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Anuchard

Süßer die Glocken nie klingen – jedenfalls ist das bei diesem Action-RPG der Fall.

Wenn man sich Anuchard so anschaut, könnte man meinen, dass es sich um ein Spielchen aus der Zeit der Playstation 1 handelt. Und so ähnlich spielt sich das 2D-Action-Adventure auch. Das soll beileibe nichts Schlechtes heißen. Vielmehr soll es euch darauf vorbereiten, um welche Art von Spiel es hier geht – nämlich um ein Action-Abenteuer der alten Schule. Doch lasst mich das genauer erklären.

Wo sind meine Götter?

Anuchard konzentriert sich auf eine interessante Story: Es geht um eine fiktive Kultur, die ihre Götter verloren hat. Fortan verwandeln sich einige Bewohner des Stammes in Stein, wenn sie in einen der nahegelegenen Dungeons gehen, um ihre Götter wiederzufinden. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ihr als auserwählte Glockenspielerin. Ja, eine (!) Glockenspielerin (!). Diese hat die Macht, das Gleichgewicht im Fantasy-Reich Anuchard wiederherzustellen. Und nicht nur das: Sie soll Anuchard zu altem Glanz verhelfen und Frieden bringen. Keine leichte Aufgabe.

Die sogenannte Audros Bell, wie eure Kampf-Glocke genannt wird, hat verschiedene Fähigkeiten: Zum einen ist sie die Eintrittskarte in die verschiedenen Dungeons die ihr auf eurer Reise durchstreift. Denn mithilfe dieser Glocke könnt ihr Gegner bekämpfen, Hindernisse aus dem Weg räumen und auch Rätsel lösen. Ganz schön praktisches Teil also.

Reden ist Silber, Action ist Gold

Allerdings lässt euch Anuchard anfangs erst einmal ein paar Dialoge miterleben und führt euch ins Dorfleben von Obstwiese ein. Denn Obstwiese ist das letzte Dörfchen, das in Anuchard noch übriggeblieben ist. So lernt ihr nach und nach einige Charaktere kennen und erfahrt mehr über ihre Sorgen und die Geschichte dieser Welt. Wer darauf keine Lust hat, kann die Dialoge auch schnell überspringen.

Spätestens im ersten Dungeon kommt dann die Action mit ins Spiel. Mit eurer Glocke könnt ihr anfangs mit zwei unterschiedlichen Attacken auf eure Feinde einprügeln. Langsame und schnelle Schläge gehören zum Standard solcher Action-Abenteuer. Später werdet ihr ein paar neue Tricks lernen – aber das müsst ihr schon selbst entdecken.

Schweizer Taschenglocke

Die Glocke dient aber auch dazu bestimmte Objekte durch die Gegend zu schleudern. Auf diese Weise löst ihr das eine oder andere Schalterrätsel, indem ihr Objekte auf Hebel feuert. Zu Beginn sind diese Rätsel noch sehr offensichtlich, werden aber mit der Zeit immer herausfordernder. Apropos herausfordernd: Die Kämpfe in Anuchard machen von Beginn an Laune. Nur den allerersten Kampf werdet ihr nicht gewinnen – sollt ihr auch nicht. Danach führt euch das Spiel gemächlich in die unterschiedlichen Mechaniken ein.

Grafisch spielt Anuchard wie bereits angedeutet in einer unteren Liga. In Bewegung sieht das Spiel zwar deutlich besser aus, aber auch dann bleibt oftmals unklar, was ihr da vor euch habt. Die Pixeldichte ist überschaubar und bleibt oftmals sehr abstrakt. Hinzu kommt, dass auch die Steuerung eurer Glockenspielerin nicht immer einfach ist. Es fühlt sich ziemlich schwammig und nicht immer präzise an, wenn ihr mit eurem Charakter unterwegs seid. Besonders in den Kämpfen habe ich dadurch immer mal wieder Treffer eingesackt, die zu verhindern gewesen wären.

Fazit

Insgesamt ist Anuchard ein netter Trip in vergangene (Spiel-)Zeiten. Grafisch habt ihr hier ein solides, aber dennoch sehr pixeliges Abenteuer vor euch. Gemeinsam mit der Steuerung kommt hier zwar Nostalgie auf, kann aber hin und wieder zu Frust führen. Die Story ist dennoch interessant und das allgemeine Kampfsystem durchaus unterhaltsam. Erwartet ein gemütliches Spielchen, das euch über zehn Stunden gut beschäftigen wird, wenn ihr euch auf diese pixelige Welt einlasst.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: stellarnull.com/games/anuchard