Wenn es um Adventures geht, bin ich immer ganz Ohr. Auch wenn die Hochzeit dafür vielleicht vorüber ist, kommen immer noch einige Perlen auf den Markt. So auch das Werk von Mojiken, das sich A Space for the Unbound nennt. In herrlicher Pixeloptik werden hier ganz harte Themen behandelt, die zu Tränen rühren. Also schauen wir mal rein.
Traum oder nicht?
Ihr übernehmt die Rolle von Atma, einem Jungen, der etwas durchs Leben schlendert. Ohne zu viel zu spoilern, verrate ich lediglich grob den Anfang der Geschichte, um euch eine Idee von der Story zu geben. Nach einem Unfall findet sich Atma plötzlich in der Schule wieder. Dort erklärt ihm seine Sitznachbarin Raya, dass sie seine Freundin ist. Träumt Atma nur oder was ist hier los? Das solltet ihr nun in den kommenden acht bis neun Stunden herausfinden.
Die Geschichte hat dabei spannende Wendungen zu bieten, die ihr wohl meist nicht kommen seht. Das habe ich definitiv an A Space for the Unbound geliebt. Nur mit der Länge der Spielzeit war ich nicht immer glücklich. Mojiken hätte hier ruhig zwei bis drei Stunden abknipsen können. Gerade zum Ende hin fühlt sich das Spiel etwas in die Länge gezogen an. Das mal zu meiner persönlichen Kritik.
Echter Hingucker
Dafür ist die pixelige Retro-Grafik von allen kritischen Stimmen losgelöst. Dieser Stil ist so zeitlos wie wunderschön. Immer wieder schafft es A Space for the Unbound mir ein Lächeln oder ein Tränchen aufs Gesicht zu zaubern. Von irrwitzig bis herzzerreißend werden hier viele Themen und Situationen in einen Topf geworfen und nehmen euch auf eine emotionale Achterbahn der Gefühle mit. Themen wie Depressionen oder Missbrauch solltet ihr aushalten können. Alles wird mit der nötigen Ernsthaftigkeit präsentiert. Klasse gelöst.
Wenn wir aber zu den lockeren Themen kommen, lande ich bei den Dialogen: Diese sind oft sehr gut geschrieben und halten immer etwas zum Lachen bereit. Fast jeder Charakter in dieser Welt hat was zu sagen und das kann manchmal sehr tiefgründig sein. Hier und da haben sich ein paar Übersetzungs- oder Tippfehler eingeschlichen, was nicht so wild ist. Der japanische Humor äu-ßert sich auch darin, dass ihr es mit unglaublich vielen Katzen zu tun bekommen werdet. Und diese dürft ihr nicht nur streicheln, sondern sogar benennen. Schon etwas verrückt.
Solide Kost
Spielerisch habt ihr es bei A Space for the Unbound mit einem gewöhnlichen Adventure zu tun, das das Rad nicht neu erfindet. Ihr lauft durch die Gegend, sammelt Gegenstände ein, redet mit Leuten und löst kleinere Rätsel. Diese sind auf einem recht angenehmen Niveau, wobei manche Rätsel schon schwieriger sein dürften. Die musikalische Untermalung passt sich aber über die gesamte Zeit den gezeigten Szenen an.
Fazit
A Space for the Unbound ist eine pixelige Indie-Perle, die ich jedem Fan von Adventures wärms-tens empfehlen kann, sofern ihr auf den Art-Style steht. Auch wenn die Spielzeit etwas zu lang geworden ist, lohnt sich die Reise mit Atma durch dieses emotionale Abenteuer. Es kommt dabei allerdings auf euch an, wie sehr ihr euch von dem Gezeigten berühren lasst. Mein Tipp: Eine Tempobox in Griffweite wäre nicht schlecht – schnief. Viel Spaß auf eurem Weg zur Wahrheit.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: mojiken.itch.io/a-space