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1979: Revolution Black Friday

Lehrreich: ein Stück Geschichte, das wohl die meisten noch nicht kannten.

Das muss ich zugeben: So richtig wusste ich vor dem ersten Anspielen nicht, auf was ich mich bei „1979: Revolution Black Friday“ einlassen werde. Anhand der Screenshots konnte ich noch nicht einmal ausmachen, welches Genre mich erwarten würde.

Das Werk der iNK Stories und N-Fusion Interactive war für mich ein kleines Mysterium. Nach ein paar Stunden im Spiel kann ich nun endlich sagen: Ich weiß Bescheid und bin überrascht …

Geschichtsstunde auf andere Art

Zunächst mal eine allgemeine Frage: Wer von euch kennt sich mit der Geschichte des Irans aus? Hat irgendwer von euch auf dem Schirm gehabt, dass sich in Teheran Ende der 70er-Jahre eine Revolution abspielte: Das Volk wollte den regierenden König, den Shah, stürzen.

Wie das Ganze ausging, wird hier nicht verraten, weil es ein wichtiger Bestandteil des Spiels ist. Jedenfalls hatte ich davon nie was gehört: Zum einen war ich damals noch gar nicht geboren, zum anderen konzentriert sich mein mediales Interesses eher auf andere Regionen des Erdballs – was eigentlich schade ist, wie ich gemerkt habe.

Mitten in diesem Umschwung im Iran siedelt „1979: Revolution Black Friday“ seine Geschichte an – inspiriert von den realen Ereignissen. Ihr schlüpft in die Rolle von Reza, einem jungen, idealistischen Fotografen, der wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist.

Dort macht er dann Bekanntschaft mit dem Regime und einer Untergrundorganisation und gerät dabei immer tiefer in die Fänge beider Gruppen. Wie die Geschichte ausgeht, hängt allerdings ganz von euren Entscheidungen ab.

Auf den Spuren der Großen

Spielerisch gestaltet sich „1979: Revolution Black Friday“ in etwa wie ein Telltale-Abenteuer. Soll heißen: Die meiste Zeit hört ihr Dialogen zu, entscheidet euch dann für eine Antwort und zieht weiter. Doch die insgesamt 19 Kapitel der Geschichte führen noch weitere kleine Spielmechaniken ein, die etwas Abwechslung bieten.

So lauft ihr manchmal frei durch die Stadt, könnt euch dort mit Personen unterhalten oder wichtige Objekte fotografieren. All das gibt euch zusätzliche Hintergrundinformationen über die realen Ereignisse damals. Hin und wieder stoßt ihr auch auf Quick-Time-Events, bei denen ihr möglichst schnell eine Richtungstaste drücken müsst oder den passenden Knopf.

Ich persönlich kann ja auf solche Abschnitte verzichten, aber bei „1979: Revolution Black Friday“ fallen sie zum Glück nicht so sehr ins Gewicht. Rätselfreunde müssen sich derweil woanders umschauen: „1979: Revolution Black Friday“ ist mehr interaktiver Film als Adventure, falls das jemand gemeint hat. Hier steht eindeutig die Story im Mittelpunkt.

Angestaubt, aber zweckmäßig

Technisch passt sich das Spiel fast seinem Setting an: Die Grafik und das technische Grundgerüst sind doch ziemlich veraltet und sorgen immer wieder für unschöne Clipping-Fehler, wenn Passanten schnurstracks durch einen geparkten Wagen wandern als wäre dieser Luft.

Auch die Animationen halten sich vornehm zurück, was aber bei so einem kleinen Team völlig verständlich ist. Durch die Foto-Aufgaben und kurzen Zwischensequenzen fängt „1979: Revolution Black Friday“ jedoch prima den Charme dieser Zeit ein. Ich jedenfalls musste immer wieder mit Reza mitfiebern und wollte wissen, wie seine Geschichte endet.

Fazit

Es fällt mir etwas schwer „1979: Revolution Black Friday“ als „Spiel“ zu bezeichnen. Es ist vielmehr ein interaktives Lehrstück über eine Zeit und deren Ereignisse, über die ich rein gar nichts wusste. Diese Geschichte in ein Software-Produkt zu verwandeln halte ich für eine ehrenwerte Idee, die in diesem Falle auch prima gelungen ist.

Anstatt sich einer Doku zu widmen oder in Büchern nachzulesen, wirft euch iNK Stories und N-Fusion Interactive mitten rein ins Geschehen und lässt euch das Ganze aus den Augen eines jungen Fotografen betrachten – ein cleverer Schachzug, der ein vergessenes oder in diesen Breiten wenig beachtetes Ereignis wieder in den Fokus rückt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch, iOS, Android
Website: 1979revolutiongame.com