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Aliens: Dark Descent

Stimmungs- und anspruchsvoll: Bereit für ein taktisches Abenteuer?

Wenn ich an die Aliens-Filme denke, dann habe ich gleich ein bestimmtes Bild im Kopf – und das ist nicht von Action geprägt. Vielmehr kommt mir dabei einzigartige Stimmung, die ständige Anspannung und die Faszination vor dem unbekannten Grauen in den Sinn. Das französische Studio Tindalos Interactive samt Publisher Focus Entertainment wagt sich mit Aliens: Dark Descent in Form eines taktischen Rollenspiels an diese Vorgaben. Ob ihnen der Clou gelingt?

Alleine im All?

Die Story von Aliens: Dark Descent beginnt auf einer Raumstation, die ihre Forschungsrunden um den Mond Lethe dreht. Doch schnell wird klar, dass die Menschen nicht alleine an Bord sind. Das Tutorial wird euch einmal quer durch die Raumstation jagen, die Story langsam vorantreiben und euch nebenher die Spielmechanik näher erläutern. Jedenfalls endet das Ganze in einer Bruchlandung auf dem fremden Planeten. Und dieser ist leider nicht unbewohnt …

Ohne zu viel von der Story zu verraten, macht Aliens: Dark Descent bereits am Anfang vieles richtig. Die Dialoge arten nicht in unnötige Schwafelei aus und die Geschichte baut langsam Spannung auf. Bereits nach der ersten Stunde bin ich begeistert, wie gut das Team von Tindalos Interactive die Atmosphäre hier einfängt. Daumen hoch an dieser Stelle.

Mehr als nur Geballer

Spielerisch weiß Aliens: Dark Descent ebenfalls zu überzeugen. Denn der Titel wirft euch nicht einfach Horden doofer KI-Aliens vor die Flinte, sondern mischt das Pacing auf eine interessante Weise. Zunächst einmal hätten wir die Kämpfe, bei denen ihr mit vier bis fünf Marines in rundenbasierter Form gegen die Aliens antretet. Was mir direkt auffiel: Diese Aliens sind verdammt schlaue Viecher. Oftmals haben sie mich analysiert, umkreist und dann an meiner Schwachstelle angegriffen. Besonders fies ist es, wenn die Dinger plötzlich mitten in eure Deckung einfallen. Auch wenn ihr sie dann tötet, hinterlässt ihr ätzendes Blut nachhaltige Verletzungen bei euren Marines.

Und dann wäre da noch die Tatsache, dass ihr in den Levels nie über genug Munition verfügt, um alle Gegner wegzupusten. Daher rate ich euch, vorsichtig durch die Levels zu stiefeln. Ihr müsst nicht jeden Kampf bestreiten. Genau das ist nämlich das andere Standbein von Aliens: Dark Descent.

Die Schleich-Passagen haben mir öfters Gänsehaut über den Rücken gejagt, als ich dachte, entdeckt worden zu sein. Dank des aus den Filmen bekannten Bewegungssensors habt ihr stets einen guten Überblick, was um euch herum geschieht. Dieses spielerische Element bringt frischen Wind ins Geschehen.

Rambo hat keine Chance

Neben der Munition gibt es aber noch zwei andere Gründe, warum ihr manche Gefechte besser auslassen solltet. Wenn ihr nämlich zu oft kämpft, hetzen die Aliens alles auf euch, was sie gerade in der Gegend zur Verfügung haben. Dazu zählen auch ganz besonders hinterlistige Varianten, die euch das Leben schwer machen werden. Daher mein Tipp: Geht langsam vor, wenn ihr euch durch ein neues Gebiet tastet.

Und last but not least hätten wir da noch die Psyche eures Trupps: Je öfters ihr kämpft, desto mehr Stress haben eure Leute. Und je mehr Stress sie haben, desto mehr Fehler machen sie, was tödlich enden kann. So zielen die Marines ungenauer oder verlieren wertvolle Kommando-Punkte, die ihr für bestimmte Aktionen benötigt. All das macht eure Aussichten aufs Überleben nicht gerade besser …

Gut durchgeplant

In gewisser Weise erinnert mich Aliens: Dark Descent auch an XCOM und Co. Denn zwischen den Missionen landet ihr stets im Wrack des abgestürzten Raumschiffs. Dort heilt ihr eure Verbündeten, spendiert ihnen neue Ausrüstung oder treibt die Forschung voran. Pro Tag dürft ihr euer Team auf eine Mission führen. Es ist also taktisches sowie strategisches Denken von euch gefordert.

Grafisch zeigt sich Aliens: Dark Descent ebenfalls von seiner dunklen, aber stimmungsvollen Seite. Und das mit der Dunkelheit meine ich durchaus wörtlich. Viele Levels sind in Schwarz getaucht, sodass ihr besser eine Taschenlampe mitnehmt. Aus der isometrischen Draufsicht steuert ihr das Geschehen und dürft gerne auch näher heranzoomen, wenn ihr wollt. Ich persönlich habe zugunsten des Überblicks dann lieber weiter rausgezoomt. Aber ich bin mir sicher, dass ihr euren eigenen Stil finden werden. Schön, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt.

Fazit

Anfangs dachte ich, dass Aliens: Dark Descent ein weiterer x-beliebiger Vertreter aus dem Genre der taktischen Spielchen sei. Doch dank der stimmigen Atmosphäre, dem interessanten Mix an Spielmechaniken und der spannenden Geschichte sticht der Titel aus der Masse hervor. Tindalos Interactive und Focus Entertainment liefern hier ein sehr unterhaltsames, aber auch äußerst forderndes Taktik-Vergnügen ab, das nicht nur Fans Spaß machen wird. Ich bin jetzt schon gespannt, ob es dazu eine Fortsetzung geben wird – verdient hätte es der Titel allemal.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: focus-entmt.com/en/games/aliens-dark-descent