Unterhaltung Games

Air Twister

Action am laufenden Band – mit zu schnellem Loop.

Unglücklich. So könnte mein Test zu Air Twister bereits enden. Denn viele der Spielmechaniken und Ideen wurden hier etwas unglücklich umgesetzt. Und dabei kommt das Spiel von einer Legende in der Spielszene: Yu Suzuki. Kennt ihr nicht? Können wir ändern.

Einer der ganz Großen

Yu Suzuki mag dem ein oder der anderen vielleicht schon was sagen. Wenn ihr jedoch die Liste der von ihm emtwickelten Spiele seht, klingelt vielleicht was: Space Harrier, Daytona USA und Shenmue. Der Japaner hat sich nie um allgemeine Konventionen gekümmert und immer seine eigenen Ideen ungesetzt. Das spürt man in fast jedem Spiel von ihm und geben den Titeln damit diesen ganz eigenen Charme. Nun bringt er also Air Twister auf den Markt.

Zum ersten Mal hatte ich auf der gamescom Kontakt mit Air Twister. Ein Mitarbeiter von ININ Games präsentierte mir und meinen beiden Kollegen das Spiel voller Freude. Dabei sah das Gezeigte recht farbenfroh und hübsch aus, aber auch äußerst hektisch. Ich musste direkt an Panzer Dragoon denken, wobei der Drache durch eine fliegende Fee ersetzt wurde. Die Präsentation war nach fünf Minuten vorüber. Damals wusste ich noch nicht, dass ich in diesen fünf Minuten tatsächlich das gesamte Spiel gesehen hatte – zumindest den Spielablauf der insgesamt zwölf Level.

Und täglich schießt die Krawall-Fee

Denn Air Twister ist ein Railway-Shooter, bei dem ihr Feinde abschießt, die ins Bild fliegen. Am Ende jedes Levels wartet dann ein dickerer Boss. Es macht anfangs Spaß, doch sehr schnell tauchen bei mir Ermüdungserscheinungen auf. Den ersten kompletten Durchgang ertrage ich noch ganz gut. Als mir dann schlagartig bewusst wird, dass ich dieselben zwölf Level immer und immer wieder spielen soll, vergeht die Lust langsam.

Denn jeder Level läuft exakt gleich ab. Da bringt auch neue Ausrüstung oder freischaltbare Waffen nichts. Am Ende ändert das nämlich kaum was. Nur weil ich Gegner jetzt schneller wegpuste, macht es doch nicht mehr Spaß, oder? Seht ihr das anders? Ich war leider schnell gelangweilt. Das zusätzliche Mini-Spielchen, das ihr freischalten könnt, hilft da wenig: In der kleinen Herausforderung sollt ihr herabfallende Würfel mach der Augengröße abschießen. Ganz lustig – für fünf Minuten etwa.

Namen sind Schall und Rauch

Ein weiteres unglückliches Detail ist der Name der fliegenden Prinzessin, die wir spielen: Warum musste man sie Arch nennen? Während der Levels ist es nämlich fast immer ihr Allerwertester, den man ins Gesicht gedrückt bekommt. Aber wie gesagt: nur ein kleines, amüsantes Detail.

Über eine Story braucht ihr euch in Air Twister keine Sorgen zu machen. Ebenfalls braucht ihr keine Herausforderung erwarten, wenn ihr auf den ersten vier von insgesamt sieben Schweirigkeitsgraden spielt. Alles plätschert so vor sich hin, dass es fast schon belanglos wirkt.

Die größte Stärke von Air Twister liegt eher auf der optischen Darstellung, die wirklich immer wieder schöne Szenen auf den Bildschirm zaubert. Der auf der gamescom gezeigte Märchen-Abschnitt mit gigantischen Pilzen und Blumen ist vielleicht einer der schönsten Level im Spiel. Hinzu kommt ein klasse Soundtrack, der im Ohr bleibt. Das bekommt Air Twister sehr gut hin.

Fazit

Insgesamt konnte mich Air Twister nicht ganz überzeugen. Der Hype der Präsentation auf der gamescom war nach zwei Minuten dahin. Spielerisch passiert hier einfach zu wenig, als dass es über einen längeren Zeitraum unterhalten könnte. Technisch steht Air Twister zwar auf soliden Beinen, aber der Inhalt ist dünner als der Kaffee meines letzten Krankenhausbesuchs. Persönlich hätte ich von Yu Suzuki mehr erwartet. Aber auch Genies wie er brauchen mal einen Fehltritt, um Großes zu erschaffen. Vielleicht gelingt das ja beim nächsten Mal.

Erhältlich für: Xbox, PC, PS, Switch
Website: iningames.com/games/air-twister