Lust auf ein First-Person-Stealth-Horror-Spiel, das die beklemmende Atmosphäre der gleichnamigen Filmreihe in die Welt der Videospiele überträgt? Entwickelt von Stormind Games und veröffentlicht von Saber Interactive, versetzt uns das Spiel in eine post-apokalyptische Welt, die von blinden, aber extrem hörsensiblen Aliens beherrscht wird.
Mach keinen Mucks!
Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Alex, einer asthmatischen Studentin, die sich auf eine gefährliche Reise begibt. Das Kernkonzept des Spiels – absolute Stille zu bewahren – wird durch verschiedene Mechaniken umgesetzt. Ein Phonometer zeigt den Geräuschpegel an und zwingt zu strategischem Vorgehen.
Jede Aktion, vom Öffnen einer Tür bis zum Durchqueren verschiedener Oberflächen, muss mit äußerster Vorsicht ausgeführt werden. Allein das ist ziemlich spannend – zumindest zu Beginn eurer Reise.
Schöne Dystopie
Die Spielwelt ist detailliert gestaltet und vermittelt ein starkes Gefühl von Verfall und Einsamkeit. Verlassene Häuser, verwilderte Campingplätze und ruinierte Bahnhöfe bilden die Kulisse für Alex' Überlebenskampf. Das Sounddesign ist herausragend und trägt maßgeblich zur beklemmenden Atmosphäre bei. Jedes Geräusch, sei es das Knirschen von Kies oder das Quietschen einer Tür, kann tödliche Konsequenzen haben.
Die Geschichte von Alex ist emotional, auch wenn die Charakterentwicklung etwas oberflächlich daherkommt. Das Spiel versucht, eine Balance zwischen der Spannung des Überlebenskampfes und der emotionalen Reise der Protagonistin zu finden. Oftmals gelingt dies, aber nicht über die gesamte Dauer von 8 bis 10 Spielstunden hinweg.
Entschleunigter Überlebenskampf
Das Gameplay ist bewusst langsam und methodisch gestaltet, was bei einigen Spielern auf Begeisterung, bei anderen auf Frustration stößt. Die ständige Bedrohung durch die Aliens und die Notwendigkeit, jede Bewegung sorgfältig zu planen, erzeugen eine intensive Spannung. Allerdings kann das langsame Tempo und die Wiederholung ähnlicher Stealth-Sequenzen für manche Spieler ermüdend wirken.
Technisch zeigt das Spiel einige Schwächen. Bugs, Abstürze und Performance-Probleme sind scheinbar nicht nur bei mir aufgetreten. Einmal musste ich das Spiel neustarten, weil ich halb in einer Wand festhing. Zudem wirken einige Gameplay-Elemente inkonsistent, wie etwa die Geräuscherkennung der Aliens, die manchmal unlogisch erscheint.
Ruhe bis ins Wohnzimmer
Eine interessante Funktion ist die optionale Mikrofon-Integration, bei der reale Geräusche des Spielers die Aliens im Spiel anlocken können. Dies erhöht die Immersion erheblich, setzt aber eine ruhige Spielumgebung voraus. Wenn eure Kinder nebenan spielen, bedeutet das wohl euren sicheren Tod in der virtuellen Welt. Ansonsten eine sehr coole Idee.
Fazit
Insgesamt ist A Quiet Place: The Road Ahead ein ambitionierter Versuch, die Spannung der Filme in ein interaktives Medium zu übertragen. Es bietet intensive, nervenaufreibende Momente und eine emotionale Geschichte. Allerdings leidet es hier und da unter technischen Problemen und einem teilweise repetitiven Gameplay. Für Fans der Filmreihe und Liebhaber von Stealth-Horror-Spielen bietet es trotz kleiner Schwächen ein einzigartiges und spannendes Erlebnis. Spieler, die weniger Geduld für langsames, methodisches Gameplay haben, könnten jedoch frustriert sein. Mir persönlich hat dieses Grusel-Abenteuer gut gefallen, weil es mehr auf Survival als Action setzt.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/2233120/A_Quiet_Place_The_Road_Ahead