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Bridge Constructor Portal

Ein Traumpaar mit Gehirnverknotung: Diese zwei Welten sind wie füreinander geschaffen.

Warum ist da eigentlich nie jemand vorher draufgekommen?! Auf einer Single-Party hätte man die beiden wohl direkt miteinander verkuppelt, ohne dass Frau Bause hätte nachhelfen müssen. In der Welt der Spiele liegt es meist an lizenzrechtlichen Gründen, dass manche Marken nicht zusammenfinden – auch wenn sie noch so gut zueinander passen. Im Falle von „Bridge Constructor“ und „Portal“ könnte die Kombination kaum besser sein: Die herausfordernden Puzzles aus „Bridge Constructor“ gepaart mit dem Charme und der Prise Wahnsinn aus „Portal“ – einfach genial. Wer einen dieser Titel bereits mochte, kann getrost den Rest des Artikels überspringen, das Spiel kaufen und seine Zeit da reinstecken. Braucht ihr noch Überzeugungshilfe? Dann lest weiter.

Den Humor am rechten Fleck

Bevor es richtig losgeht, müsst ihr euch bei einem Einstellungsgespräch als würdig erweisen: Nur wer die drei (oder waren es vier) Fragen so beantwortet, dass euer Vorgesetzter zufrieden ist, darf abenteuerliche Konstruktionen basteln. Der trockene Humor samt einer Begrüßung durch den wunderbar durchtriebenen Roboter GLaDOS liefert den idealen Einstieg in das Rätsel-Abenteuer. Das Ziel eines jeden Levels – insgesamt warten 60 knifflige Situationen auf euch – ist stets gleich: Bringt euer Fahrzeug (samt den Insassen, wenn möglich) unbeschadet vom Anfangsrohr ans Endrohr. Zwischen den beiden Rohren warten jedoch allerlei Gefahren auf euch: Säure, Schussanlagen oder tödliche Laserstrahlen sind nur einige der Hindernisse, die ihr durch kreative Baukunst überlisten müsst. Euer Fahrzeug wird nämlich brav wie einst die Lemminge einfach den Weg abfahren, den ihr für es konstruiert habt. Zum Glück habt ihr unendlich viele Versuche, um das Ziel zu erreichen. Als Baumaterialen stehen euch Brücken- und Stützpfeiler, sowie Stahlseile zur Verfügung. Nun ist eure Fantasie gefragt: Wie bekommt ihr eine stabile Brückenkonstruktion hin, über die euer Fahrzeug getrost rollen kann?!

Schaffe, schaffe, Brückle bauen

Die Bedienung dabei ist in Windeseile erlernt und erfordert nicht sonderlich viel Geschick. Im Testmodus, der per Knopfdruck eingeschaltet wird, könnt ihr sehen, ob eure Konstruktion überhaupt eine Chance hat zu Überleben. Aber dieser Titel hier trägt den Zusatz „Portal“ ja nicht ohne Grund im Namen: Habt ihr beim „Bridge Constructor“ eher mit „normalen“ Routen zu tun, müsst ihr hier nicht selten erst einmal ein paar Augenblicke überlegen, wo es überhaupt langgeht. Denn durch die namensgebenden Portale kann das schon mal verwirrend werden. Kurz zur Erklärung: Portale mit gleicher Farbe sind miteinander verbunden. Fährt euer Wagen durch ein blaues Portal, so kommt er aus dem Äquivalent wieder heraus – und das mit exakt der Geschwindigkeit, mit der er in das andere Portal hineingefahren ist. Klingt einfach? Na dann versucht euch mal folgendes Beispiel vorzustellen: Euer Wagen fliegt von einer Brücke, gewinnt an Fallgeschwindigkeit und trifft am Boden auf ein Portal. Das Gegenstück befindet sich nun auf einem anderen Teil der Karte – und zwar nicht nach oben oder unten ausgerichtet, sondern nach links. Also wird euer Fahrzeug nun mit Volldampf aus dem Portal schießen und könnte dabei vielleicht eine größere Klippe oder ein Säurebad überspringen, wo ihr keine Brücke hinsetzen konntet …

Wenn ihr mit dieser Vorstellung schon Probleme habt, dann werden euch manche Abschnitte ordentlich das Gehirn verknoten – ich liebe diese Art der Herausforderungen. Als kleinen Bonus gibt es in jedem Level nach erfolgreichem Abschluss noch die Möglichkeit, dass ihr anstatt eines Gefährts gleich einen kompletten Konvoi über die Piste schicken könnt. Dieser wird eure Konstruktion besonders hart beanspruchen und zeigen, wie gut ihr gebaut habt. Rote Linien innerhalb der einzelnen Brückenabschnitte zeigen euch dabei deutlich, wo die meiste Belastung herrscht. Dadurch könnt ihr diese Stellen nachbessern, falls sie beim ersten (oder hundertsten) Versuch zu Bruch gehen. Optisch zeigt sich das Spiel ebenfalls von seiner sehr charmanten Seite: In den einzelnen Levels baut ihr aus einer leicht stilisierten 2D-Sicht heraus die Brückenelemente zusammen. Sobald ihr euch für eine Testfahrt entscheidet, schaltet das Spiel auf eine bessere Auflösung und mehr Details um: Dann heißt es zurücklehnen und hoffen, dass eure Konstruktion zum Ziel führt. Zwischen den einzelnen Missionen gibt euch der unwiderstehliche Bösewicht GLaDOS wertvolle, manchmal auch absurde Tipps, wie ihr die Missionen und euren Alltag meistern könnt – herrlich abgedreht.

Fazit

Als kreatives Knobelspielchen ist „Bridge Constructor Portal“ der beste Baukasten zum Austoben, den ich mir vorstellen kann. Jeder, der einer kleinen Herausforderung samt einem spitzenmäßigen, trockenen Humor nicht abgeneigt ist, sollte sich diesen Titel unbedingt anschauen. Wie gesagt: Ich kann es immer noch nicht glauben, dass auf diese Idee noch keiner vorher kam. Für mich ist das Spiel jetzt schon ein heißer Kandidat meiner persönlichen „Top Five“-Liste des Jahres. 

Erhältlich für: PC, Xbox One, PS4, Switch, iOS und Android 
Website: headupgames.com