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Ario

Hüpfen und kämpfen auf die Indie-Art.

Ich mag Indie-Spiele und finde es toll, dass es so viele kreative Studios gibt. Mit Ario steht schon das nächste Abenteuer für kleines Geld am Start. Doch Ario hat ein kleines Problem: man merkt dem Spiel zu sehr an, aus welcher Ecke es kommt.

Ohne Worte

Zur Geschichte von Ario kann ich euch reichlich wenig erzählen. Das liegt nicht daran, dass es keine Geschichte gibt. Es liegt mehr daran, dass ich sie nicht verstanden habe. Und das meine ich wortwörtlich. Wenn das Spiel beginnt, habt ihr im Hauptmenü nicht viel Auswahl. Also habe ich schlicht auf „Neues Spiel“ geklickt. Was dann folgte, verwirrte mich etwas.

Denn Ario startet direkt mit dem eigentlichen Spiel. Der namensgebende Held befindet sich im mittelalterlichen Persien, wie es den Anschein hat. Er ist aber kein Prinz, falls ihr das jetzt denkt. In schicker 2,5-D-Ansicht lauft und hüpft ihr klassisch von links nach rechts durch den Level. Gekämpft wird simpel per Knopfdruck. Fühlt sich alles leicht hakelig an, ist aber okay. Und dann beginnt plötzlich die merkwürdige Erfahrung mit Ario.

Macht das Sinn oder nicht?

Eine Art Intro ist zu sehen, das die Geschichte etwas erläutern will. Nur bringt Ario lediglich quietschende Geräusche heraus, die wohl eine osteuropäische Sprache darstellen – no offense. Gleiches gilt für den Erzähler und die anderen Charaktere. Habe ich die Sprache falsch eingestellt? Ein Blick ins Hauptmenü - erst nach dem Intro möglich - zeigt mir, dass ich es auf Deutsch eingestellt habe. Also schalte ich die Untertitel ein. Und siehe da: Die merkwürdigen Geräusche haben tatsächlich einen Sinn. Ich dachte ernsthaft, dass es einfach eine Fantasie-Sprache sei, der man keine Bedeutung hinzufügen sollte.

Allerdings bringen die Untertitel nicht sonderlich mehr Tiefe ins Geschehen. Die Story plätschert belanglos dahin. Passt für mich, wenn der Rest des Spiels denn Spaß macht. Und das ist so eine Sache. Grundsätzlich habt ihr es bei Ario mit einem Plattformer zu tun, bei dem etwas Geschick verlangt wird. Ario hüpft durch die Level und kämpft mit Schwert und Armbrust. Theoretisch klingt das gut, in der Praxis wird es zum echten Abenteuer.

Käferplage vom Feinsten

Ario hat nicht nur mit Gegnern, sondern besonders mit der Technik zu kämpfen. Das Spiel hat noch einige Bugs zu fixen, damit es rund läuft. Grundsätzlich sehe ich bei einem Indie-Spiel gerne mal darüber hinweg. Doch Ario macht es mir echt schwer. Viel zu oft drängen sich die technischen Misstritte in den Vordergrund. Fangen wir mit einem harmlosen Beispiel an: Wenn Ario nach unten fällt oder springt und an eine Kante kommt, hält er sich dort automatisch fest. Natürlich ein praktisches Feature. Doch hier und da hat es mich wahnsinnig gemacht.

Es gab eine Stelle im Spiel, bei der ich in einen schmalen Schacht hüpfen sollte, um nach unten zu kommen. Einfach ein Loch im Boden. Da die Kanten so nah aneinander waren, hielt sich Ario immer wieder auf der gegenüberliegenden Seite fest und zog sich hoch. Es war mehr oder weniger Zufall, dass ich es dann doch irgendwann geschafft habe. Aber wie gesagt: harmlos. Da kann Ario noch ganz anders.

Tod im Nichts

Ein einer anderen Stelle zog sich Ario mit dieser Technik gemütlich nach oben. Das Problem: Die Plattform, auf die ich wollte, klappt sich nach einer gewissen Zeit aus und ein. Als sie sich einklappen wollte, zog sich Ario immer noch nach oben. Das Ergebnis: Ario kam oben an, es war keine Plattform mehr da. Was tat er? Sterben. Logisch, oder? Aber einen habe ich noch.

Als ich mal wieder per Wandsprung in einem engen Schacht nach oben wollte, geschah etwas Merkwürdiges. Oben angekommen, zog sich Ario brav hoch. Nur zog er sich nicht ganz auf die Kante, sondern stand mit den Füßen noch halb in der Wand. Das Spiel interpretierte dies als Treppe und so war ich im Hintergrund gefangen – auf einer nie enden wollenden Treppe. Ich konnte die Welt in jede Richtung verlassen, um mir den Level als Baukasten aus weiter Ferne anzuschauen. Hier half nur ein Neustart des Spiels.

Fazit

Daher muss ich den Test etwas vorzeitig beenden. Denn Ario hat es mir schwer gemacht – und das im wahrsten Sinne – hier voranzukommen. Die technischen Schwächen sind so eklatant, dass es noch einige Patches benötigt, bis das hier behoben ist. Grundsätzlich geht der Titel in eine unterhaltsame Richtung. Wartet daher lieber eine Weile, bis die Entwickler:innen von Vata Games etwas nachgebessert haben – was hoffentlich noch geschieht.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: store.steampowered.com/app/2832450/Ario