Kultur Stadtleben

Weit, weiter, HochwaldUltraTrail

Spenden-Traillauf über 65 Kilometer am 29. Mai 2021

Erstellt am 17.07.2020

Über wahnsinnige 65 Kilometer führt die Langdistanz des ersten Hochwaldultratrails, der über mehrere Wanderwege der Region führt. Lifestyle hat mit Organisator Stefan Petry über die Strecke, Tipps und die Idee, den Trailrun als Spendenlauf zu organisieren, gesprochen.

Während für viele schon der Marathon ein unerreichbares Ziel ist, kann es für einige nicht weit genug sein. Ultramarathon lautet die Disziplin, die alle Distanzen zusammenfasst, die über 42,195 Kilometer hinausgehen. Findet dieser Lauf auch noch im Gelände statt, spricht man von einem Ultratrail. Ein Sport, der nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fordert.

Für alle, die den inneren Schweinehund überwinden wollen, hat der Osburger Stefan Petry am 29. Mai 2021 ein besonderes Event geplant: den Hochwaldultratrail über 65 Kilometer. „Es war mir einfach wichtig, mal wieder einen Trailrun in unserer Region zu veranstalten. Der letzte war, glaube ich, der Trail der Römischen Weinstraße vor zwei Jahren. Da dachte ich: Nimm es einfach selber in die Hand“, erklärt Petry. Auch in den Gemeinden, durch die der Lauf führt, wird die Idee gut angenommen. Als Schirmherrin der Veranstaltung fungiert deshalb Stefanie Nickels, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Ruwer.

Alle Startgelder werden gespendet

Besonders freut es Stefan Petry jedoch, den Ultramarathon als Spendenveranstaltung nutzen zu können: „Ich kooperiere mit Wünschewagen und veranstalte den Hochwaldultratrail als reinen Spendenlauf. Anfangs war geplant, dass das, was von den Startgeldern nach Deckung der Kosten übrig bleibt, zu spenden. Da jetzt einige Sponsoren gefunden wurden, die die Kosten für Verpflegung und Ähnliches übernehmen, können mindestens die gesamten Startgelder gespendet werden.“ Wünschewagen ist ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes und erfüllt schwerkranken Menschen einen Herzenswunsch, indem Wünschewagen sie gemeinsam mit Familie und Freunden zu ihrem Lieblingsort fährt.

Die Strecke

Der Hochwaldultratrail führt in verschiedenen Distanzen (22, 39 und 65 Kilometer) über Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steiges. Auf dem Rundkurs, der zu 90 Prozent über Wald-, Wiesen-, Schotter- und Wanderwege führt, warten bei der Langdistanz rund 1800 Höhenmeter auf die Läufer. Gestartet wird für alle Distanzen auf dem Osburger Festplatz. Von dort führt der Weg Richtung Thomm auf die erste Traumschleife Schiefer-Wackenweg. Der Weg führt die Läufer weiter Richtung Herl und Farschweiler auf die zweite Traumschleife: den Römer-Keltenpfad. Nach einer Überquerung der L151 geht’s dann weiter auf den Bonerather Rundweg, auf den Morscheider Grenzpfad und anschließend um die Riveristalsperre zurück zum Osburger Festplatz, dem Ziel des ersten HoWUT.

Unterwegs warten mehrere Verpflegungsstationen auf die Trailrunner, um die verbrauchte Energie aufzutanken. Dennoch ist ein Rucksack bzw. Trinkgurt mit mindestens 1,01 Litern Flüssigkeit über alle Distanzen Pflicht. Auch ein Mobiltelefon muss für den Notfall dabei sein.

Ein Event für alle Läufer-Klassen

Unter den Läufern erwartet Petry aufgrund der Wegführung auch Ultratrail-Anfänger: „Da die Höhenmeter nicht so krass sind wie bei einem Traillauf in den Bergen, werden sicherlich auch Läufer dabei sein, die die 42 Kilometer noch nicht überschritten haben.“ Für solche Neulinge hat Petry einen Tipp parat: „Man muss mit dem Kopf laufen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Beine versagen und der Kopf einen weiter antreiben muss. Das bedeutet, mit Verstand zu laufen: Man kann nicht die ganze Strecke laufen, sondern sollte wissen, dass man Teilstrecken auch gehen oder wandern kann.“

Mit dieser Taktik sei auch die 65-Kilometer-Distanz „machbar“. Dafür haben die Läufer insgesamt 11,5 Stunden Zeit (8:30h bis 20:00h). Die kürzeren Distanzen seien mit etwas Training aber auch für Laufanfänger zu bewältigen. Aktuell ist die Zahl der Startplätze für den Hochwaldultratrail auf 100 Teilnehmer begrenzt. Die Startkosten betragen je nach Distanz 20,- Euro (22 km), 25,- Euro (39 km) oder 35,- Euro (65 km). Laut Petry ist die Teilnehmerbegrenzung dem großen Aufwand geschuldet: „Ich organisiere alles selbst, suche Sponsoren, plane den Lauf und sammle Genehmigungen. Ich wollte es da beim ersten Mal nicht übertreiben und habe mir deshalb dieses Limit gesetzt. Ich will alles im Griff haben, damit die Läufer Spaß haben.“ Erweiterungen des Teilnehmerfeldes schließt Petry zum aktuellen Zeitpunkt nicht aus.

Um den Einstieg ins Trailrunning zu erleichtern, veranstaltet Stefan Petry zudem regelmäßig Gruppenläufe. Gleichzeitig ist Petry Botschafter von Traildorado, der Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Trailrunning. So führt der nächste Gruppenlauf über Teilstrecken des kommenden HoWUT. Mit dabei ist dann auch Traildorado-Organisator Dr. Michele Ufer, der solche Extremläufe gerne mit den Worten „Laufen ist 90 Prozent Kopfsache, der Rest ist mental“ zusammenfasst.

Weitere Informationen zum ersten Hochwaldultratrail und Stefan Petry sowie die Anmeldung gibt's unter hochwaldtrailer.de. Infos zur kommenden Traildorado am 03. und 04. Oktober in Arnsberg findet ihr auf traildorado.com.

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