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Blazing Beaks

So sähe es wohl in Entenhausen aus, wenn Waffen dort legal wären – ein kleiner Shooter-Spaß für zwischendurch.

Schnabelträger an die Macht – so ähnlich lautet wohl das Motto des Entwicklerstudios Applava, die Schöpfer von „Blazing Beaks“. In dem Top-Down-Rogue-Like-Shooter (was für ein Wort!) wird nicht lange gefackelt, sondern geballert. Das macht bis zu einem gewissen Grad auch richtig Laune – wäre da nur nicht ein kleiner Haken an der Sache.

Geht wählen!

Zu Beginn wählt ihr euch aus anfänglich fünf, später dann acht Schnabelträgern einen Helden aus: Von der Ente über einen Papagei oder Hahn bis hin zu einem Schnabeltier habt ihr die Qual der Wahl. Aber Vorsicht: Die Auswahl entscheidet über jede Menge Fähigkeiten.

Wählt ihr beispielsweise das Schnabeltier zu Beginn, dann habt ihr zwar eine weitreichende Knarre dabei, aber auch nur zwei Lebenspunkte. Die Ente hingegen ist für Anfänger ideal, weil sie über fünf Herzen verfügt. Mein Tipp: Probiert einfach mal wild drauf los. Eine Runde wird euch gerade als Neuling eh nicht länger als zehn Minuten beschäftigen – weil ihr dann sicherlich ins virtuelle Gras beißen werdet.

Die Mission ist simpel: Ballert alles über den Haufen, was sich auf dem Bildschirm befindet. Habt ihr in einem Abschnitt alles erlegt, öffnet sich die Tür zum nächsten Level. Am Ende einer Welt, die meist aus sieben Abschnitten besteht, wartet dann ein dicker Boss, der euch ziemlich fordern wird. So mal zum groben Ablauf. Aber Applava verfeinert das Spielprinzip mit ein paar sehr netten Ideen.

Innovative Abwechslung

Damit euch nicht langweilig wird, gibt es eine Menge an Waffen zu entdecken: Manche wirken auf kurze Distanz, manche hauen dicke Löcher in die Gegend, andere frieren ein und andere explodieren so heftig, dass sie euch mal mitreißen können. Das einzige Problem ist jedoch an diese Schießprügel heranzukommen.

Das geht nämlich auf zwei Arten. Entweder schaut ihr beim Shop vorbei, der am Ende mancher Abschnitte optional wartet – dort hat der Verkäufer dann drei zufällige Waffen im Angebot. Besitzt ihr genügend Münzen, könnt ihr zugreifen.

Die andere Möglichkeit wäre, dass ihr einen Geheimgang in einem Abschnitt findet oder eine verschlossene Tür mit einem Schlüssel öffnet. Dann nämlich landet ihr meist in einem Abschnitt mit einer dicken Truhe. Mit etwas Glück befindet sich dort drin dann eine mächtige Waffe – oder auch nicht. Man muss schon ein wenig Frusttoleranz mitbringen.

Und zu guter Letzt wären da noch die Artefakte und Fähigkeiten. Fangen wir mit letzterem an: Die Fähigkeiten verschaffen euch meist einen temporären Bonus. Zu Beginn dürft ihr dadurch lediglich schnell ausweichen. Später jedoch erhöht ihr kurzfristig eure Feuerrate oder werdet für ein paar Sekunden unverwundbar.

Dann wären da noch die Artefakte: Diese sind durch die Bank weg negativ. Sie verringern eure Reichweite, lassen euch direkt bei Feindkontakt sterben oder verstopfen eure Waffen. Warum sollte man also eines davon nehmen? Ganz einfach: Weil sie im Endeffekt richtig starke Boni geben können. Denn jedes eingesammelte Artefakt könnt ihr im Shop eintauschen – danach sind dessen Negativauswirkungen auch verflogen. Nur leider müsst ihr es erst mal bis in den Shop schaffen. Spannende Sache.

Täglich grüßt das gleiche Murmeltier

Bis dahin macht „Blazing Beaks“ wirklich richtig Laune und motiviert immer wieder für einen schnellen Durchgang. Kommen wir aber zum größten Haken aus meiner Sicht: Jeder Tod bedeutet ohne Kompromisse den Neuanfang – was ja noch zu verkraften ist. Allerdings startet ihr immer bei Null – ganz egal wie gut ihr in eurem vorherigen Lauf gewesen seid.

Ihr werdet rein gar nichts in den nächsten Lauf mitnehmen können, außer eure eigene Erfahrung. Von echtem Fortschritt fehlt damit jede Spur. Auf Dauer vergeht mir daher die Lust, wenn ich nach einem richtig guten Lauf dummerweise an einem neuen Gegner gescheitert bin und danach wieder „nackt“ in Level 1 anfangen muss. Hätte man denn nicht ein Fortschrittssystem einführen können, das euch für jeden Lauf belohnt?!

Fazit

„Blazing Beaks“ macht sehr viel richtig, frustet nur leider auf lange Sicht zu sehr: Das Spielprinzip mit den frischen Ideen motiviert ungemein und wird euch über Stunden unterhalten. Wenn ihr dann jedoch merkt, dass jeglicher Fortschritt bei jedem Ableben flöten geht, hat das schon einen bitteren Beigeschmack. Insgesamt kann ich das Werk von Applava aber ruhigen Gewissens weiterempfehlen, weil es auf einem guten Niveau unterhält.

Erhältlich für: Switch, PC
Website: blazingbeaks.com