Unterhaltung Games

Big Rumble Boxing: Creed Champions

Helden im Ring: Dieser Arcade-Prügler bringt die besten Momente einer ikonischen Reihe zurück.

Wenn ich an Boxen denke, fallen mir früher oder später die Filme von Silvester Stallone ein: Rocky Balboa war in meiner Kindheit eine echte Größe. Nun wollen die Entwickler der Survios Inc. diesen Mythos wiederbeleben – und zwar mit einer arcadigen Boxeinlage. Ob das gelingt?

Locker statt ernst

Ich muss mich gleich mal outen: Ich war immer schon Fan von Sportarten auf der Konsole, wenn sie nicht zu ernst rüberkommen. Ob nun NBA Jam, Royale Rumble oder Super Mario Strikers – es darf bei mir sehr arcadig und locker zugehen. Und genau deswegen stach mir Big Rumble Boxing: Creed Champions sofort ins Auge.

Hier wird nicht auf Realismus, sondern Spaß wertgelegt – das vermitteln zumindest die Screenshots. Und genau das kann ich nach ein paar Kämpfen auch bestätigen. Zunächst einmal dürft ihr hier keine tiefgreifenden Spielmechaniken erwarten: Bei Big Rumble Boxing: Creed Champions wird sich im Ring gepflegt auf die Birne geschlagen – etwas Taktik folgt dann später.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht auf der einen Seite die junge Generation an Boxern rund um Adonis Creed. Auf der anderen Seite haben wir den italienischen Hengst Rocky Balboa, der in den 1970er-Jahren eins den Box-Zirkus beherrschte. Coole Ausgangslage jedenfalls.

Euer Held, seine Story

Als Solo-Spieler schlüpft ihr nun in die Haut eines Boxers: Zu Beginn stehen euch zehn verschiedene Kämpfer zur Verfügung – später wird sich dieses Feld verdoppeln und einige Ikonen bereitstellen. Ich jedenfalls entscheide mich ganz klassisch für Rocky. In seiner Karriere dürft ihr nun die prägenden Momente aus den Filmen erneut Revue passieren lassen: Als Coach erzählt Rocky seinem Schützling Apollo von der Vergangenheit.

Anfangs kämpft ihr gegen Straßenschläger, später dann gegen Koryphäen wie Mr. T, Ivan Drago (Dolph Lundgren) oder eben Apollo Creed. Da kommen schöne Erinnerungen hoch. Spielerisch habt ihr es wie gesagt mit Arcade-Boxen zu tun. Soll heißen: Mit einer Taste schlagt ihr, mit einer blockt ihr und eine weitere Tastenkombi setzt zum Superschlag an. Gerade zu Beginn reicht es meist, wenn ihr wildes Button-Mashing betreibt.

Gegner geben meist nach dreimaliger Bodenberührung auf. Erst auf höheren Schwierigkeitsstufen und bei späteren Kämpfen müsst ihr dann etwas taktieren. Dazu gehört dann auch geschickt auszuweichen und zu kontern. Das Kontern verlangt genaues Timing, das Ausweichen oftmals Glück. Wenn ihr blockt, habt ihr eine Art Schutzschild, das euch vor Schaden bewahrt – allerdings nicht sonderlich lange. Sobald der Wert nach unten sinkt, seid ihr anfällig für taumelnde Schläge und Betäubung. Das war es dann aber auch schon mit der Taktik.

Comic-Fights vom Feinsten

Besonders gefallen hat mir jedoch auch die grafische Präsentation: Dass Big Rumble Boxing: Creed Champions in Comic-Form präsentiert wird, steht dem Spiel prima zu Gesicht. Denn so können die Modelle etwas übertrieben dargestellt ihre Stärken ausspielen. Das hat man auch bei den Superschlägen berücksichtigt: Sobald ihr ein paar Treffer gelandet habt, füllt sich eine Leiste im Spiel.

Ist diese voll, macht ihr mit den Schultertasten einen Superschlag – der allerdings auch etwas getimt werden sollte, um nicht im Nirvana zu landen. Dabei setzt eine Zeitlupe ein und euer Gegner bekommt ein paar oder einen wuchtigen Schlag ab, der einen beträchtlichen Teil der Lebensleiste leert. Großartig. Sobald ihr in der Karriere einen Kämpfer ausgewählt habt, müsst ihr zwischen acht und zehn Kämpfe bestehen.

Habt ihr alles geschafft, bekommt ihr zusätzliche Outfits für den gewählten Fighter und schaltet zudem einen neuen Recken frei. Ein kleiner Wermutstropfen: Im Grunde spielen sich sämtliche Figuren gleich in Big Rumble Boxing: Creed Champions – was aber nicht sonderlich schlimm ist. So kann man sich auf seinen Liebling konzentrieren, ein paar Freunde einladen und sich gemütlich auf dem Monitor verdreschen, ohne dass einer Vorteile durch seine Wahl hätte.

Fazit

Big Rumble Boxing: Creed Champions ist bei weitem kein perfektes Spiel mit viel Tiefe – und dennoch unterhält es hervorragend, wenn man dem Boxsport etwas zugeneigt ist. Persönlich empfand ich das arcadige Boxfest als einen erfrischenden Genuss, der im Gegensatz zu all den bitterernsten Simulationen steht, bei denen ich stundenlang trainieren muss, um erfolgreich zu sein. Bei Big Rumble Boxing: Creed Champions kann ich direkt loslegen und Erfolge feiern. Wer darauf Bock hat, sollte unbedingt zugreifen.

Erhältlich für: Xbox, PC, PS, Switch
Website: bigrumbleboxing.com