Unterhaltung Games

Bloodstained: Ritual Of The Night

Genial: Das hier ist die Fortsetzung, auf die jeder Spieler gewartet hat – nur dass es offiziell eigentlich gar keine ist.

Bevor wir lange um den heißen Brei reden, machen wir es kurz: „Bloodstained: Ritual Of The Night“ ist so ziemlich genau das Spielerlebnis, das sich viele vom nächsten „Castlevania“-Nachfolger gewünscht hätten – zumindest als Nachfolger von „Castlevania: Symphony Of The Night“. Allein die Namensgebung von „Bloodstained“ ähnelt dem großen Vorbild aus dem Hause Konami schon erstaunlich.

Publisher 505 Games hat mit diesem Action-Plattformer im Stile traditioneller Metroidvania-Spiele ein richtig heißes Eisen im Feuer – Entwickler Art Play sei Dank. Bei „Bloodstained“ übernimmt der Spieler die Rolle von Miriam, einem übermenschlichen Wesen: Nun ja, optisch ist Miriam jedenfalls eine attraktive Frau. Doch wenn es zum Kampf gegen dämonische Monster geht, kann die Gute ziemlich hart austeilen.

Schon nach den ersten paar Minuten werden sich Fans solch klassischer Retro-Plattformer wie zuhause fühlen. Klassisch ist in diesem Fall aber lediglich auf die Spielmechanik bezogen: In Seitenansicht, einer 2,5-D-Perspektive, wird Miriam durch die Welt gesteuert. Dabei entdeckt sie immer wieder neue Fähigkeiten, die ihr zuvor verschlossene Wege öffnen – typisch für das Genre der Metroidvanias. So viel zum groben Spielablauf.

Grafisch wirkt das Abenteuer allerdings wie ein modernes Manga mit einem ziemlich abgefahrenen Gegnerdesign. Von schleimigen Haufen bis hin zu riesigen Dämonenkriegern oder mal einer gigantischen Katze (!) ist alles dabei. In Sachen Präsentation passt jedenfalls alles zusammen.

Spielerisch steigt „Bloodstained“ rasend schnell auf ein schwindelerregendes Spaß-Niveau. Das liegt unter anderem an der starken Rollenspielkomponente. Denn Miriam levelt durch das Töten von Gegnern auf und wird dadurch immer stärker. Zudem findet sich gefühlt alle zehn Minuten eine neue Fähigkeit, die den Spielstil komplett umkrempeln.

Grundsätzlich kann sie als Magierin, Nah- oder Fernkämpferin gespielt werden – je nach Ausrüstung und eigenem Gusto. Als wäre das noch nicht genug, gibt es wie bei fast allen modernen Spielen heutzutage ein Crafting-System, mit dem der Spieler seine Ausrüstung aufbessern kann.

Aber keine Sorge: Allzu umfangreich oder komplex ist dieses System glücklicherweise nicht ausgefallen. Zu guter Letzt wären da noch die fordernden Boss-Kämpfe, die einfach fantastisch inszeniert wurden. Mal bedarf es mehrere Anläufe, bis so ein Obermotz am Boden liegt, aber dabei geht es eigentlich stets fair zu.

Für einen Durchgang benötigt es etwa zwölf bis 20 Stunden – je nach Ende, das man haben möchte. „Bloodstained“ bietet nämlich ein gutes und ein schlechtes Finish an. Beim guten Abschluss dauert es fast die doppelte Zeit, was das Spielerlebnis jedoch nur noch intensiver macht.


GENRE Action-Platformer
FÜR Xbox One, PS4, PC, Switch
ENTWICKLER Art Play
PUBLISHER 505 Games
SPIELER 1
ONLINE nein
USK ab 12 Jahren
505games.com/games/bloodstained