Stadtleben Kultur

Von Römern, Nachtwächtern und Hexen

Spannende Zeitreise bei den Kostümführungen der Stadt

Erstellt am 19.09.2023

Wer das historische Stadtleben Triers auf besondere Art und Weise entdecken möchte, ist bei den Kostümführungen bestens aufgehoben. Ob Bänkelsänger, Römer, Hexen oder Nachtwächter: Die Rundgänge durch die älteste Stadt Deutschlands sind individuell gestaltet und für alle Altersklassen geeignet.

Führung mit dem Bänkelsänger
Bei diesem liederlichen Stadtrundgang inklusive kleiner Weinverkostung kommt man in den Genuss der wechselvollen Stadtgeschichte aus dem Munde eines Barden. Der in Trier geborene Liedermacher Andreas Sittmann schlüpft in die Rolle von Andreas von Treberis, einem klassischen Bänkelsänger des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit Concertina/Gitarre ausgestattet, geht es von der Tourist-Information aus zwei Stunden durch das Trierer Milieu, um den Geschichten und Bänkelliedern sowie den Moritaten und Zeitungsliedern des Sängers zu lauschen. Auf dem Programm stehen musikalische Anekdoten zu den Heiligen Drei Königen, Karl Marx und Friedrich Spee sowie zum Petrusbrunnen, der Judengasse und dem Domstein. Außerdem wird das Geheimnis des Heiligen Rocks Jesu endlich gelüftet.

Rundgang mit dem Trierer Nachtwächter
Ausgestattet mit der sogenannten Hellebarde, einer mittelalterlichen Hieb- und Stoßwaffe, sowie Horn und Laterne, begleitet man den Trierer Nachtwächter auf seinem allabendlichen Rundgang durch die dunklen und teilweise verwinkelten Gassen der Stadt um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Aufgabe eines Nachtwächters war es, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er warnte die schlafenden Bürger vor Feuern, Feinden und Dieben und überwachte das Verschließen der Haustüren und Stadttore. Der Trierer Nachtwächter ersetzte sogar die preußische Polizei. Während der 1,5 Stunden dauernden, kurzweiligen Stadttour weiß der Nachtwächter so manche Insidergeschichte, historische Anekdote und lästerlichen Witz zu erzählen.

Dreij Trierer Mädercher
Eine 90-minütige Zeitreise durch die Jahrhunderte in Begleitung dreier berühmter Trierer Frauen in passenden Kostümen: Auf einem Rundgang vom Domstein zum Kornmarkt unterhalten sich Kaiserin Helena, Adelheid von Besselich sowie Jenny Marx, geborene von Westphalen, und erzählen über ihr Leben, ihre Familien, ihr Wirken, ihre Zeit und wie die Stadt Trier einmal ausgesehen hat. Kaiserin Helena war die Mutter Konstantins des Großen und lebte im vierten Jahrhundert. Viele Legenden ranken sich um sie und sie wird in Trier immer noch als Heilige verehrt. Die Hinterlassenschaften Adelheids von Besselich, die im 15./16. Jahrhundert gewirkt hat, sind indes noch überall sichtbar: Die Trierer Persönlichkeit tat viel Gutes in der Stadt, um für das Seelenheil ihres verstorbenen Mannes zu sorgen. Jenny von Westphalen, die Tochter eines preußischen Regierungsbeamten, ging als Ehefrau von Karl Marx in die Geschichte ein. Sie schildert die Höhen und Tiefen des 19. Jahrhunderts.

Togaführung
Hier wird das Leben im antiken Trier aus der Sicht eines echten Römers geschildert und den Zuhörern im authentischen Erzählstil einen Eindruck von der mächtigen Römerstadt Augusta Treverorum vermittelt. Während der zweistündigen Tour passieren die Teilnehmer bedeutende römische Monumente und erfahren mehr über deren Geschichte. Start ist an der Tourist-Information. Neben einer Innenbesichtigung der Porta Nigra, dem Wahrzeichen der Stadt und das ehemals größte Stadttor der antiken Welt, stattet man auch der Römischen Palastaula, dem Thronsaal Kaiser Konstantins des Großen und weiterer römischer Imperatoren des vierten Jahrhunderts, einen Besuch ab. Die Führung endet an den spätantiken Kaiserthermen mit ihren weitverzweigten, unterirdischen Bedienungsgängen und dem über 20 Meter hohem Mauerwerk. Zwischendurch gibt es immer wieder Hinweise auf die bedeutende römische Vergangenheit der Moselmetropole.

Der "Hexenwahn": Verflucht, verhext, verurteilt
Vor über 400 Jahren gab es zahlreiche Hungersnöte, Pestwellen und Kriege – auch die Region Trier blieb nicht davon verschont. Doch wer trug die Schuld für all diese schrecklichen, unerklärlichen Katastrophen? Da war man sich schnell einig: Es konnten nur Zauberer und Hexen sein, die mit dem Teufel höchstpersönlich im Bunde standen. Aufgrund der Hexenverfolgung galt besonders die hiesige Region als berühmt-berüchtigt. Die Kostümführung mit ernstem Hintergrund lädt ein zu einer spannenden Zeitreise in eine dunkle Ära voller Aberglauben und handelt von den Anfängen und Verdächtigungen, von Anklage, Verhör und Folter sowie der Hinrichtung. Sie wird für Gäste ab 16 Jahren empfohlen.

Aurelia auf der Baustelle
Trier im Jahr 364: Obwohl die vier Basiliken des Trierer Kirchenbezirks bereits in die Höhe ragen, ist der Vorgängerbau des heutigen Domes noch immer nicht fertig. Als die junge Christin Aurelia auf eine Gruppe Besucher:innen stößt, die die Baustelle bewundern, fängt sie an, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Es geht um barthassende Kaiser und bärenstarke Bischöfe, um lästige Graffiti und willkommenes Säulenrecycling, um Verfolgungen, Gastmähler und in Ungnade gefallene Schwiegertöchter. Besonderen Wert legt sie aber auf den Werdegang des Trierer Kirchenbaus – und die Probleme ihrer Zeit: Sind die Heiden wirklich so anders als die Christen? Wie stark sollten Staat und Kirche getrennt sein? Und zu wie viel Toleranz sind die Menschen fähig? Der theatralische Monolog in den Ausgrabungen unter der Dom-Information versetzt die Zuschauer:innen in eine dramatische Epoche zurück.

Alle Infos zu den Führungen findet man auf trier-info.de.

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