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9 Years of Shadows

Pixelzauber, Farbenpracht und klassisches Metroidvania-Feeling.

Mit „9 Years of Shadows“ liefert Halberd Studios ein echtes optisches Highlight unter den modernen Metroidvanias. Schon in den ersten Minuten kommen Fans von 16-Bit-Nostalgie ins Schwärmen: Die Welt strahlt in satten, handgefertigten Pixelgrafiken mit blitzsauberen Animationen. Das macht Lust auf mehr. Los geht's!

Zuckerwatte für die Augen

Inspiriert von 90er-Anime wie Evangelion, Ghibli-Filmen und Klassikern wie Castlevania glänzt Heldin Europa mit liebevollen Details und ausdrucksstarken Animationen. Doch nicht nur die Figuren überzeugen, auch die Hintergründe faszinieren: Farblich klug gesetzte Akzente, Ober- und Unterwasserwelten sowie vielfältige Biome machen das Durchstreifen von Talos Castle zu einer ästhetischen Zeitreise, bei der sich Nostalgie und modernes Spieldesign perfekt ergänzen.

Der Soundtrack steht der Grafik in nichts nach: Komponisten wie Michiru Yamane haben eine Atmosphäre geschaffen, die musikalisch zu den schönsten des Genres zählt – teils meditativ, teils dramatisch, immer auf den Punkt.

Klassisches Metroidvania mit Elementarwürze

Spielerisch bleibt „9 Years of Shadows“ angenehm klassisch und übersichtlich: Ihr erkundet einen großen, zusammenhängenden Dungeon, schaltet nach und nach neue Fertigkeiten frei, findet versteckte Wege und kombiniert eure Fähigkeiten für Erkundung wie Kampf. Soweit, so normal.

Das zentrale Gimmick: Elementarrüstungen für Wasser, Feuer, Erde und Blitz, die euch nach Megaman-/Demon’s Crest-Manier neue Fähigkeiten verschaffen und den Zugang zu speziellen Bereichen ermöglichen. Wasser-Rüstung? Plötzlich schwimmt ihr als Meerjungfrau durch Strömungen. Feuer-Rüstung? Ihr lauft unversehrt durch Lava. Das alles ändert das Spielgefühl ungemein.

Eure Rüstung, euer Stil

Das Elementarsystem sorgt für einen wunderbaren Flow beim Durchlaufen, leichtgängige Wechsel und schön ineinandergreifende Plattform- und Kampfpassagen. Besonders angenehm: Viele Hindernisse lassen sich auf verschiedene Arten umgehen, was zum Ausprobieren einlädt.

Hinzu kommt euer Buddy Apino – ein flauschiger Geist-Teddybär – mit dessen Projektilangriffen sich Gegner in die Schranken weisen lassen, solange eure Lichtleiste voll ist. Das Health-/Schildsystem zwingt zu regelmäßigem „Auftanken“ – am besten mit einer kurzen Umarmung des Teddys und einem Timing-Minispiel, das etwas Geschick fordert. Aber auch das ist echt süß animiert.

Anspruch, Abwechslung und ein Hauch Retro-Flair

Trotz einfacher Zugänglichkeit bietet „9 Years of Shadows“ durchaus fordernde Passagen. Besonders die Bosskämpfe bieten clever designte Angriffsphasen, originelle Muster (Stichwort: Schachgegner!) und verlangen gutes Timing.

Viele Fans stimmen da mit meiner Meinung überein und loben in ihren Kritiken genau diese Multi-Stage-Duelle als Fairnessbeispiel und spielerisches Highlight. Persönlich brauchte ich bei manchen Bossen mehrere Anläufe, um erfolgreich zu sein. Denn hier und da war ich von einer neuen Form überrascht.

Etwas mehr Rüstung, bitte!

Die Gegner im normalen Leveldesign sind meist schnell besiegt, was vor allem in Kämpfen mit Elementarvorteil zu spürbarer Leichtigkeit führt. Hier hätte dem Spiel an manchen Stellen etwas mehr Biss gutgetan, auch weil man ab der Hälfte mit genug Upgrades flott durchs Abenteuer gleitet. Veteranen nutzen das aber als willkommenen Anlass, verschiedene Anordnungen oder Speedrun-Routen auszuprobieren.

Auch erwähnenswert: Die Story-Themen rund um Selbstfindung, Heilung und die Kraft von Musik und Kunst werden authentisch und ruhig vermittelt – angenehm textarm, mit schönen Zwischensequenzen und positiver Diversity in der Figurenbesetzung. Kleinere Kritikpunkte wie vereinzelte Bugs, seltene technische Hänger oder etwas Backtracking können das positive Gesamtbild kaum trüben. Doch hier drücke ich gern ein Auge zu.

Fazit: Farbenfrohes Metroidvania mit Seele und Kunstherz

„9 Years of Shadows“ verbindet prachtvolle Pixelkunst, mitreißende Musik und gelungenes Progressionsdesign zu einem modernen Klassiker für Metroidvania-Fans und Retro-Liebhaber gleichermaßen. Die Elementar-Rüstungen, das flotte Gameplay und die stimmungsvolle Präsentation machen das Spiel zu einem der schönsten Genrevertreter der letzten Jahre. Wer Lust auf ein emotionales, aber klassisch aufgebautes Abenteuer mit einer Prise Innovation hat, sollte sich dieses Kunstwerk nicht entgehen lassen – auch wenn so manche Passage etwas leichter ausfällt als das Pixelkleid vermuten lässt. Ich kann dieses Metroidvania wärmstens weiterempfehlen.

Erhältlich für: Switch, Xbox, PS, PC 
Webseite: store.steampowered.com/app/1402120/9_Years_of_Shadows