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Bubsy 4D

Ausgeluchstes Abenteuer mit Augenzwinkern.

Bubsy 4D ist eine Rückkehr, bei der man erst skeptisch die Augenbraue hebt und dann überraschend oft grinsen muss. Auf der Switch 2 wirkt das Spiel wie eine kleine Rehabilitationstour für eine Figur, die in der Spielgeschichte längst eher als Running Gag als als Held gilt.

Ein alter Name, neue Chancen

Bubsy hatte nie den besten Ruf. Das Franchise stand lange für viel Geschrei, wenig Präzision und den gelegentlichen Verdacht, dass eine besonders flotte Sprechblase kein gutes Jump’n’Run ersetzt. Bubsy 4D geht das Thema erfreulich selbstironisch an und versucht gar nicht erst, sich von dieser Vergangenheit freizusprechen. Stattdessen spielt das Spiel mit genau dieser Vorgeschichte und macht daraus einen Teil seines Charmes.

Das funktioniert besser, als ich erwartet hätte. Denn wer mit der richtigen Portion Humor an die Sache herangeht, merkt schnell: Hier will niemand ein heiliges 3D-Plattform-Monument errichten. Hier will ein notorisch unterschätzter Luchs (oder Kater?! Oder was auch immer) einfach beweisen, dass er noch springen kann.

Sprunggefühl statt Rufschaden

Spielerisch überrascht Bubsy 4D vor allem dort, wo es zählt: beim Tempo und beim Bewegungsgefühl. Die Levels setzen auf flotte Traversal-Passagen, kleine Plattformketten, Sammelkram und genug Raum für schrägen Schwung, damit das Ganze nicht im reinen Oldschool-Gehopse steckenbleibt.

Ich fand besonders angenehm, dass das Spiel nicht nur auf Nostalgie setzt. Es will tatsächlich gespielt werden. Und genau dadurch holt es sich Punkte zurück – jedenfalls bei mir. Bubsy fühlt sich hier weniger wie ein verunglückter Anachronismus an, sondern eher wie eine Figur, die noch einmal beweisen darf, dass sie in ein modernes Plattformgerüst passt.

Mit Augenzwinkern ins Chaos

Der Ton ist dabei wichtig. Bubsy 4D nimmt sich nie völlig ernst. Das ist gut so. Die Serie hat sich über Jahre genug Spott eingehandelt, also ist Selbstironie hier fast Pflicht. Das Spiel nutzt diese Haltung, ohne sich selbst komplett zur Parodie zu machen.

Gerade das finde ich sympathisch. Der Witz läuft nicht gegen das Spiel, sondern mit ihm. Es gibt kleine Seitenhiebe auf die eigene Vergangenheit, aber nie so viele, dass daraus bloß ein Meme wird. Bubsy darf also wieder albern sein, ohne peinlich zu wirken.

Nicht alles auf Hochglanz

Ganz makellos ist das natürlich nicht. Die Kamera kann in 3D-Plattformern immer ein kleines Biest sein, und auch hier gibt es Momente, in denen Präzision wichtiger wäre als Schmunzeltempo. Dazu kommt, dass Bubsys Ruf natürlich mitspielt. Man geht mit einer gewissen Skepsis rein. Die muss das Spiel erst einmal abschütteln.

Und genau das gelingt nicht immer vollkommen. Manche Ideen wirken bekannter, als sie sollten. Manche Passagen tragen stärker vom Charme als von echter mechanischer Brillanz. Aber ich würde das nicht als Scheitern abtun, sondern als ehrliche Grenze eines Spiels, das mehr will, als sein Name vermuten lässt.

Fazit

Bubsy 4D (was für ein Name?!) ist auf der Switch 2 eine überraschend unterhaltsame Rückkehr eines sehr schwer belasteten Namens. Das Spiel lebt von Tempo, Selbstironie und einem Bewegungsgefühl, das deutlich besser ist, als man es Bubsy früher zugetraut hätte.

Es ist kein neues Genre-Idol. Dafür fehlen die ganz großen Aha-Momente. Aber es ist ein Plattformspiel mit Charakter, Humor und genug Eigenwilligkeit, um den alten Kater wieder interessant zu machen. Und das ist schon fast die größte Leistung, die man Bubsy zuschreiben kann.

Erhältlich für: PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/3237970/Bubsy_4D