Was bleibt von einem JRPG, wenn es sich ganz bewusst auf Vertrautheit verlässt? Bei Akuma Rise ist die Antwort ziemlich klar: viel klassisches RPG-Gefühl, ein auffällig ordentliches Kampfsystem und genug Eigenheiten, um aus der Routine noch einen angenehmen Ausflug zu machen.
Ein vertrauter Aufbruch
Die Prämisse klingt erst einmal schön altmodisch: Kaine, ein Dämon mit Amnesie, erwacht in der Welt Adribune, während rivalisierende Mächte im Schattenreich gegeneinander antreten. Dazu gesellen sich drei Dämonenprinzessinnen und eine seltsam charmante Begleitfigur, was der Geschichte zumindest auf dem Papier einen leicht verspielten Ton gibt. Die Story ist durchaus ordentlich und überraschend engagiert für einen KEMCO-Titel.
Akuma Rise will nicht mit einer gigantischen Welterfindung protzen, sondern mit sauberer Genre-Handwerkskunst punkten. Und genau das macht es interessant, weil es sich wie ein sorgfältig geschliffenes JRPG anfühlt.
Kämpfen mit System
Spielerisch setzt Akuma Rise auf rundenbasierte, seitlich präsentierte Kämpfe mit einem Fokus auf Timing, Strategie und Ressourcenmanagement. Besonders ist dabei das Orb-System, über das Fähigkeiten freigeschaltet und Figuren ausgebaut werden. Dazu kommen spezielle POW-Skills, die im richtigen Moment den Ausschlag geben können.
Das wirkt angenehm klassisch, aber nicht völlig eindimensional. Gerade das Orbsystem sorgt dafür, dass man nicht nur stumpf aufwertet, sondern ein bisschen experimentiert und die eigene Gruppe anpasst. Zudem ist hier auch das Balancing ordentlich gelungen und die Kämpfe motivieren durchweg.
Zwischen Stärke und Routine
So schön das Fundament ist, ganz ohne Wiederholung kommt auch Akuma Rise nicht aus: Ähnliche Dungeons, eine klassische Struktur und den typischen KEMCO-Rhythmus, der irgendwann stärker auf Verlässlichkeit als auf Überraschung setzt. Das ist nicht automatisch schlecht, aber eben der Preis dafür, wenn ein Spiel sehr bewusst in vertrauten Bahnen bleibt.
Damit ist das Spiel solide, sympathisch, gepflegt, aber nicht revolutionär. Es hat genug innere Struktur, um nicht nur aus Nostalgie zu funktionieren, und genug Komfortfunktionen, um auch heutige JRPG-Spieler nicht auszubremsen. Gleichzeitig ist klar, dass Akuma Rise eher die sichere als die überraschende Variante des Genres sein will.
Fazit
Akuma Rise ist ein angenehm traditionelles JRPG, das seine Stärken vor allem in Kampfsystem, Progression und seinem charmant altmodischen Ton findet. Die Geschichte ist ordentlich, die Mechanik trägt, und das Orb-System gibt dem Ganzen genug Identität, um nicht komplett im Serien-Einheitsbrei zu verschwinden.
Ich sehe es deshalb als einen dieser Titel, die man nicht wegen einer großen Revolution spielt, sondern weil sie genau das liefern, was man an einem guten, klassischen JRPG schätzt. Wer mit KEMCO-Spielen etwas anfangen kann, bekommt hier ein rundes, sympathisches Paket. Wer hingegen nach großen Risiken oder frischen Genre-Ideen sucht, dürfte eher an der sicheren Routine hängenbleiben.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: store.steampowered.com/app/4337790/Akuma_Rise