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A Way Out

Singles unerwünscht: Das hier ist nur was für echte Paare.

Wenn das mal kein frischer Ansatz ist: Die Hazelight Studios, deren Kernteam unter anderen Namen bereits für das zauberhafte Werk „Brothers – A Tale of Two Sons“ verantwortlich war, liefert hier ein astreines Koop-Spielchen ab. Und mit Koop meine ich, dass ihr „A Way Out“ keinesfalls alleine spielen könnt. Eine Einzelspielerkampagne gibt es nicht. Entweder ihr habt einen Kumpel neben euch sitzen, seid mit ihm online verbunden oder vertraut auf einen Wildfremden (ebenfalls online – alles andere wäre ja gruselig).

Zwei Knackis, ein Ziel

„A Way Out“ zeichnet die Geschichte von Vincent und Leo nach: Die beiden Draufgänger sitzen hinter schwedischen Gardinen, wollen aber ausbrechen, weil sie jeweils eine Rechnung mit jemandem zu begleichen haben. Zu Beginn des Abenteuers könnt ihr wählen, wen ihr steuern wollt. Euer Partner muss sich dann natürlich den Gegenpart aussuchen. Gespielt wird dauerhaft im Splittscreen-Modus: Links seht ihr Vincent und die rechte Hälfte ist für Leo reserviert. Das wirklich Interessante: Das komplette Spiel läuft so ab, dass die Handlung von beiden Akteuren parallel erzählt wird, auch wenn sie sich nicht gerade in der Nähe des anderen befinden. Es ist ein spannender Ansatz, der hervorragend funktioniert.

Rauer Rätselalltag

Hauptsächlich seid ihr in dem Action-Adventure damit beschäftigt, dem anderen irgendwie zu helfen: dies geschieht entweder dadurch, dass einer die Wachen ablenkt, während der andere vorbeischleicht oder ihr gemeinsam Gegenstände aus verbotenen Zonen schmuggelt oder der eine Ausschau hält, während der andere etwas „arbeitet“. Mal kommt es auf Geschick an (beispielsweise beim Hochklettern im Schacht), mal auf Schnelligkeit (kleine Quicktime-Events) oder ein anderes Mal auf Heimlichtuerei und eine gute Übersicht. Die Entwickler haben jedenfalls jede Menge Abwechslung in das Gameplay eingebaut. Zusätzlich entfaltet die Story, die im Gefängnisalltag spielt, eine sehr dichte Atmosphäre: Bei den Gesprächen, die zwischen Vincent und Leo stattfinden, finden Spieler immer weitere Details über deren Hintergrundgeschichte und Motive heraus.

Der kleine Bruder von Prison Break

Die Spielzeit beläuft sich auf etwa sechs bis acht Stunden – abhängig von euren Fähigkeiten oder denen eures Partners. Nach dem Abspann habt ihr alles gesehen, was die Story zu bieten hat. Ein neuer Durchgang gestaltet sich insofern spannend, als dass ihr in die Rolle der bisher nicht gespielten Figur schlüpfen könnt. Erwartet jedoch kein anderes Ende, wie es die Telltale-Games öfters zu bieten haben. Ebenfalls gibt es keine schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen, die irgendeinen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hätten. „A Way Out“ hält an seinem linearen Kurs fest. Optisch fängt das Spiel sehr schön die bedrückende Atmosphäre hinter Gittern ein: Es wird gedroht, schmutzig und geprügelt – daher auch der Verweis der USK auf 18 Jahre. Allerdings muss ich zugeben, dass ich da schon weitaus heftigere Titel gesehen habe, die mit einer USK 16 davongekommen sind. Aber auch außerhalb der Gefängnismauern kann sich „A Way Out“ sehen lassen, wenn eher bunte Farben das Bild dominieren.

Fazit

Persönlich sehe ich das Experiment der Hazelight Studios als gelungen an: Mit „A Way Out“ reiht sich eine weitere Spielperle zu den EA-Originals, zu denen bereits „Unravel“ und „Fe“ angehören. Publisher EA hat da eine ganz besondere Nische eröffnet, die es jungen Entwicklerteams ermöglicht, ihre Visionen zu verwirklichen. „A Way Out“ ist eine dieser Visionen, die ich sehr genossen habe. Ob ich das Spiel allerdings mit einem fremden Online spielen würde, sei dahingestellt. Im lokalen Modus hatte ich aber so endlich mal eine passende Ausrede meine Kumpels einzuladen. Die netten Rätsel, sowie die dichte Atmosphäre kann ich demnach jedem weiterempfehlen, der nicht gerne allein zockt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: ea.com/de-de/games/a-way-out