Es ist mal wieder soweit: Die Welt liegt in Trümmern – zumindest ist das die Ausgangslage von Batora: Lost Haven. Das Spiel aus dem Hause Stormind Games und Publisher Team17 will euch diese Geschichte mithilfe eines actionlastigen Hack’n Slays näherbringen. Klingt doch mal gut. Also schauen wir rein.
Starke Mädels gesucht
Nach einer Katastrophe, von der niemand weiß, was sie eigentlich ausgelöst hat, sind zwei Drittel der Menschheit verschwunden. Alles liegt im Chaos und nur noch Reste der Zivilisation sind übrig. Das restliche Drittel der Menschheit versucht einfach zu überleben – unter anderem auch Avril und Mila. Die beiden jungen Damen schleichen sich durch die Überreste Londons auf der Suche nach … das wissen sie auch nicht so genau. Jedenfalls endet es darin, dass Avril plötzlich in eine unterirdische Kammer gerät und plötzlich zur Auserwählten wird. Was das heißt? Das weiß sie auch noch nicht.
Batora: Lost Haven zeigt sich zu Beginn als Adventure und wird dann schnell zu einem actionhaltigen Abenteuer aus der isometrischen Perspektive. Avril bekommt von der Sonne und dem Mond – so die Namen der merkwürdigen Gottheiten – Unterstützung. Diese Unterstützung sieht so aus, dass sie ein mächtiges Feuerschwert schwingen kann oder Kristalle verschießt. Auf Knopfdruck ändert sie dabei ihre Affinität, was später in den Kämpfen für viel Dynamik sorgt.
Action am laufenden Band
Spielerisch fühlt sich Batora: Lost Haven an wie ein Twin-Stick-Shooter, bei dem ihr mit links den Charakter steuert und mit dem rechten Stick Angriffe vollführt. Außerdem habt ihr es nicht mit einer offenen Welt zu tun, sondern lauft von Level zu Level, um dort eure Aufgaben abzuhaken. Dabei müsst ihr meistens eine Menge Gegner aus dem Weg räumen. Und dabei kommt die Mechanik mit der Sonne und dem Mond zum Tragen.
Sobald ihr eure Sonnenform angenommen habt, teilt ihr mit dem Schwert ordentlich im Nahkampf aus. Orange umrandete Gegner bekommen dadurch mehr Schaden. Geht ihr in eure Mondform, dann greift ihr auf die Entfernung an und schadet den lila umrandeten Gegnern mehr. Auf diese Art seid ihr ständig am wechseln und nutzt eure Fähigkeiten entsprechend der angeforderten Umgebung.
Auch mal mit Köpfchen
Hin und wieder müsst ihr auch kleine Puzzleeinlagen lösen. Diese sind nicht sonderlich schwer, lockern das Geschehen aber immer wieder auf. Als Belohnung erwarten euch Schatztruhen, in denen ihr neue Runen finden könnt. Damit erhaltet ihr nach und nach frische Fähigkeiten, um den Dämonen in ihren Hintern zu treten. Außerdem lernt Avril über die Zeit, mit welchen Mächten sie es hier zu tun hat.
Dabei muss sie immer wieder moralische Entscheidungen treffen. Was sich anfangs ganz gut anhört, verschenkt auf dem Weg aber eine Menge Potenzial. Denn Batora: Lost Haven gibt euch zwar ein paar Möglichkeiten, um in Dialogen zu wählen, doch die Konsequenzen sind dabei meist kaum ersichtlich. Allerdings sind an einige Entscheidungen neue Runen gebunden, die eure Werte stärken. Das ist im Grunde eine sehr gute Idee, die aber etwas merkwürdig umgesetzt wurde.
Apropos merkwürdig: Bei den Dialogen kam mir öfters der Eindruck, dass hier und da eine Info fehlt oder etwas ausgelassen wurde. Jedenfalls konnte ich nicht immer genau folgen oder verstand, warum sich Charaktere auf eine bestimmte Art verhalten haben.
Seichte Unterhaltung
Grafisch finde ich den Comic-Look von Batora: Lost Haven bezaubernd. Besonders in den Zwischensequenzen habe ich das Gefühl, dass ich hier einem unterhaltsamen Anime zuschaue. Nur leider kommt die Story nicht so ganz in Fahrt, was nicht weiter schlimm ist, wenn ihr auf reine Action steht. Nach rund acht bis neun Stunden seid ihr mit Avril am Ziel angekommen. Was das ist? Findet es selbst heraus!
Fazit
Batora: Lost Haven hat einige spannende Ansätze: Der actionreiche Kampf gemischt mit Geschicklichkeits- oder Knobelpassagen. All das ist für die Dauer von acht, neun Stunden auch durchaus unterhaltsam, aber nicht herausragend. Das liegt daran, dass das Kampfsystem besonders zu Beginn etwas unter genauem Timing leidet. Erst mit mehr Fähigkeiten entwickelt sich ein angenehmer Flow in den Kämpfen. Wenn euch das genügt, ist Batora: Lost Haven euer Spiel. Die Story hat zwar Potenzial, kommt hier und da jedoch ins Straucheln. Dennoch empfand ich das Werk der Stormind Studios und Team17 insgesamt als angenehme Ablenkung von den alltäglichen Sorgen.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: batora.game