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Blackwind

Action pur: ein Top-Down-Shooter mit dickem Roboter-Kampfanzug – was braucht es mehr?

Wenn es um dicke Kampfroboter geht, die sich gegenseitig das Blech verbeulen wollen, bin ich immer ganz Ohr. Wenn es sich dann noch um einen Top-Down-Shooter handelt, habt ihr meine volle Aufmerksamkeit. Daher wirkte Blackwind von Entwicklerstudio Drakkar Dev einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Publisher Blowfish ist für actionreiche Titel bekannt. Anschnallen, es kann losgehen.

Absturz seines Lebens

James Hawkins kommt an diesem Tag vom Regen in die Traufe: Der Junge reist mit seinem Vater auf dem Raumschiff Pandora zu einem kleinen Planeten. Ihre Mission: Einen Roboter-Kampfanzug abliefern, damit sich die Bewohner der Minen-Kolonie sicherer fühlen. Doch kaum wollen sie landen, wird ihr Raumschiff abgeschossen. James landet durch Zufall im Inneren des Kampfroboters und ist dort erst einmal festgesetzt. Schnell stellt er fest, dass der eigentlich friedliche Planet von einer außerirdischen Rasse überrannt wurde. Mithilfe seines modernen Kampfanzugs will er die Invasoren in die Flucht schlagen und seinen Vater finden. So viel zur Story von Blackwind.

Spielerisch handelt es sich dabei um einen Twin-Stick-Shooter aus der isometrischen Perspektive. Wobei Shooter nicht ganz stimmt. Blackwind vereint auch Elemente eines Hack’n Slash und Jump&Runs miteinander. Jedenfalls steuert ihr James aus einer leicht erhöhten Vogelperspektive. Dabei fällt auf: Der Kampfroboter ist ziemlich schnell unterwegs. Die Steuerung geht locker von der Hand. Nur hier und da bleibe ich noch an einigen Felsen hängen, weil die Kollisionsabfrage noch Feintuning benötigt. Aber der erste Eindruck macht schon mal Lust auf mehr.

Läuft!

Nach einem kurzen Tutorial, in dem ihr die Grundmechaniken von Blackwind kennenlernt, geht es dann bald zur Sache: Ihr lernt die Raknos kennen. Das sind die feindlichen Invasoren, die die Menschenkolonie überrannt haben. Mit dem Kampfanzug kann James ihnen aber ordentlich einheizen. Dabei greift er entweder auf seinen Blaster zurück oder geht in den Nahkampf mit seinen mächtigen Laserklingen. Blackwind spielt sich locker-leicht und flüssig an dieser Stelle. Angeschlagene Gegner kann man zudem durch einen Finisher von ihrem Dasein befreien.

Das zweite Standbein von Blackwind sind neben den Kämpfen die Rätsel samt Hüpfeinlagen: Ihr müsst Plattformen verschieben, es zeitlich von A nach B schaffen oder bestimmte Schalter aus der Ferne abschießen. Das lockert das Geschehen etwas auf, auch wenn es teils sehr konstruiert wirkt. Was mich dabei aber am meisten störte: Die Kollisionsabfrage, die mir schon zu Beginn auffiel. Bei schnellen Sprüngen von einer Plattform zu anderen dominiert oftmals der Zufall, ob ich die Landung sicher schaffe oder nicht.

Teilweise bin ich durch Böden geglitcht oder von unsichtbaren Kanten abgerutscht. Zweimal blieb ich in einer Plattform stecken, so dass nur ein Neustart Abhilfe verschaffte. Ein Patch könnte hier die Lage deutlich verbessern. Hinzu kommen die unsäglich langen Laufwege, die ihr immer mal wieder absolvieren müsst. Im Verbund mit der störrischen Kamera in den Außenlevels kann das schnell nerven. Aber zum Glück stimmt die Action wenigstens.

Leichte Monotonie im Alltag

Das Ballern und Kämpfen hingegen funktionierte immer tadellos und macht Spaß´- wiederholt sich aber ab der Hälfte des Spiels. Doch Blackwind gibt sein Bestes, um euch immer wieder frischen Wind entgegenwehen zu lassen. Sehr motivierend ist dabei der Rollenspielanteil: Ihr dürft mit gesammelten Energiekugeln von Gegnern oder zerstörten Objekten euren Kampfanzug aufbessern. So verschießt ihr mehr Projektile, greift stärker an oder stampft eure Feinde mit Raketensalven in den Boden. Die Fähigkeiten geben Blackwind einen individuellen Touch.

Grafisch spielt Blackwind in der soliden Mittelklasse. Da ihr sowieso immer weit weg vom Geschehen seid, sehr ihr die schönen Details des Kampfanzuges und der Gegner eigentlich nur selten. In den Zwischensequenzen deutet sich aber immer wieder das Potenzial an, das hier schlummert. Aus meiner Warte passt das aber alles perfekt zum Gesamtbild.

Fazit

Blackwind ist ein spaßiger, wenn auch nicht fehlerfreier Top-Down-Shooter mit Kampfrobotern. Während die Kampfsequenzen prächtig unterhalten, ist bei den Hüpf- und Rätseleinlagen noch Luft nach oben. Allerdings könnte man manche Stolpersteine locker mit einem Patch beheben – was sicherlich noch passieren wird. Davon ab hatte ich meinen Spaß als James Hawkins, der sich mal so richtig austoben kann. Drakkar Dev und Blowfish Studios dürfen gerne weitere Teile dieses Action-Abenteuers liefern. Fans des Genres werden hier gut unterhalten.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: blowfishstudios.com/game/blackwind