Neun Konzerte, eine Klangkunstausstellung und mehrere Schüler:innen-Workshops an drei Tagen: Veranstaltet von der Tufa Trier im Auftrag der Stadt Trier und in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst e.V., hat sich das OPENING Festival in den letzten Jahren zu einem innovativen Raum zeitgenössischen Musikschaffens entwickelt, das neue Klangerfahrungen und musikalische Impulse in die älteste Stadt Deutschlands bringt.
Die in Rheinland-Pfalz einzigartige Veranstaltung ist gleichzeitig ein Forum für junge Künstler:innen und Komponist:innen und bringt jährlich eine Vielzahl an Uraufführungen hervor, was die Stellung des Festivals als kreativen Raum für experimentelle Unternehmungen herausstellt. Veranstaltungsorte sind neben der Tufa auch die Thermen am Viehmarkt, das Angela-Merici-Gymnasium und die Europäische Kunstakademie.
Die beiden langjährigen künstlerischen Leiter Bernd Bleffert und Thomas Rath werden 2024 erstmals von der am Theater Trier engagierten Sopranistin Einat Aronstein sowie dem Multiinstrumentalisten und Klangkünstler Oded Geizhals unterstützt.
Das neue Festivalprogramm präsentiert ein breites Spektrum unterschiedlicher musikalischer Themen und verfolgt die Zielsetzung, Neue Musik einem breiteren Publikum nahezubringen. Diese Brückenschläge gelingen insbesondere auch durch die Konzert- und Workshop-Angebote für Schüler:innen von der ersten bis zur sechsten Klasse: 2024 legen diese den thematischen Schwerpunkt auf japanische Musik.
Das OPENING Festival beginnt am 02.02. um 16:30 Uhr mit der Eröffnung der Klangkunstausstellung und der Installation „KLANG-SCHÖPFUNG – ATEM-INNENRAUM“ des Künstlers Joachim Eckl im 2. Obergeschoss der Tufa. Weiter geht’s um 18 Uhr im Großen Saal mit „Anschläge + Luftzüge“. Mit Eva Zöllner, Stefan Kohmann und Achim Seyler finden sich drei profilierte Akteur:innen der Neuen Musik erstmals zu einem Trio zusammen. Die Drei stehen für eine Kombination von Schlaginstrumenten und Akkordeon, welche voller Ideen und Klangfarben steckt. Aufgeführt werden Kompositionen von Clara Iannotta, Bastien David und Katharina Rosenberger.
Als nächstes auf dem Programm: „Klopfzeichen / Klangschnitte“ um 20 Uhr in den Thermen am Viehmarkt. Das Projekt des Druckgrafikers Michael W. Schneider zusammen mit Barbara Romen am Hackbrett und Gunter Schneider an den Gitarren erkundet grundlegende Zusammenhänge zwischen bildender Kunst/Druckgrafik und Musik.
Um 21:30 Uhr treffen sich im Ausstellungsraum des 1. Obergeschosses der Tufa bei „Tryst: Aug- und Ohrenweide“ Norwegen, England und Deutschland in Trier. Mit Martin Lindsay, Alwynne Pritchard und Linda Hirst haben drei herausragende Stimmen in dieser Formation speziell für OPENING 24 zusammengefunden. Das Publikum erwartet eine Mischung aus schönem Gesang, experimenteller Stimmfreude und „schräger“, lebendiger Performance.
Am nächsten Tag, dem 03.02., findet um 17 Uhr das Konzert „Patterns in a Chromatic Field“ im Angela-Merici-Gymnasium statt. Ji-Youn Song am Klavier und die Cellistin Katharina Gross bringen das Stück für Klavier und Cello von Morton Feldman zur Aufführung, welches wie ein Stillleben funktioniert und sich an der Farbvariation von Perserteppichen orientiert. Es entsteht eine transformative und meditative Musikerfahrung.
Um 19:30 Uhr erlebt man in den Thermen am Viehmarkt „Allerley Speel-Tuigh“. Hierbei erkunden und erschließen vier Musiker:innen Werke der Neuen Musik für die außergewöhnliche Besetzung Schlagwerk, Toypiano, Blockflöten und Stimme. Es erklingen sowohl Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen als auch Variationen über Volkslieder des 16. und 17. Jahrhunderts.
Schließlich lädt das Philharmonische Orchester der Stadt Trier um 21:30 Uhr zu „Aufbrüche“ in den Großen Saal der Tufa ein. Unter der musikalischen Leitung von Jochem Hochstenbach spielen die Musiker:innen ein Programm mit drei verschiedenen Werken aus einem Zeitraum von 100 Jahren. Dazu gehören die „1. Kammersinfonie für 15 Instrumente“ von Arnold Schönberg aus dem Jahr 1906, das Hans-Abrahamsen-Werk „Winternacht für 7 Instrumente“ von 1978 und Arnulf Herrmanns „Fiktive Tänze II band für 16 Bläser“, entstanden 2008.
Am letzten Tag von OPENING geht es ab 11 Uhr im Ausstellungsraum des 2. Obergeschosses der Tufa mit „Der Erste Tropfen“, einer Performance und einem Gespräch mit Joachim Eckl weiter. Um 15:30 Uhr ist das 1943 von Olivier Messiaen für zwei Klaviere komponierte Werk „Visions De L'Amen“ im Großen Saal der Tufa zu hören. In die Tasten hauen die beiden Künstlerinnen Itxaso Etxeberria und Xi Chen.
Um 17 Uhr kann sich das Publikum auf „Bücher der Zeiten“ von Mike Svoboda im Angela-Merici-Gymnasium freuen. Basierend auf Hölderlins gleichnamigem Monumentalgedicht, sind drei Frauenstimmen eingebettet in das musikalische Geflecht von Posaune und Schlagzeug. Dabei kommt es zu nie gehörten Tönen auf der Posaune sowie eine unendliche Palette von perkussiven Sounds. Den Abschluss des dreitätigen Festivals bildet „Mittel ohne Zweck“ um 19 Uhr in der Kunsthalle Trier. In dem „grenzwertigen“ PerformanceKonzert für fünf Akteur:innen und Klanginstallationen mit Werken von Bernd Bleffert, Gerhard Stäbler und Kunsu Shim fließen die drei Bereiche Konzert, Klanginstallation und musiktheatralische ineinander.
Die Karten bei Ticket Regional gibt‘s für Einzelveranstaltungen ab 10,- Euro, Tageskarten ab 20,- Euro, Festivalpässe mit Gültigkeit an allen drei Veranstaltungstagen sind ab 60,- Euro zu haben. Bei den Schüler:innen-Workshops ist man für 4,- Euro dabei. Weitere Infos und das ausführliche Programm des Festivals findet man auf tufa-trier.de und opening-festival.de.