Was für ein super Timing: Kurz vor dem eigentlichen Test hatte ich auf der gamescom die Gelegenheit, mit einem der Entwickler von Achilles: Survivor zu sprechen – und dabei sind mir Team und Stimmung sehr offen und sympathisch begegnet. Deshalb habe ich mich auf den Test noch mehr gefreut.
Das kleine Studio von Dark Point Games schickt sich an, mit viel Herzblut einen Titel zu liefern, der genau zwischen Entspannung nach dem Feierabend und fordernder Roguelite-Action balanciert. Diese Begeisterung merkt man dem Spiel an: Achilles: Survivor strahlt vom ersten Moment die Liebe zum eigenen Projekt aus und ist als Solo- wie als Wohlfühlspiel gedacht – perfekt, um nach einem stressigen Arbeitstag abzuschalten.
Mythen, Monster, Mausoleum
Achilles: Survivor nimmt euch mit in ein Szenario, das irgendwo zwischen antiker Heldensaga und knalligem Bullet-Hell-Game oszilliert. Ihr übernehmt zunächst die Rolle des legendären Achilles und kämpft euch in bester „Survivors“-Manier gegen immer größere Horden mythischer Monster, die euch Welle für Welle auf den Peloponnes schicken. Wenn ihr 20 Minuten durchhaltet, gilt der Level als gemeistert.
Das Grundprinzip bleibt dem Genre treu: Ihr steuert mit dem Controller durch relativ weitläufige Arenen, weicht Gegnern und Angriffen aus, sammelt XP-Kugeln ein und wählt beim Levelaufstieg neue Upgrades – mehr Reichweite, Kettenattacken, Flächenschaden und vieles mehr. Ich muss zugeben, dass ich die Mechaniken dieses Auto-Battlers, wie manche solche Spiele nennen, schon gefallen.
Kein Run ist vergebens
Wer stirbt, nimmt trotzdem Fortschritt mit – dank permanentem Upgrade-System am Camp oder neuen Charakteren, die völlig unterschiedliche Spielweisen erlauben. Neben Achilles gibt es zu Beginn auch eine Art Shaolin mit Kampfstab. Später schaltet ihr weitere Charaktere frei, was für Motivation sorgt.
Das Besondere an Achilles: Survivor ist der liebevolle Twist aus Horden-Action und dem Bau eigener Verteidigungsanlagen. Während ihr euch durch Massen von Gegnern schlagt, platziert ihr unterwegs mit eingesammelten Ressourcen Flammentürme, Stachelbarrieren oder Heilungsquellen auf dafür vorgesehenen Plätzen, um bessere Killzonen zu errichten oder tödliche Choke Points aufzubauen.
Die Balance aus Bewegung, Stellungsspiel und Bau erlaubt sogar taktischen Tiefgang und sorgt für abwechslungsreiche Runs – auch, weil ihr mit jedem Tod etwas Neues fürs nächste Mal freispielt. Obwohl ihr nicht sonderlich viel machen müsst, motiviert das Konzept ungemein.
Optik, Sound und Langzeitmotivation
Optisch punktet Achilles: Survivor mit angenehm stimmungsvoller, eher klassischer Top-Down-Grafik, die antikes Flair mit modernen Lichteffekten mischt. Aufwendige Animationen, hübsche Effekte und gut erkennbare Spielfiguren sorgen für die richtige Atmosphäre, auch wenn die akustische Untermalung recht zurückhaltend bleibt.
Besonders gelungen sind die vielen unterschiedlichen Monster, die von kleinen Spinnen bis hin zu riesigen Zyklopen oder Skorpionen reichen. Aber Spaß machen auch die Arenen – von Vulkanregionen bis Bergfestungen –, die abwechslungsreiche Gegnerwellen und wechselnde Hindernisse bieten.
Ständiger Fortschritt
Motivierend ist vor allem das ständige Gefühl des Vorankommens: Jeder Durchlauf bringt neue Fähigkeiten, weitere Bau-Extras, zusätzliche Charaktere oder gar versteckte Herausforderungen mit sich. Sogar, wenn ihr mal nach fünf Minuten geplättet werdet, bekommt euer Charakter Erfahrungspunkte oder schaltet was Neues frei.
All das macht Achilles: Survivor zu einem der entspannteren Vertreter des Genres, ohne dass der Spielfluss ins Stocken kommt – wie gesagt: perfekt, um nach Feierabend einfach mal abschalten zu können.
Fazit: Wohlfühl-Bullet-Hell, die sympathisch bleibt
Achilles: Survivor überzeugt mit seiner Mischung aus Action, strategischem Basenbau und charmant-motivierenden Progressionselementen. Das Entwicklerteam beweist nicht nur großen Mythologie-Enthusiasmus, sondern schafft es auch, das Genre angenehm zu entschleunigen: Statt stressiger Twin-Stick-Action oder knallhartem Micro-Management bekommt ihr hier ein Spiel, mit dem ihr wunderbar abschalten und euch Run für Run stärker fühlen könnt – ein echter Favorit für entspannte Abende und eine Empfehlung für Fans von Roguelikes und antiker Heldenromantik.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Webseite: darkpointgames.com/games/achillessurvivor