburg auf einem Felsen, getrennt von der Oberburg durch das Flüsschen Lieser. Der Vorteil dieser Lage: Man konnte den Verkehr kontrollieren und im Konfliktfall absperren. Auf dem großzügigen Areal der gegen Ende des 18. Jahrhunderts zerstörten Niederburg findet am letzten August-Wochenende das historische Burgenfest statt, ein mittelalterliches Spektakel für die ganze Familie. Hier kann man tapferen Rittern bei ihren Kämpfen zu Pferd zusehen, sich von Gauklern unterhalten und faszinieren lassen, mittelalterliches Handwerk hautnah erleben oder den Erzählungen aus längst vergangenen Zeiten lauschen.

niederburg-manderscheid.de


Genovevaburg, Mayen
Das Wahrzeichen der Stadt Mayen befindet sich auf einer Felskuppe oberhalb des Marktplatzes. Der Name der spätgotischen Burg geht auf eine Sage zurück, nach der sich damals auf der gleichen Anhöhe der Sitz des Pfalzgrafen Siegfried und seiner Frau Genoveva von Brabant befunden haben soll. Erbaut um das Jahr 1280 durch den Trierer Erzbischof Heinrich von Finstingen, wurde sie seit der ersten kompletten Zerstörung 1689 mehrfach rekonstruierend wiederaufgebaut, zuletzt 1918 nach einem Brand. Die Anlage besteht aus der Oberburg mit dem 34 Meter hohen Bergfried, dem sogenannten Goloturm, und der etwas tiefer gelegenen Vorburg. Zur Stadtseite hin ist die Burg durch ein imposantes Burgtor gesichert, auf der anderen Seite schützt sie ein Bergfried und eine Zwingeranlage. Der ehemalige Burggraben ist heute eine Ringstraße, die von einer 20 Meter langen, gotischen Steinbrücke überspannt wird. Im wiedererrichteten Maarstall befindet sich heute das Eifelmuseum mit den Ausstellungsbereichen EifelTotal und dem Deutschen Schieferbergwerk. In den Sommermonaten gehen die Burgfestspiele Mayen im Burghof über die Bühne, bei denen klassische sowie moderne Opern und Theaterstücke auf dem Programm stehen.

mayen.de


Burg Stahleck, Bacharach
Auf einer Anhöhe oberhalb von Bacharach ist die Burg Stahleck zu finden. Ab 1142/43 wurde das Bauwerk zu einer der stärksten Anlagen am Mittelrhein ausgebaut und Bacharach zum Mittelpunkt der Rheinischen Pfalzgrafschaft. Im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und 1666 wieder aufgebaut, sprengten französische Truppen 20 Jahre später das Bauwerk. Erst 1925 wurde die Burg Stahleck nach historischem Vorbild wiedererrichtet. Sie ist von einem seltenen, in früheren Zeiten mit Wasser gefüllten Halsgraben umgeben. Die nahezu rechteckige Anlage zeigt den typischen, klar gegliederten Grundriss einer Burg aus der Stauferzeit. Die Größen der heutigen Gebäude vermitteln in etwa den Eindruck der einstigen Anlage, deren ältester Baubestand die Fundamente des Bergfrieds, Teile des Palaskellers sowie einige Abschnitte der Ringmauer sind. Heute ist in der Burganlage eine der schönsten Jugendherbergen Deutschlands untergebracht, die Alleinreisende, Familien, Gruppen und Schulklassen zu spannenden Übernachtungen in historischen Gemäuern einlädt. Vom Innenhof ergibt sich ein hervorragender Blick über das Mittelrheintal.

romantischer-rhein.de/a-burg-stahleck


Burg Vianden, Vianden (Lux)
Die Burg über der luxemburgischen Stadt Vianden wurde vom 11. bis 14. Jahrhundert auf den Fundamenten eines römischen Kastells und eines karolingischen Refugiums erbaut. Die Anlage ist eine der größten feudalen Residenzen der Romanik und Gotik in Europa. Bis ins 15. Jahrhundert war es der Wohnsitz der Grafen von Vianden, 1417 wurde das Schloss der jüngeren Linie des deutschen Hauses Nassau vererbt. 1820 führte der Verkauf der Burg zu einem weitgehenden Verfall, bis sie 1977 zur Domäne des luxemburgischen Staates wurde und aufwändig restauriert wurde. Die in vier Etagen unterteilte Anlage der Höhenburg ist insgesamt etwa 85 Meter lang und 30 Meter breit. Der Hauptbereich umfasst unter anderem die Waffenhalle, eine Kapelle und den großen Rittersaal, der bis zu 500 Personen fasst. Im Besucherzentrum durchläuft man auf einem „Pfad“ die Jahrhunderte und erfährt Spannendes zur wechselvollen Geschichte des Bauwerks. Neben Konzerten und kulturellen Veranstaltungen findet einmal im Jahr mit dem Mittelalter-Fest das größte mittelalterliche Spektakel Luxemburgs statt.

castle-vianden.lu

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