Traditionell am Jahresbeginn wird's jazzig-musikalisch im großen Saal der Tufa, denn dann lädt der Jazz-Club Trier e.V. zum Jazzgipfel, einem echten Club-Highlight, ein. Zum 25. Geburtstag haben sich die Veranstalter:innen ein abwechslungsreiches Programm überlegt, das mit bestem Jazz aufwartet.
In ca. 20-minütigen Kurzvorstellungen zeigen verschiedene Bands, wo sozusagen in Trier der Jazz-Hammer hängt. Dabei stellen sie sowohl die Vielschichtigkeit der Spielarten und Stile des Jazz unter Beweis als auch die Tatsache, dass es eine bunte und lebendige Jazz-Szene in der ältesten Stadt Deutschlands gibt. Die teilnehmenen Formationen zeichnen sich durch hohes Niveau, Vielseitigkeit und Originalität aus. Beim Jubiläum sind unter anderem Blunk, Groove Improve, T. Patina & The Funk Heritage sowie Winelight mit dabei.
Während sich das Comfort Zone Orchestra stilistisch zwischen Bop, Cool-Jazz und Modern-Jazz bewegt, stehen die Connecting Guitars rund um den Gitarristen, Arrangeurs und Komponisten Klaus Lieser für die vielseitigen Möglichkeiten der Gitarre(n) in eher ungewöhnlichen und wechselnden Besetzungen. So treten zum Jubiläum des Jazzgipfels die beiden Gitarristen Stephan Völpel und Johnny Weber sowie Annette Naberfeld am Piano mit auf.
Die Two-And-A-Half-Strings-Musiker Fabian und Sebastian haben jahrelang eher Bluesrock gespielt, nun bringen Niklas (Drums), Mirko (Bass) und Jonas (Sax) weitere verschiedene Einflüsse ein – gemeinsam sind die Blunk. Was die Fünf eint, ist eine Vorliebe für funky Grooves. Heraus kommen Eigenkompositionen, die ihre Wurzeln im Blues und Funk haben und beide Genres auf erfrischende Art und Weise miteinander verbinden.
Das Duo Groove Improve wurde 1999 gegründet, seine Musik bewegt sich zwischen Jazz, Blues, Folk, Latin und Pop. Der klassisch ausgebildete Konzertgitarrist Johnny Weber besticht durch seine virtuose Technik und ein ausgeprägtes Gefühl für Melodien. Stephan Völpel, Autodidakt mit Wurzeln im Rock und Blues, sorgt derweil mit seinem speziellen Flatpicking-Stil für einen treibenden Groove und greift bei einigen Latin-Songs auch mal zum Percussion-Instrumentarium. Nicht zuletzt dank der unterschiedlichen musikalischen Backgrounds verschmelzen bei den beiden Vollblutmusikern Groove, Melodie und Improvisation zu einem eigenständigen, homogenen, wohlklingenden Sound.
Das Quintett Nils Thoma Constellation, kurz NTC, entstand im Jahr 2020 während der Corona-Zeit und lieferte die Musik zu Henrik Ibsens Theaterstück "Der Volksfeind". Bei allen Stücken der Band handelt es sich um Eigenkompositionen von Nils Thoma und seinen Kolleg:innen, bei denen sie die Integration sowohl der sogenannten E-Musik als auch des norwegisch-nordischen Folk in eine jazzige Stilistik vornehmen. Auch die Instrumentierung ist besonders: Auf der Bühne stehen ein Akkordeon spielender Pianist, ein das Flügelhorn bedienender Schlagzeuger und ein Blockflöten einsetzender Saxophonist plus Violoncello und Kontrabass. Die nie gehörten Klangkombinationen klingen trotzdem sehr vertraut, weil hier Jazz auf "klassische" Musik trifft.
Dass viele Köche den Brei verderben, wird von der Band T. Patina and the Funk Heritage eindeutig widerlegt. Das Septett rührt mit fünf Köchen kräftig in der Ursuppe der Jazz- und Funkgeschichte aus den letzten 50 Jahren. Bei der präzisen Rhythmusgruppe können sich Saxofon, Posaune und Gitarre dynamisch entfalten. Gewürzt wird das Ganze mit groovigen Gesangsparts von Sängerin Amaia Olea.
Tacheles plus bringt indes zusammen, was zusammengehört: Jazzpianist und Akkordeonist Benedikt Schweigstill hat mit Kontrabassistin Tanja Silcher eine nicht minder profilierte Musikpartnerin gefunden. Die Jazz-Kompositionen der beiden zeichnen sich durch weltmusikalische Einflüsse, Klezmer und Balkanmusik, aber auch große Spontanität aus – nicht nur in den Kompositionen, sondern auch durch überraschende Gastmusiker:innen.
Bei der Auswahl ihrer Stücke setzt sich die Band Tinnef nahezu keine Grenzen und hat viel Spaß daran, Altbekanntes und manchmal auch Unbekanntes in eigene, meist jazzige Arrangements zu packen – mal instrumental, mal leise, mal etwas verrückt, mal in einer anderen Sprache, mal mit Akkordeon, mal mehrstimmig. Auf der musikalischen Zeitreise begegnen den Zuhörer:innen Hits von Prince, Michael Jackson, Metallica, Pink Floyd, den Beatles oder Paul Simon, aber auch Oldies von Nancy Sinatra oder Doris Day auf ganz neue Weise. Nach eigener Aussage liebt es die Cover-Jazz-Formation, wenn das Publikum die Stücke erst beim zweiten Hinhören erkennt.
Vor zwei Jahren wurde das Bandkonzept Winelight ins Leben gerufen, denn Jazz und Wein passen nun mal sehr gut zusammen. Die Musiker:innen, die bereits langjährige musikalische Erfahrung in diversen Trierer Bands gesammelt haben, machen die Art von Musik, die zwar jeder kennt, aber eher seltener live zu hören ist. Ausgeschenkt wird deshalb eine musikalische Cuvée aus lebendigen, frischen, ausdrucksvollen und unterhaltsamen Songs, vornehmlich aus dem Bereich Jazz. Aber auch altbekannte Hits aus anderen Musikrichtungen mit persönlicher, jazziger Note gehören zum Repertoire.
Los geht der 25. Trierer Jazzgipfel um 19 Uhr, die Tickets gibt's für 20,- Euro (für Clubmitglieder und Schüler:innen sowie Studierende 15,- Euro) bei Ticket Regional. Wer das ganze Jahr über die Veranstaltungen des Jazz-Club Trier besuchen möchte, kann sich die Jahreskarte zulegen. Diese ist übertragbar und bietet darüber hinaus einige weitere Vorteile. Erhältlich sind die Jahreskarten auf der Website des Jazz-Clubs Trier.
Mehr Infos zum Musik-Event gibt's auf jazz-club-trier.de.