Als ich „Aggelos“ zum ersten Mal sah, dachte ich: „Och wie nett, schon wieder so ein kleines Retro-Spielchen für Zwischendurch.“ Doch das Werk von Storybird Games hat mich eines Besseren belehrt. Denn obwohl das Spiel nichts wirklich neu erfindet, bastelt es sich aus verschiedenen Elementen geschickt ein packendes und unterhaltsames Spielerlebnis zusammen, bei dem lediglich die Grafik aus dem letzten Jahrhundert stammt.
Ganz wie früher
Optisch lehnt sich „Aggelos“ eindeutig an die Zeit des SNES an. Als blonder Recke landet ihr in einem kleinen Fantasy-Land, in dem sich das Böse ausgebreitet hat. Mit anfänglich nur einem Schwert bewaffnet kämpft ihr euch durch die typischen Abschnitte eines 2D-Sidescrollers. Meine erste Überraschung bestand darin, dass unser Held mit jedem getöteten Feind Erfahrungspunkte sammelt und kontinuierlich auflevelt – fühlt sich echt gut an.
Den zweiten Aha-Moment hatte ich nach rund einer Stunde im Spiel: Dann nämlich wurde mir klar, wie einfach, aber doch gleichzeitig komplex „Aggelos“ eigentlich gestaltet ist. Jede Spielmechanik wurde hier clever eingebunden und fühlt sich aus heutiger Sicht frisch an. Beispielsweise fügt „Aggelos“ behutsam neue Fähigkeiten ein, die euch neue Wege eröffnen – was ja das Genre des Metroidvania auszeichnet.
Bekommt ihr aber beispielsweise neue magische Fähigkeiten, so müsst ihr nicht sonderlich sparsam damit sein, wie in anderen Spielen. Denn euere Ladungen, eine Art Magiebalken, füllt sich auf, wenn ihr Feinde erlegt. Vor einem Boss-Kampf könnt ihr durch diese Mechanik also schön euren Vorrat auffüllen, bevor es losgeht.
Wie ein Uhrwerk
Aber auch das Level Backtracking hat sie nie nach nerviger Zusatzarbeit angefühlt: Gerne bin ich mit meinen neu erlernten Fähigkeiten in alte Areale zurückgekehrt, um dort geheime Schatztruhen zu plündern. Das liegt aber auch größtenteils daran, dass „Aggelos“ auf lange Laufwege verzichtet. Alles geht hier geschickt Hand in Hand – mir gefällt’s.
Vom Schwierigkeitsgrad her macht „Aggelos“ ebenfalls alles richtig. Je nachdem, ob ihr euch für den normalen oder harten Modus entscheidet, werdet ihr nie das Gefühl haben, dass es zu schwer oder zu leicht ist. Ja, an manchen Stellen wird es knackig und fordernd. Aber durch gut platzierte Speicherpunkte kommt selten Frust auf, wenn ihr mal wieder das Zeitliche segnet.
Fazit
„Aggelos“ hat mich regelrecht mit seiner cleveren Spielmechanik überrascht. Dass es sich um ein so gutes Metroidvania handelt, das zwar klassisch aussieht, aber dennoch modern spielt, hätte ich nicht gedacht. Daher landet „Aggelos“ auch auf meiner persönlichen Liste für Software-Perlen. Jedem Fan des Genres kann ich den Ausflug in die Welt von „Aggelos“ nur empfehlen.
Erhältlich für: PC, Xbox One, PS4, Switch
Website: storybird.fr