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Blasphemous

Gewaltige Pixelpracht: Dunkle Tränen statt dunkler Seelen.

Eines vorweg: Wer kein Freund blutiger Action und zudem in seinen christlichen Glaubensgefühlen empfindlich ist, der sollte hier aufhören zu lesen und einen großen Bogen um „Blasphemous“ machen. Denn der Titel ist nicht gerade zimperlich – in jeglicher Hinsicht.

Alle anderen erwartet ein wunderschönes Metroidvania mit gaaanz viel „Prince of Persia“, gewürzt mit einer ordentlichen Prise „Dark Souls“. Hört sich stark an? Ist es auch. Macht euch gefasst auf eine Pixel-Geheim-Perle!

Verfluchtes Wunder

Die Geschichte spielt im Land Cvstodia und dreht sich um „Das Mirakel“. Dieses hält den Spieler, der die Figur des stummen Büßers verkörpert, in einem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt gefangen. Ziel ist die Welt vom Mirakel zu befreien.

Dazu sucht und findet ihr drei Antlitze der Demütigung, die über die albtraumhafte Welt voller verdrehter Religion verstreut sind. Das Thema Religion bzw. christliche Bildsprache durchdringt dabei Design und Gameplay.

Dornenkronen, Fußwaschungen, Rosenkränze und Gebete aus Upgrades, fast alles, was Rang und Namen hat, ist vertreten. Zeitweise fühlt man sich wie in Dantes Göttlicher Komödie. Für mich ein wahrer Segen!

2D-Action in bester Form

Wenn ihr bis dahin ein detailreiches, fotorealistisches 3D-Survival-Abenteuer im Kopf hattet, werdet ihr verwundert sein: „Blasphemous“ präsentiert sich als verpixeltes 2D-Adventure mit richtig viel Charme. Dabei spielt es sich nicht linear: Ihr findet nach und nach Gegenstände, die euch neue Fähigkeiten verleihen, mit welchen ihr neue Bereiche erschließt.

Dazu gehören viele Abkürzungen, die die verwinkelte Welt besser erreichbar machen. Zudem gibt es Warpportale, so dass ihr nicht zu viel Zeit auf Schusters Rappen verbringt. Besonders schön ist, dass es dem Spiel gelingt, Sequenzen voller Gegner mit Sprungsequenzen à la „Prince of Persia“ (ja, der Autor ist bereits etwas älter) in einer Form zu kombinieren, die nie langweilig wird.

Entdecker können sich freuen: Die zahlreichen Geheimnisse laden zum Erkunden ein. Nebenbei sammelt ihr Tränen, die ihr zum Erlernen neuer Fähigkeiten des Büßers oder zum Erwerb zahlreicher Gegenstände nutzen könnt. Aber Achtung, solltet ihr einmal mehr eurer Leben verlieren, so ladet ihr Schuld auf euch, durch die ihr weniger Ressourcen zu Verfügung habt.

Diese Schuld lässt sich entweder durch das Wiederaufsammeln der Schuldfragmente am Ort des Todes oder gegen Geld, sprich gegen gesammelte Tränen, lösen. Kommt einem bekannt vor, oder? Macht die Sache aber ganz schön anspruchsvoll – ich liebe es!

Große Vorbilder

Kryptische Geschichte, Wegpunkte, Verlust von Ressourcen beim Tod, knackiger Schwierigkeitsgrad. Ja, es ist wie „Dark Souls“. Aber eben in 2D. Und in Retro. Und mit einem guten Schuss christlicher Motive. Und in bester Metroidvania-Tradition. „Blasphemous“ kann seine Einflüsse nicht leugnen. Und das ist gut so.

Fazit

Machen wir es kurz: „Blasphemous“ macht einfach Spaß. Ja, man kann sich an der Gewalt stören, man kann die verdrehten christlichen Motive ablehnen. Aber wer sich darauf einlässt, der erlebt ein hartes, aber fesselndes Metroidvania, welches in diesem Setting seines gleichen sucht. „Dark Souls“ in 2D eben. Ein richtig starkes Ding, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat – Amen!

Erhältlich für: PC, PS4, XBox One, Switch
Website: blasphemousgame.com