Kultur

Mein Garten, mein Reich

Grüne Oasen für jeden Geschmack

Erstellt am 15.08.2024

Gärten gibt es viele, doch welcher ist denn nun der Lieblingsgarten? Diese Frage ist schwierig zu beantworten, kommt es doch zuerst auf den persönlichen Geschmack an – und die Zeit, die man in die grüne Oase investieren möchte.

So ist zum Beispiel ein Bauern-Garten die richtige Wahl für alle, die eigenes Gemüse und Obst anbauen möchten. Ruheliebende erfahren diese indes in einem Stein- und Wassergarten oder auch einem Japanischen Garten. Wer sich hingegen künstlerisch betätigen möchte, kann sich einen Künstler-Garten anlegen. So verschieden die Gärten sind – bei allen ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Pflanzen in den heimischen Breitengraden mühelos heranwachsen können. 

Bauern-Garten
Bei einem Bauern-Garten handelt es sich um einen typischen Nutzgarten mit einheimischen Pflanzen und lokalen Erzeugnissen, vor allem regionales Obst und Gemüse sowie Kräuter. Darüber hinaus wird in einem Bauern-Garten das Thema Nachhaltigkeit und der Schutz nützlicher Insekten großgeschrieben und in individuellen Projekten einfach umgesetzt. Der Wunsch nach Flächen zur Entspannung und Ruhe tritt bei einem Bauern-Garten eher in den Hintergrund. Dafür liegt das Augenmerk auf abwechslungsreicher Gartenarbeit und der Selbstversorgung.

Hochbeet-Garten
Ein Nutzgarten ohne Rückenschmerzen vom vielen Bücken? Das ist mit einem Hochbeet-Garten möglich. Der Grund: Die praktische Höhe des Hochbeets bzw. mehrerer Hochbeete, die es in jeglicher Ausführung gibt, kann individuell an die Körpergröße angepasst werden. Der Vorteil eines Hochbeets sind die verschiedenen Schichten aus Baum- und Strauchschnitt, Pflanzenresten, Laub und Rasenschnitt sowie Kompost und Gartenerde. Dadurch fällt kein Umgraben im Frühjahr an und das regelmäßige Unkrautzupfen entfällt. Durch den Verrottungsprozess innerhalb des Beets entsteht zudem Wärme, welche gleichzeitig das Wachstum der Pflanzen fördert. Probleme mit Wühlmäusen lassen sich durch einen Nagerschutz minimieren.

Stein-Garten
Die oft umstrittene Form des Steingartens gibt es auch in umwelt- und bienenfreundlich: So erfährt der normalerweise von Kies und Stein dominierte Garten mit einer Auswahl an einheimischen Pflanzen, die von den Insekten geliebt werden, eine enorme Aufwertung. Indem man verschiedene Steinsorten oder -skulpturen mit Kräutern, Mauerpflanzen sowie hübschen Blumen kombiniert und zusätzlich Insektenhotels oder Wasserspiele installiert, erhält man zudem ein stimmiges Gesamtbild. Ebenfalls stark im Trend: die Kombination aus Stein- und Wassergarten. Hierbei steht die Verbindung aus Steinen und einer Vielzahl an unterschiedlichen Wasserpflanzen mit Bachläufen und prunkvollen Springbrunnen im Vordergrund.

Botanischer Garten
Der botanische Garten sieht nicht nur schön aus, er hat auch einen Auftrag: So dient er der Sammlung, Bestimmung und Erforschung von Pflanzen aus aller Herren Länder. Nicht zuletzt deshalb sind solche Gärten häufig an Universitäten und Hochschulen zu finden. Vor Ort gibt es prachtvolle Gewächshäuser in zahlreichen Varianten, welche teilweise auch zum Besichtigen, Lernen und Staunen einladen. Durch den Eintritt wird zudem die Forschung und deren Erhalt unterstützt. Nicht nur für Pflanzenliebhaber:innen, sondern auch für diejenigen, die es werden wollen, lohnt sich ein Ausflug in einen botanischen Garten.

Japanischer Garten
Die Elemente in Gleichklang gebracht: Besitzer:innen eines japanischen Gartens beweisen Fingerspitzengefühl bei der haargenau und überlegt ausgerichteten Präsentation aller Elemente. Ein japanischer Garten ist dabei stets nach den drei Grund-elementen Wasser, Stein und Grün angelegt. Während die Wasserelemente für das Leben stehen, symbolisieren Steinelemente die Ruhe und die grünen Elemente stellen die Natur dar. Eines der Hauptmerkmale für einen typischen japanischen Garten sind natürliche und organische Formen. Gerade Linien und Symmetrie? Fehlanzeige. Gerade aufgrund dieses Verzichts ist die Gartenform für viele Menschen der Inbegriff von Entspannung, Meditation und innerer Einkehr.

Kloster-Garten
Der Garten eines Klosters diente im Mittelalter vorrangig dazu, die Eigenversorgung des Stifts sicherzustellen. Daher sind in einem traditionellenKlostergarten vorwiegend (Heil-)Kräuter sowie Obst- und Gemüsepflanzen zu finden. Einer der berühmtesten Kloster-Gärten ist der Hildegard-von-Bingen-Garten mit mehr als 300 heilenden Kräutern, Bäumen und Sträuchern. Übrigens: Weil die Menschen des Mittelalters einen völlig anderen Bezug zu Pflanzen hatten als in heutiger Zeit, machte man keinen Unterschied zwischen nützlichen und schönen, sondern setzte sie harmonisch nebeneinander. Ähnlich zum Kloster-Garten hat auch der Bibel-Garten einen kirchlichen Hintergrund. So finden sich hier ausschließlich Pflanzen, die in der Heiligen Schrift erwähnt wurden.

Künstler-Garten
Quelle der Inspiration, Ausstellungsort für Skulpturen oder ein begehbares Gesamtkunstwerk – im Künstler-Garten steht die Kreativität und die Kombination aus Pflanzen und Kunst im Vordergrund. Alte Wasserrohre? Mit wenigen Handgriffen kann man aus diesen ein buntes Pflanzsystem an der Wand zaubern. Ausgelatschte Schuhe? Diese lassen sich ganz einfach mit Sukkulenten bestücken. Ein ausgedientes Fahrrad? Auch ein solches trägt hervorragend zur besonderen Atmosphäre des Künstler-Gartens bei. Bei allen DIY-Projekten gilt: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich künstlerisch mit der Gartenschere ausprobieren möchte, kann aus Pflanzen und Büschen kunstvolle Figuren erschaffen, die zu einer mystischen Gestaltung beitragen.

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