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Ary and the Secret of Seasons

Chaos der vier Jahreszeiten: Doch zum Glück hat ein kleines Mädchen alles im Griff.

Eins muss ich direkt am Anfang los werden: Ich habe mich seit über einem Jahr riesig auf dieses Spiel gefreut. Denn im Jahr 2019 hatte ich auf der gamescom, die damals noch Face-to-Face möglich war, die große Ehre, das Team von eXiin kennenzulernen. Die kleine Software-Schmiede zeigte mir und meinem Kollegen voller Stolz ihr Werk: Es hat keine Minute gedauert, da war ich von „Ary and the Secret of Seasons“ völlig verzaubert. Über ein Jahr hatte ich aber zu überbrücken, bis ich in den Genuss des fertigen Releases kommen würde.

Kleiner Fehlstart

Nun ist es also soweit. Das Action-Adventure um die junge Heldin Arielle, kurz Ary, ist ein charmantes Abenteuer geworden – dem man das kleine Entwickler-Team allerdings anmerkt. Persönlich finde ich das aber gar nicht schlimm und kann darüber hinweg sehen. Schon damals auf der gamescom lief nicht alles rund. Ich erinnerte mich an einen Bossfight, den wir zu sehen bekamen.

Darin mussten wir einen riesigen Feuervogel bekämpfen. Kurz vor Ende des Fights blieb dieser jedoch im Boden stecken und konnte nicht mehr angewählt werden – damit war die Demo zu Ende. Schlimm war das aber nicht. Doch um was geht es eigentlich? Nun, Ary ist die Tochter des Herrschers der Wintersphäre. Dieser ist jedoch in seiner Trauer gefangen, weil sein Sohn, Arys Bruder, verschwunden ist. Beim Treffen der Spährenwächter will er nicht hingehen.

Ary beschließt, sich heimlich dorthin aufzumachen und die Familie zu vertreten. Doch plötzlich stürzen rote Kristalle vom Himmel und bringen sämtliche Jahreszeiten durcheinander. Gleichzeitig greifen Hyänen das Dorf an, in dem Ary lebt. Höchste Zeit zurückzuschlagen.

Ein Hauch Zelda

Spielerisch wandelt „Ary and the Secret of Seasons“ auf den Pfaden eines Legend of Zelda. Auch wenn es technisch in vielerlei Hinsicht hinterherhinkt, weht hier ein Hauch „Breath of the Wild“ durch das Spiel. Ihr lauft mit Ary durch die halb offene Welt – immer einem Marker hinterher. Zwischendurch trefft ihr aber immer wieder auf kleine Ablenkungen in Form von Nebenquests und Dungeons.

Dort müsst ihr meist ein paar nette Knobelrätsel lösen oder euch durch diverse Feinde kämpfen. Das Kämpfen ist übrigens recht schlicht gehalten: Ihr schlagt oder kontert – das war’s auch schon. Den eigentlichen Clou von „Ary and the Secret of Seasons“ habt ihr allerdings mit den Sphären: Anfangs kann Ary nämlich in kleinen Bereichen den Winter herbeizaubern – die Eiskönigin lässt grüßen.

Dadurch werden Flüsse plötzlich begehbar oder Dornen erfrieren. Zudem können an bestimmten Stellen auch Eisklötze auftauchen, auf die ihr dann klettern könnt, um vorher nicht zu erreichende Bereiche zu erkunden. Im weiteren Verlauf von „Ary and the Secret of Seasons“ kommen dann noch die anderen Sphären hinzu, die sich wunderbar miteinander kombinieren lassen.

Der Sommer schmilzt den Schnee oder der Winter lässt Brände verschwinden. Diese Technik benötigt ihr später übrigens, um den anfangs angesprochenen Boss zu besiegen – ihr erinnert euch an den brennenden Feuervogel, den ich erwähnt habe?!

Verbessere dich!

Um spielerisch noch mehr Abwechslung zu bekommen, levelt Ary nicht klassisch auf. Vielmehr verbessert ihr euch durch gut investiertes Geld: Beispielsweise gibt es immer mal wieder einen verrückten Hyänen-Händler, der eine Maske trägt – und mich doch sehr an ein Zelda-Abenteuer erinnert. Dieser putzige Kerl verscherbelt euch dann allerlei nützliche Ausrüstung.

Etwas doof, dass dabei nicht immer genau gesagt wird, was das entsprechende Rüstungsteil auswirkt. Ihr könnt aber auch bei einem netten Hunde-Ninja trainieren. Gebt ihm Geld und er lehrt euch einige Tricks. Dabei springen neue Kombos heraus, aber auch mehr Lebenspunkte oder Stärke. Ihr könnt euch also im gewissen Rahmen selbst frei entwickeln. Alles bleibt aber in einem sehr bescheidenen Rahmen. Laune macht dieses System dennoch.

Falsche Technik?

Insgesamt hatte ich mit „Ary and the Secret of Seasons“ also eine Menge Spaß, weil das Grundgerüst wirklich sehr charmant ist. Doch in der Kür haben die Entwickler öfters versagt: Denn leider haben mich technische Aspekte oft zur Verzweiflung gebracht. So konnte ich mehrere von Dornen umgebene Kisten nicht öffnen, obwohl eine Eissphäre drumherum war.

Doch der Knopf zum Öffnen erschien nicht. Als ich dann zufällig die Eiskugel viel zu weit nach rechts zauberte, konnte ich an der Ecke der Kiste plötzlich „öffnen“ drücken – obwohl fast die gesamte Kiste in Dornen stand, machte Ary sie auf und nahm sich das Gold darin. Und dies war kein Einzelfall: Bei fast der Hälfte der Kisten ist mir dieses Phänomen passiert.

Zudem musste ich zu Beginn auch einmal herzlich lachen, als ich hoch über mir einen Schatz entdeckte: Ich versuchte einfach mal an die Wand zu springen und hochzuklettern – was natürlich nicht geht. Allerdings schubste mich ein Glitch in die Wand und ich konnte gemütlich durch den massiven Fels nach oben springen. So hatte ich gleich zu Beginn eine Menge Gold ergattert.

Fazit

Neben den technischen Unzulänglichkeiten, die wohl dem kleinen Kernteam geschuldet sind, hat „Ary and the Secret of Seasons“ sein Herz am rechten Fleck. Die Tempel und Herausforderungen machen Laune und die Idee mit den unterschiedlichen Jahressphären ist größtenteils gut umgesetzt. Da drücke ich doch gerne mal ein Auge zu, wenn es nicht immer rund läuft.

Ich kann „Ary and the Secret of Seasons“ jedenfalls jedem empfehlen, der mal wieder ein schönes Action-Adventure fernab des Mainstreams erleben will. Für mich hat sich das Warten gelohnt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: modusgames.com/news/ary-and-the-secret-of-seasons-announced-for-ps4-xbox-one-nintendo-switch-and-steam