Mit Abathor schicken Pow Pixel Games und JanduSoft ein 2D-Action-Plattformer-Abenteuer ins Rennen, das sich mit Leib und Seele den goldenen Zeiten der Arcade-Automaten verschreibt. Inspiriert von Klassikern wie Golden Axe, Rastan oder Castlevania IV entführt das Spiel bis zu vier Spieler gleichzeitig ins sagenumwobene Atlantis – und liefert dabei eine nostalgische, aber auch knallharte Hommage an die 80er und 90er Jahre.
Atlantis in Not: Story und Atmosphäre
Die Handlung ist schnell erzählt, aber stimmungsvoll inszeniert: Atlantis, einst mächtigste Zivilisation der Welt, wird von Dämonenhorden bedroht, nachdem die Götter erzürnt wurden. Inmitten von Chaos und Untergang schlüpfen bis zu vier Helden in die Rolle der letzten Verteidiger, um die Tore von Abathor zu schließen und die Stadt zu retten. Die Geschichte bedient sich dabei antiker Mythen und sorgt mit düsteren Pixelkulissen, abwechslungsreichen Stages und einem wuchtigen Chiptune-Soundtrack für echtes Retro-Feeling.
Beat ’em Up trifft Plattform-Action
Spielerisch ist Abathor eine Liebeserklärung an klassische Arcade-Beat-’em-Ups: Du kämpfst dich Seite an Seite – oder auch allein – durch über 50 Level voller Gegner, Fallen, Bosskämpfe und versteckter Schätze. Vier verschiedene Charaktere mit eigenen Stärken stehen zur Auswahl, wobei jeder Spieler auch denselben Helden wählen kann – praktisch, um im Multiplayer bei Laune zu bleiben. Die Steuerung ist bewusst simpel gehalten: Springen, Zuschlagen, Ausweichen und Spezialattacken gehen flott von der Hand, auch wenn das Auslösen von Sekundärwaffen manchmal versehentlich passiert und wertvolle Ressourcen verschwendet werden können.
Das Spielgefühl ist dabei angenehm direkt, die Lernkurve steil, aber motivierend. Besonders im Couch-Koop oder Online-Modus kommt echtes Arcade-Feeling auf, wenn ihr euch gemeinsam durch Horden von Monstern, Untoten und mythischen Bossen kämpft. Die pixelige Grafik und der optionale CRT-Filter lassen Erinnerungen an alte Röhrenfernseher wach werden, während der Soundtrack mit über 40 Tracks für Abwechslung sorgt.
Oldschool mit Ecken und Kanten
Abathor ist gnadenlos retro – und das merkt man vor allem an seinem Schwierigkeitsgrad und dem Progressionssystem. Es gibt keine Speicherfunktion: Wer das Spiel beendet, muss beim nächsten Mal wieder von vorn anfangen. Das kann frustrieren, besonders bei längeren Sessions oder wenn man nur wenig Zeit hat. Ein Passwort- oder Checkpointsystem hätte hier für mehr Komfort gesorgt, ohne den Arcade-Charme zu zerstören. Immerhin gibt es drei Schwierigkeitsgrade und versteckte Credits, die das Durchhalten etwas erleichtern.
Die Gegner- und Bossvielfalt ist hoch, die Level abwechslungsreich und die Kämpfe fordernd, aber meist fair. Nur gelegentlich sorgen ungenaue Trefferzonen für Frust, vor allem bei den größeren Bossen. Wer sich jedoch auf die Herausforderung einlässt, erlebt ein motivierendes Auf und Ab, das besonders im Koop-Modus für viele spaßige Abende sorgt.
Pixelkunst und Nostalgie
Grafisch überzeugt Abathor mit detailverliebter Pixelkunst, atmosphärischen Hintergründen und flüssigen Animationen. Die Ideen, die in manche Levels eingeflossen sind, ließen mich immer wieder staunen. Wirklich toll. Die Musik ist ebenfalls sehr gelungen und erinnert an die besten Zeiten der Arcade-Ära.
Fazit: Für wen lohnt sich Abathor?
Abathor ist ein Fest für alle, die mit Arcade-Beat-’em-Ups und 16-Bit-Action groß geworden sind oder diese Ära nachholen wollen. Es punktet mit herausforderndem Gameplay, tollem Koop-Modus, starker Retro-Atmosphäre und viel Liebe zum Detail. Wer allerdings Komfortfunktionen wie Speichern, Checkpoints oder modernes Balancing erwartet, könnte sich an den bewusst altmodischen Designentscheidungen stören. Für Fans von Golden Axe, Streets of Rage oder Castlevania ist Abathor aber eine klare Empfehlung – besonders, wenn ihr Lust auf ein gemeinsames, forderndes Abenteuer habt, das euch zurück in die Spielhallen der 80er und 90er Jahre katapultiert.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Webseite: jandusoft.com/abathor