Unterhaltung Games

Bounty Battle

Indie-Prügelei mit vielen Second-Class-Heroes: Können sich die Helden in die erste Riege hochboxen?

Für mich kam „Bounty Battle“ aus dem Nichts: Kaum angekündigt, war es auch schon da. So liebe es das eigentlich mit Games. Denn der große Hype Monate im Vorfeld geht mir schon mal auf die Nerven … Also war das schon mal ein sehr guter Anfang mit uns – mir und „Battle Bounty“.

Indie-Heaven

Die Idee hinter dem 2D-Prügelspiel ist ansprechend: 25 Charaktere aus mehr oder weniger bekannten Indie-Games treten hier gegeneinander zum großen Duell an. Duell ist vielleicht der falsche Ausdruck. Vielmehr sind es Quartette. Denn hier dürft ihr wie bei „Smash Bros.“ zu viert in einer Arena umherwuseln und euch beharken. Denn „Battle Bounty“ greift viele Ideen von „Smash Bros.“ und anderen Konkurrenten ab.

Auf den ersten Blick sieht das auch wirklich fantastisch aus: Wenn sich in den kleinen Arealen Owlboy mit Juan von Guacamelee einen Fight liefert, hat das schon seinen Charme. Auch Charaktere aus Blasphemous oder Dead Cells sind hier anzutreffen. Einige Eigenkreationen sind ebenfalls am Start. Wie gesagt: Die Idee ist sehr faszinierend. Nur bei der Ausführung hapert es dann etwas.

Gleichstellung

Zunächst einmal: Jeder Charakter spielt sich fast gleich. Dieselben leichten und harten Angriffe gesellen sich zu einem oder zwei Spezialattacken. Nur leider unterscheiden diese sich nur marginal. Man hat nie das Gefühl, dass ein Charakter mal besonders schnell oder schlagkräftiger als andere ist. Echt schade, wenn man bedenkt, wie viele Möglichkeiten es hier eigentlich gibt.

Genau aus diesem Grund setzt dann auch schnell so etwas wie Langeweile ein. Gäbe es vielleicht noch einen Story-Modus, würde ich „Battle Bounty“ diesen Missstand verzeihen. Doch auch hier: Fehlanzeige. Lediglich die Herausforderungen und ein Arcade-Modus sind verfügbar. Doch auch hier gilt: Im Grunde macht ihr hier immer wieder das gleiche – kämpfen, bis der Feind oder ihr zu Boden geht. Nicht falsch verstehen: Das macht schon für eine Weile Spaß.

Doch mir persönlich fehlt die Abwechslung. Ich erinnere da an ein „Smash Bros.“ für die Switch, das mich wochenlang allein mit dem Story-Modus beschäftigt hat, der im Grunde immer wieder das Gleiche bietet. Doch auf die Art der Präsentation kommt es hier an.

Zahm bis tödlich

Zudem macht die KI ihren Machern nicht allzu viel Ehre: Wie oft habe ich bloß meine leichten Attacken gespamt und so gewonnen – ganz ohne Taktik oder Können. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Und einmal traf es mich dann ohne Vorwarnung. Ich bin im Arcade-Modus durch sieben Kämpfe durchgerauscht und hatte dann urplötzlich im achten Match nicht den Hauch einer Chance – auch nach zwölf Versuchen. Frustriert habe ich dann erst einmal ausgeschaltet.

Ich könnte noch weiter über solche Punkte sprechen, aber das Ergebnis ist schon offensichtlich: Vielleicht würde es „Bounty Battle“ guttun, wenn sich Merge Games noch eine Weile mit der Entwicklung beschäftigt. Denn bisher gefällt es mir sehr als Grundgerüst. Und genau das ist das Problem: „Bounty Battle“ ist bislang nicht vielmehr als ein Grundgerüst. Gute Ideen stecken hier drin und das Potenzial ist augenscheinlich. Nur scheint es an vielen Stellen noch unfertig zu sein.

Fazit

Im derzeitigen Zustand wirkt „Bounty Battle“ wie eine Beta-Version eines Prügelspiels, das noch einiges an Feinschliff benötigt. Das Grundgerüst und die Ideen dahinter sind spannend, aber eben noch unausgereift bzw. von Monotonie eingefärbt. Das alles könnte sich durch ein paar Patches beheben lassen. Derzeit macht „Bounty Battle“ nur bei kurzen Duellen Laune.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: mergegames.com/bounty-battle