Erinnert sich jemand von euch an das Adventure Beneath a Steel Sky? Nein? Dann seid ihr damit nicht alleine – ich nämlich auch nicht. Bei einigen meiner Freunden klingelte es allerdings bei dem Namen und zaubert ihnen ein nostalgisches Lächeln aufs Gesicht.
Denn Beneath a Steel Sky hat schon fast 28 Jahre auf dem Buckel und erschien 1993. Nun also zaubert Entwickler Revolution Software mit Publisher Microids die Fortsetzung Beyond a Steel Sky aus dem Hut bzw. auf die Konsolen – denn das Spiel erschien bereits 2020 für den PC.
Wie die Zeit vergeht
Während bei uns in der realen Welt also fast drei Jahrzehnte ins Land gingen, durfte der Hauptheld des Spiels, Foster, nur zehn Jahre verschnaufen. Da ich den Vorgänger nicht kenne, musste ich kurz recherchieren, ob ihr hier so ohne Weiteres einsteigen könnt. Ja, könnt ihr. Die Handlung baut zwar lose auf dem Vorgänger auf, lässt sich aber auch ohne Vorkenntnisse prima genießen.
Eigentlich fristet Foster inzwischen ein ruhiges Leben in einem kleinen Wüstenort irgendwo im Nirgendwo. Als bei einem Angelausflug dann aber plötzlich ein mechanisches Ungetüm auftaucht und die Insassen einen kleinen Jungen vor Fosters Augen entführen, beginnt das Abenteuer.
Schöne, neue Welt
Foster zieht es nach Union City, das einige bereits kennen dürften. Diesmal bewegt ihr euch aber nicht aus einer starren 2D-Perspektive von Bildschirm zu Bildschirm, sondern in einer dreidimensionalen Welt mit halbwegs freier Kamera. Ein schöner Sprung in die Moderne, wobei ich auch gleich etwas Frust loswerden muss. Die freie Kamera bringt auch hier die gleichen Probleme mit sich, wie schon in anderen Spielen und sorgt oft für unfreiwillig merkwürdige Ansichten.
Spielerisch wandelt ihr tatsächlich auf den Pfaden von klassischen Adventures: Ihr redet mit NPCs, hört euch ihre Sorgen an und überlegt, wie ihr diese lösen könnt. In eurem Inventar sammelt ihr zudem alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Immerhin kann man die Sachen an anderer Stelle sicherlich gut gebrauchen. Was ich persönlich sehr gut fand, war die Tatsache, dass ihr innerhalb des Inventars nie Dinge miteinander kombinieren müsst – das spart eine Menge Zeit und sinnloses Herumexperimentieren. Spaß macht der Rest von Beyond a Steel Sky auch ohne diese Art der Rätsel.
Beep-Beep
Neben den Aufgaben einen bestimmten Gegenstand zu einem bestimmten Punkt zu bringen, sollt ihr auch Scanner-Rätsel lösen. Diese gestalten sich relativ fair, da ihr wie in einer Art Puzzle verschiedene Teile austauschen müsst. Dabei handelt es sich um Befehle innerhalb eines Roboters, den ihr auf diese Art umprogrammieren könnt. Eine ziemlich interessante Angelegenheit. Mir haben diese Rätsel jedenfalls am meisten Laune gemacht.
Grafisch spielt Beyond a Steel Sky eher in der Mittelklasse. Der Comic-Look wird nicht jedermann gefallen, mir persönlich sagt er aber zu. Nur über die Technik sollten wir ein ernsthaftes Wörtchen reden. Denn manchmal ist die Kameraeinstellung äußerst merkwürdig bei Dialogen mit anderen NPCs. Einmal bin ich langsam, aber sicher aus dem Bild geschlittert, während ich mich mit einer Drohne unterhalten habe. Das hatte was von einer Slapstick-Einlage.
Apropos reden: Wenn ihr mit anderen Charakteren Dialoge führt, könnt ihr immer zwischen ein paar Optionen auswählen, wie das Gespräch weitergehen soll. Dabei öffnet ihr dann im späteren Verlauf des Gesprächs immer mal wieder neue Pfade, die euch im Spiel voranbringen. Natürlich geht auch die Brute-Force-Methode, aber anders macht es mehr Laune. Und wo wir gerade bei den Dialogen sind: Diese sind wirklich gut vertont, was mir direkt schon beim Intro ins Ohr fiel: Obwohl ich dort eigentlich nur einem Comic-Strip, der wenig animiert ist, folge, untermalt die Vertonung das Geschehen auf wundersame Weise. Daumen hoch!
Fazit
Insgesamt haben wir hier einen sehr gelungenen Nachfolger des Klassikers aus dem letzten Jahrtausend: Beyond a Steel Sky bringt altmodische Adventure-Kost in modernem Gewand auf den Bildschirm. Dabei ist es egal, ob ihr den Vorgänger gespielt habt oder nicht. Was ich Beyond a Steel Sky allerdings etwas ankreiden muss, ist die teils nervige Technik, auf der das Abenteuer steht. Hier und da mögen dies nur Kleinigkeiten sein, summieren sich am Ende aber zu ein paar trüben Punkten in der Gesamtwertung. Aber als Fan von Adventuren kann ich da gerne mal ein Auge zudrücken – zumal mich dieses Spiel doch sehr neugierig auf den Vorgänger gemacht hat.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Website: revolution.co.uk/games_catalog/beyond-a-steel-sky