Laut eines Börsen-Experten aus den USA wird „Borderlands 3“ am Ende des Jahres zu den drei umsatzstärksten Videospielen 2019 gehören. Da liegt die Messlatte also ganz schön hoch für Entwickler Gearbox und Publisher 2K. Nach dem letzten Anspieltermin auf der gamescom und der fertigen Version gibt es aber vorweg eine Entwarnung: „Borderlands 3“ hat tatsächlich das Zeug zum Spitzenreiter.
Grundsätzlich bleibt der Ego-Shooter nämlich seinen Wurzeln treu: Eine verrückte Story, tausende innovativer Waffen, der unverkennbare Comic-Look und ein herrlich schwarzer Humor sind wieder wichtige Bestandteile des Unterhaltungspakets.
Natürlich hat der Shooter auch erneut frische Helden im Gepäck – und diese vier Recken haben es in sich. Da hätten wir eine Schützin, einen Agenten, eine Sirene und einen Bestienmeister. Letztgenannter führt zum ersten Mal in der „Borderlands“-Geschichte einen Pet-Beschwörer ein.
Aber auch die anderen drei Charaktere spielen sich angenehm individuell, was größtenteils an dem neuen Talentbaum liegt: Jeder Charakter hat die Wahl aus drei Basic-Skills, die dann kontinuierlich verbessert werden dürfen. Nach jedem Levelaufstieg dürft ihr also fleißig Punkte in den Talentbaum stecken und so neue passive, aber auch aktive Fähigkeiten freischalten.
Neu ist, dass ihr nun viel mehr Kombinationsmöglichkeiten habt, um euren Charakter eurem Spielstil anzupassen – was zu wilden Experimenten einlädt. Beispielsweise habt ihr bei der Schützin, die sich kurzerhand in einen riesigen Mech-Anzug verfrachten kann, die Möglichkeit, ihre Waffenarme auszutauschen, bis sie eurem Stil entsprechen.
Oder ihr rüstet den Nahkampfangriff der Sirene auf, sodass er nicht nur physischen Schaden anrichtet, sondern eure Feinde im Umkreis trifft und zusätzlich Säure-Schäden am Ziel verursacht. Wie gesagt: Ihr dürft euch gerne austoben. Das müsst ihr auch nicht alleine machen, sondern könnt mit insgesamt vier Spielern gleichzeitig auf die Beutejagd gehen, was den Spaßfaktor nochmals deutlich steigert. Aber was wären unsere Helden ohne einen ordentlichen Widersacher?!
Da Handsome Jack aus dem zweiten „Borderlands“ leider nicht mehr existiert, muss ein neuer Oberschurke ran beziehungsweise zwei von der Sorte. Diesmal habt ihr es mit den brutalen Calypso-Zwillingen Tyreen und Troy zu tun. Beide wollen die Galaxie an sich reißen und verbreiten dazu Angst und Schrecken im Universum – alles über Streams, die ihre Gräueltaten zeigen.
Ja, so ein kleiner Seitenhieb auf unsere Internet-Kultur lässt sich Gearbox nicht nehmen. Das ist beileibe aber nicht der einzige zynische Kommentar auf unsere Gesellschaft – der Humor von „Borderlands 3“ spielt mal wieder in der ersten Liga. Ebenso wird die Sammellust erneut angeregt, da es tausende verschiedener Waffen zu finden gibt, die allesamt individuelle Eigenschaften mitbringen.
Hinzu kommen Artefakte, Mods oder neue Skills, die euren Avatar verändern – von den sehr abwechslungsreichen Umgebungen fangen wir erst gar nicht an zu schwärmen. Ihr seht: Nicht nur die Story, sondern auch der Inhalt ist der reine Wahnsinn. „Borderlands 3“ kann die Erwartungen erfüllen, die die Fangemeinde hatte: Der Loot-Shooter plustert sich auf, schraubt an den richtigen Gameplay-Schrauben und überzeugt mit einer unterhaltsamen Story.
Auch wenn die Calypso-Zwillinge nicht ganz so charismatisch sind wie einst Handsome Jack, bietet euch Gearbox ein prall gefülltes Spaßpaket, das euch locker bis Ende des Jahres auf einen sehr adrenalingeladenen Unterhaltungstrip schickt. So müssen Fortsetzungen aussehen!
GENRE Ego-Shooter
FÜR Xbox One, PS4, PC
ENTWICKLER Gearbox
PUBLISHER 2K
SPIELER 1-4
ONLINE ja
USK ab 18 Jahren
borderlands.com