Kultur

Ton läuft, Kamera ab … Action!

Die Kinofilme des Jahres

Erstellt am 14.02.2024

2024 ist in vollem Gange und nach einem müden Januar meldet sich auch das Kino aus der Winterpause zurück. Angekündigt haben sich in diesem Jahr nicht nur weitere Superhelden-Movies, sondern auch lang erwartete Fortsetzungen, Prequels, abgedrehte Storys und bildgewaltige Blockbuster. Wir stellen euch die Filme vor, die ihr im aktuellen Kinojahr nicht verpassen solltet.

Comics, Superhelden und Bösewichte

Ja, auch 2024 klöppeln Marvel und DC Filme am Fließband in die verblasste Spitzentischdecke des kreativen Kinos. Die gute Nachricht: Es gibt einen Neuling und die Rückkehr einiger Lieblinge. Nach Venom und Venom: Let There Be Carnage schlüpft Tom Hardy im November 2024 in Venom 3 erneut in die Rolle des Antihelden mit dem wohl schönsten Lächeln des Marvel-Universums. Journalist Eddie Brock greift damit einmal mehr auf die Kräfte seines außerirdischen Symbionten zurück. Viel mehr ist zur Story noch nicht bekannt, was bei Fans der Reihe bereits wilde Spekulationen auslöst. Denkbar ist, dass andere Superhelden einen Gastauftritt erhalten und erneut das Marvel-Multiversum dafür verantwortlich ist. Einen Hinweis darauf gab es bereits in Spider-Man: No Way Home, in dem Venom in Post-Credit-Szenen auftaucht.

Am 24.07. soll das Warten endlich ein Ende haben, denn dann erscheint Deadpool 3 in den Kinos. Ryan Reynolds kehrt damit nach fünf langen Jahren in seiner Paraderolle zurück. Und das nicht alleine: Mit dabei ist auch Hugh Jackman, der als Wolverine in den vergangenen Deadpool-Filmen einige verbale Seitenhiebe abbekam. Abseits der fehlenden Infos zur Story steht schon jetzt fest, dass sich Kinofans auf einige Sprüche unter der Gürtellinie und abgedrehte Action gefasst machen sollten.

Eine Fortsetzung erhält ebenso der 2019-Megahit Joker, der erneut von Joaquin Phoenix gespielt wird. Wie der Name Joker: Folie à Deux verrät, bekommt Arthur Fleck und sein Alter Ego Joker eine nicht minder gestörte Partnerin. Richtig: Dr. Harleen Quinzel (Lady Gaga), die durch den Einfluss ihres Patienten immer mehr die Kontrolle verliert und sich als Harley Quinn schließlich ganz dem Wahn hingibt. Bis Oktober müssen sich Filmliebhaber:innen noch gedulden.

Neben den vielen bekannten Gesichtern der (Anti-)Helden gesellt sich Ende August ein neues Gesicht: Kraven The Hunter. Gespielt von Aaron Taylor-Johnson, der bereits als Kick-Ass und Quicksilver Erfahrung im Superhelden-Genre sammelte, macht sich Kraven auf die Jagd. Worauf genau? Das ist nicht bekannt, doch Sergei Kravinoff ist in den Comics unter anderem als erbitterter Gegner von Spider-Man bekannt, nutzt seine tierischen Kräfte gerne für düstere Ziele und nicht ausschließlich zum Schutz der Natur.


Animations-Highlights für Groß und Klein

Vielversprechende Fortsetzungen bekannter Animations-Filme und ein Highlight zum Jahresende versprechen Spaß, Spannung und Bananen für kleine und große Fans. Acht Jahre war nichts vom tollpatschigen Panda, der einst zum Drachenkrieger aufstieg, zu hören. Mitte März kehrt Po nun in Kung Fu Panda 4 zurück in die Kinos, wo er seinen bisher gefährlichsten Gegner erwartet: das Chamäleon. Dieses kann sich die Fähigkeiten seiner Gegner aneignen und machte bereits mit Pos Rivalen Tai Lung und Lord Shen kurzen Prozess. Als wäre diese Bedrohung nicht groß genug, will der Panda nebenbei noch seine:n Nachfolger:in finden.

Mit Spider-Man: Beyond the Spider-Verse findet die von Kritikern gelobte Reihe um Miles Morales ein würdiges Ende. Darin wird aufgeklärt, wie es nach dem Cliffhanger des Vorgängers weitergeht und ob Gwen Stacy, Peter Parker und Co. es schaffen, Miles zu finden und gemeinsam die Fallstricke des Multiversums zu entknoten. Ende März soll es für die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft weitergehen.

Mitte Juli soll es auch mit den verrückten Abenteuern von Gru, Ehefrau Lucy und seinen Töchtern Agnes, Edith und Margo in Ich – Einfach unverbesserlich 4 weitergehen. Keine Panik: Ihre treuen wie chaotischen Begleiter, die Minions, sind natürlich auch dabei. Damit erhält eines der beliebtesten Animation-Franchises nach sieben Jahren eine offizielle Fortsetzung, in der es abermals drunter und drüber gehen dürfte. Zuschauer:innen sollten sich auf eine witzige Achterbahnfahrt einstellen.

Nach den krachenden Kritiken für Amazons Ringe der Macht gibt es in 2024 endlich wieder gute Nachrichten für Gefährten der Mittelerde-Saga. Der Grund dafür ist das Animations-Spektakel The War of the Rohirrim, welcher Ende des Jahres erscheinen soll. Wie der Name bereits verrät, fokussiert sich die Story auf die Reiter aus Rohan und deren legendären neunten König, Helm Hammerhand. Bei diesem Namen dürfte es bei vielen Fans klingeln, ist Hammerhand doch schließlich Namensgeber der bekannten Feste aus „Die Zwei Türme“. Die Ereignisse spielen damit deutlich vor der bekannten Ring-Saga um Frodo, Aragon, Legolas und Co. Und es gibt noch mehr Positives zu vermelden: Die Regie übernimmt Kenji Kamiyama, der bereits mit der „Ghost in the Shell“-Reihe sein Können bewies.


Drama, Thriller, Herzschmerz

Packende Geschichten, überraschende Wendungen und ganz viel fürs Herz: 2024 hält für alle, die mehr als stumpfe Action wollen, einiges auf Lager. Den Auftakt in dieser Kategorie macht One Life. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Briten Sir Nicholas Winton. Dieser war ein Börsenmakler, der kurz vor der Unterzeichnung des Münchner Abkommens im Jahr 1938 die Tschechoslowakei besucht. Dort trifft er auf jüdische Familien, die vor dem Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland und Österreich geflohen waren und nun nicht nur unter erbärmlichen Bedingungen leben, sondern den Einmarsch der Nazis befürchten müssen. Winton macht es sich zur Aufgabe, möglichst viele Kinder zu retten und bürokratische Grenzen zu überwinden. Die Handlung springt zwischen dem alten (Anthony Hopkins) und jungen Winton (Johnny Flynn) und begeistert mit einer mitreißenden Geschichte und hervorragenden Schauspielern.

Wednesday-Star Jenna Ortega schlüpft Mitte März erneut in die Rolle einer Schülerin, wenn auch dieses Mal deutlich düsterer. In Miller’s Girl mimt Ortega die junge Autorin Cairo Sweet, deren Leben sich immer mehr mit dem ihres Professoren Jonathan Miller verflechtet. Denn aus der anfänglich rein intellektuellen Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden schon bald ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem beide ihre eigenen Ziele verfolgen.

Der nächste Film dürfte vor allem Fans der Schriftstellerin Colleen Hoover erfreuen, deren Bestseller It Ends With Us mit Blake Lively in der Hauptrolle im August erscheinen soll. Zu erwarten ist jede Menge Herzschmerz und Drama, wenn Lily Bloom sich zwischen dem erfolgreichen, aber teils ambivalenten Neurochirurg Ryle Kincaid und ihrer plötzlich auftauchenden Jugendliebe Atlas Corrigan entscheiden muss. Klar, dass da Turbulenzen vorprogrammiert sind.

Ein ähnliches Liebesdreieck verspricht Challengers. In der Mischung aus Drama und Romanze spielt Zendaya das Tenniswunderkind Tashi, die nach einer schweren Verletzung ihren Ehemann Art (Mike Faist) zu Höchstleistungen und einer steilen Karriere antreibt. Als die Erfolge irgendwann ausbleiben, meldet Tashi ihn bei einem Challengers-Turnier an. Dort soll sich Art abseits der Grand Slams neues Selbstbewusstsein erspielen. Der Plan gerät jedoch schnell außer Kontrolle, als Art auf Patrick (Josh O’Connor) trifft. Der war einst bester Freund – und Konkurrent um das Herz Tashis.


Blockbuster, Prequels und Sequels

Vorgeschichten, Fortführungen und starbesetzte Blockbuster – das Hollywood-Kino plant, es auch in diesem Jahr krachen zu lassen. Auf völlig neues Terrain wagt sich die Filmindustrie dabei jedoch nicht. Nach mehreren Verschiebungen findet der 2021er-Hit Dune mit Dune: Part Two Ende Februar endlich seinen Nachfolger. Die Geschichte folgt dabei Paul Atreides (Timothée Chalamet), der nach dem Tod seines Vaters floh und sich nun in der Gesellschaft der Fremen, der Einwohner Arrakis, ein neues Leben aufbaut. Einst Außenseiter, sehen die Fremen in Paul schon bald ihren Messias, der sie im Krieg gegen den Imperator anführt und ihren Heimatplaneten zurückgewinnt. Wie in Teil eins verspricht die Verfilmung von Denis Villeneuve erneut ein bildgewaltiges Abenteuer mit beeindruckenden Effekten, packendem Sound und bekannten Stars.

Eine nicht weniger sehnsüchtig erwartete Fortsetzung ist Gladiator 2, welche im November zu erwarten ist. Im Sequel des oscarprämierten Historienepos von Ridley Scott übernimmt Paul Mescal die Hauptrolle des Lucius. Er ist der Sohn von Kaiserschwester Lucilla und kehrt nunmehr erwachsen nach Rom zurück. Dort will sich Lucius seinem Idol Maximus als würdig erweisen und die Brüder Geta und Caracalla vom Thron stoßen.

Kein Sequel, dafür ein Prequel ist Ende Mai zu erwarten, wenn Zuschauer in Furiosa erneut in die Welt von Mad Max eintauchen. Wie der Name verspricht, folgt der Film der Geschichte der jungen Furiosa (Anya Taylor-Joy), welche in die Fänge des Warlords Dementus gerät. Während dieser mit dem Unsterblichen Joe die Führungsposition ausficht, verfolgt Furiosa ihre eigenen Ziele, um zurück nach Hause zu finden. Skurrile Charaktere, abgefahrene Action und Spannung bis zur letzten Minute – nach „Fury Road“ darf beim Film von George Miller erneut von allem etwas mehr erwartet werden.

Zwar keine Vorgeschichte oder Fortsetzung, dafür aber in einem bekannten Universum beheimatet ist die Story von Ballerina. In Ballerina geht es um eine Killerin, die sich an den Mördern ihrer Familie rächen will. Dass eine solch platte Handlung beste Unterhaltung verspricht, zeigten bereits die vier John-Wick-Teile mit Keanu Reeves. Der taucht auch im Film mit Ana de Armas auf, denn genau in der Welt von John Wick und dem Continental findet die rasante Rache-Story statt. Wick-Vertraute dürften mit Ian McShane, Anjelica Huston und dem inzwischen verstorbenen Lance Reddick Anfang Juni einige Gesichter wiedererkennen.

Wer den Nostalgie-Zug besteigen möchte, darf sich 2024 auf einen wilden Ritt einstellen, denn mit Bad Boys 4 (Juni), Planet der Affen: New Kingdom (Mai), Ghostbusters: Frozen Empire (März) und Beverly Hills Cop: Axel F (voraussichtlich im Sommer auf Netflix) wartet im Kino und bei Streaming-Plattformen neuer Stoff für alte Charaktere.


Abgedrehtes und Unerwartetes

Ob urkomisch, völlig skurril oder überraschend anders – es sind nicht immer nur die teuren Produktionen, die groß aufwarten. Das zeigen auch die folgenden Filme. In ungewöhnlich komischer Rolle als gelangweilter Professor ist Nicolas Cage ab Ende März in den Kinos zu sehen. Paul Matthews geht völlig anonym durch die Welt und erfährt von Studierenden und Familie kaum Anerkennung – zumindest bis er in den Träumen von immer mehr Menschen als stiller Beobachter auftaucht. Als seine Traum-Ichs aber dann plötzlich gewalttätig werden, zeigt sich Paul die Kehrseite des Ruhms. Das Ergebnis von Dream Scenario sind verrückte 100 Minuten Film, in denen nicht nur die Halbglatze von Cages Charakter glänzt.

In Matthew Vaughns Argylle reiht sich ebenso eine unerwartete Wendung an die nächste, wenn für Autorin Elly Conway (Bryce Dallas Howard) Realität und Fiktion mit jeder weiteren Sekunde umso mehr verschwimmen. Denn als Conway in einem Zug ihren Fan, Geheimagent Aiden (Sam Rockwell), kennenlernt, erklärt ihr dieser, dass das fiktive Verbrechersyndikat in den Geschichten um ihren erdachten Spion Argylle (Henry Cavill) durchaus real ist. Gemeinsam mit Katze Alfie und Aiden muss die Schriftstellerin plötzlich die bösen Pläne durchkreuzen. Das Spionage-Abenteuer soll im Februar erscheinen.

2024 soll Ex-Superman Henry Cavill auch in Guy Ritchies The Ministry Of Ungentlemanly Warfare zu sehen sein. Dabei vereint Cavill seine Kräfte mit Reacher-Hüne Alan Ritchson, der wie auch Alex Pettyfer und Henry Golding zu einer neuen Spezialeinheit gehören. Diese wurde im Film von Winston Churchill zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen. Aus gutem Grund: Als die ersten Aufeinandertreffen mit Nazi-Deutschland erfolglos verlaufen, sollen die schrägen Kämpfer alle Regeln ignorieren und tief ins feindliche Gebiet vordringen. Gewiss ist dabei neben dem Ruhm nur der Tod.

Fargo, The Big Lebowski, No Country for Old Men – zusammen mit seinem Bruder Joel produzierte Ethan Coen mehr als einen Kinoklassiker. Für Drive-Away Dolls vereint Ethan seine kreativen Kräfte mit Ehefrau Tricia Cooke, mit der er das Drehbuch schrieb. Der Roadmovie folgt den gegensätzlichen Freundinnen Jamie (Margaret Qually) und Marian (Geraldine Viswanathan), die sich eine Auszeit gönnen wollen. Also machen sich die beiden auf den Weg nach Tallahassee, müssen aber schon bald feststellen, dass sich im Mietwagen wertvolle wie illegale Fracht befindet. Die gehört Gangstern, die sich nun auf die Suche nach dem Duo machen. Der Film glänzt mit schrägen Dialogen, Coen-typischen Plot Twists und starken Charakteren, die unter anderem von Pedro Pascal, Matt Damon und Beanie Feldstein gespielt werden. Anfang März soll Drive-Away Dolls in die deutschen Kinos kommen.

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