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Biomechanical Toy

Pixeliger Gruß aus der Vergangenheit.

Biomechanical Toy ist eines dieser skurrilen 1990er-Arcade-Relikte, die man entweder liebt oder nur kopfschüttelnd bestaunt – und dieses neue QUByte-Classics-Remaster bringt genau diesen wunderbaren Wahnsinn zurück auf moderne Plattformen.

Ein bizarrer Ursprung

Entwickelt wurde das Spiel 1995 vom spanischen Studio Zeus Software und veröffentlicht von Gaelco, ein knappes Jahr vor Metal Slug, mit dem es wegen Tempo, wuchtigen Waffen und geretteten Gefangenen oft verglichen wird.

Ihr spielt Inguz, einen Actionhelden im schwarzen Tanktop mit Sonnenbrille und Pferdeschwanz, direkt aus einem 90er-Direct-to-Video-Actionfilm entsprungen. Er kämpft gegen den entflohenen Schurken Scrubby. Der hat ein magisches Pendel gestohlen, das Spielzeuge zum Leben erweckt – Prämisse und Titel könnten kaum absurder sein, und genau das ist der Charme des Ganzen.

Run & Gun mit Spielzeugkiste

Spielerisch bewegt sich der Titel im klassischen Run-and-Gun-Rahmen: horizontal scrollende Level, Gegner abschießen, Munition und Waffenupgrades einsammeln. Statt eines Arsenals wie bei Metal Slug entwickelt sich eure Hauptwaffe über gesammelte Munition weiter, bis sie schließlich vollautomatisch feuert. Ein netter Kniff sind die gefangenen Spielzeuge, die ihr befreien könnt und die euch dann für kurze Zeit als Begleiter zusätzliche Feuerkraft liefern.

Visuell ist das Spiel ein echter Hingucker mit liebevoll gezeichneten, teils wild verzerrten Pixelwelten – Schachbrett-Level mit mordenden Türmen, Western-Setting mit überdimensionierten Spielzeugen und sogar eine Aladdin-Parodie. Die schiere Themenvielfalt zwischen Levels wirkt fast willkürlich zusammengewürfelt, bleibt aber faszinierend, auch dreißig Jahre später.

Wo es hakt

Kritisieren kann ich vor allem die Steuerung. Um in acht Richtungen zu schießen, müsst ihr die Position sperren, was in hektischen Situationen und besonders bei Boss-Fights schnell hakelig wird. Dazu kommt ein leicht schwammiges Sprungverhalten, das die eigentlich befriedigenden Plattform-Passagen, bei denen ihr über Gegnerketten hüpft, unnötig erschwert. Der nächste Punkt wäre die Spiellänge von rund einer Stunde – hier müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr das gut oder nicht so gut findet.

Die QUByte-Umsetzung selbst ist ganz gelungen: Rückspul-Funktion, Speicherstände, Bildfilter und ein digitales Handbuch mit Sprite-Galerie sind willkommene Komfortfeatures, doch ursprüngliche Slowdowns aus dem Original wurden offenbar nicht behoben. Auch fehlt ein Koop-Modus, den ich mir gewünscht hätte.

Fazit

Biomechanical Toy ist eine schrullige, liebenswerte Kuriosität mit spürbaren Ecken und Kanten. Wenn ihr auf solche Zeitreisen steht, könnt ihr einen Blick wagen – zumal das Spiel auch nicht lange dauert. Wer 90er-Arcade-Eigenheiten mit Sinn für Humor und Nostalgie zu schätzen weiß, findet hier ein kurzes, aber denkwürdiges Stück Videospielgeschichte.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/4448040/Biomechanical_Toy_QUByte_Classics