So niedlich! Ihr bekommt mit Adorable Adventures nicht bloß ein klassisches Cozy-Spiel, sondern eher eine kleine Naturgeschichte, die euch leise an die Hand nimmt und dann ziemlich geschickt mit eurer Neugier spielt. Ihr begleitet hier Boris, einen jungen Frischling, der nach einem Waldbrand seine Mutter und seine Geschwister wiederfinden will. Mehr Rahmengeschichte braucht dieses schöne Spielchen nicht.
Ein Frischling auf Spurensuche
Die Stärke von Adorable Adventures liegt sofort in seiner Perspektive. Boris ist kein Held im üblichen Sinn, sondern einfach ein junges Tier, das die Welt über Gerüche, Geräusche und kleine Ablenkungen entdeckt. Das macht die Reise ungewöhnlich warmherzig, weil das Spiel nicht so tut, als müsste hier die Welt gerettet werden; es geht lediglich darum, sich wieder zusammenzufinden.
Ich mag sehr, dass die Story dabei nicht künstlich dramatisiert wird. Der Waldbrand bleibt wichtig, aber das Spiel macht daraus keine Katastrophenoper, sondern eine ruhige, fast vorsichtige Heimkehr. Genau das gibt ihm Charakter.
Nasenarbeit statt Hektik
Spielerisch dreht sich fast alles um das Folgen von Duftspuren. Boris kann verschiedene Gerüche wahrnehmen, gewichten und später auch gezielt ausblenden, damit ihr euch auf das Wesentliche konzentrieren könnt. Das klingt simpel, ist aber ein schöner Mechanismus, weil er Exploration nicht nur als Laufen von A nach B versteht, sondern als bewusstes Wahrnehmen der Umgebung.
Dazu kommt, dass ihr nach und nach eure Geschwister findet und dadurch neue Bereiche freischaltet. Das ist nett, weil die Familie nicht nur Story, sondern auch Gameplay-Fortschritt ist. Manche Geschwister helfen euch sogar direkt weiter, etwa wenn ihr Hindernisse gemeinsam überwinden müsst.
Schön, aber auch ziemlich brav
Optisch ist Adorable Adventures richtig hübsch. Es macht Spaß mit Boris diese Welt zu erkunden: Die Wälder, Wiesen und Höhlen wirken weich, freundlich und sorgfältig gebaut, ohne ins Kitschige abzurutschen. Das passt zum Ton des Spiels, das insgesamt sehr entspannt und einladend bleibt.
Mein Mini-Highlight: Wenn ihr mit Boris anfangt zu rennen, passt sich die Musik mit einer kleinen Trommeleinlage an. Das ist wirklich charmant gelöst.
Wenn ich was bemängeln müsste, dann, dass die Idee irgendwann etwas zu brav wird und sich die zentrale Duftsuche auf Dauer etwas abnutzt. Auch die kurze Spielzeit könnte manche als Kritikpunkt verstehen, wobei das je nach Blickwinkel entweder Nachteil oder passend kompakte Form sein kann. Ich würde sagen: Das Spiel weiß sehr genau, was es ist, aber es wiederholt seine Stärke auch ziemlich konsequent.
Fazit
Adorable Adventures ist ein liebevoller, ruhiger und ungewöhnlich sinnvoll gebauter Cozy-Titel, der seine kleine Geschichte mit viel Herz erzählt. Ich finde vor allem stark, wie sehr das Spiel seine Mechanik aus Boris’ Natur heraus entwickelt: riechen, folgen, entdecken, wiederfinden.
Es ist kein großes, lautes Abenteuer, und es will es auch gar nicht sein. Aber genau darin liegt für mich sein Reiz: Adorable Adventures ist ein warmes, feinfühliges Spiel über Familie, Natur und Orientierung. Damit ist es deutlich mehr als nur ein niedlicher Titel mit einem putzigen Frischling.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: pqube.co.uk/games/adorable-adventures