Unterhaltung Games

Bunny Park

Entspannungstherapie mit hoppelnder Gesellschaft: Wenn ihr mal etwas Entschleunigung vom Alltag braucht.

Also selten trifft ein Titel es so genau: In Bunny Park von Soedesco ist der Name Programm. Damit wäre ich auch schon fast fertig mit meinem Test. Naja, noch nicht ganz. Kommt mit auf eine gemeinsame Rundreise durch meinen Kleintierzuchtverein.

Falsch abgehoppelt?

Bunny Park hätte auch genauso gut ein Smartphone-Spielchen sein können oder auch Beschäftigungstherapie – Bunny Park heißen können. Denn viel zu tun gibt es eigentlich nicht. Ihr beginnt in einem bunten Park und bekommt in einer kleinen Textbox ratzfatz die wichtigsten Steuerelemente erklärt. Das war dann das Tutorial. Ab jetzt seid ihr auf euch gestellt. Euer Ziel? Lockt Hasen in euren Garten und macht sie glücklich.

Wie genau das geht? Nun ja, ihr zupft fleißig Unkraut aus dem Rasen, lasst Steine und Holz verschwinden und streichelt die Hoppler hin und wieder. Als Dank buddeln sie nah Münzen und lassen euren Geldbeutel anschwellen. Die gefundenen Münzen müsst ihr allerdings mit dem Cursor anklicken oder zumindest hinüber hovern. Das gelingt allerdings nicht immer, weil die Zielerfassung etwas dürftig ist.

Viele bunte Fellknäuel

Wenn ihr euren Job gut macht, kommen andere Hasen hinzu. Insgesamt könnt ihr bis zu 25 Hasen sammeln. Dafür müsst ihr geheime Ziele erfüllen. Zum Beispiel bestimmte Elemente im Garten installieren oder besonderes Gemüse anbauen. Nach und nach gesellen sich immer mehr Hasen zu euch. Mehr Hasen bringen mehr Geld und damit neue Möglichkeiten. Im Groben war es das dann auch mit der Spielbeschreibung.

Mit der Zeit könnt ihr diesem Trott entkommen, indem ihr eure Abläufe automatisiert. Kauft dazu kleine Schmetterlinge, die gewisse Arbeiten erledigen: So räumen die geflügelten Helferlein Steine, Stöcke und Unkraut aus dem Weg. Andere wiederum sammeln die Münzen ein, die die Bunnies hinterlassen. Und ein spezieller Schmetterling kümmert sich um das Wohlbefinden der Langohren. Sobald ihr von jeder Sorte einen habt, könnt ihr euch theoretisch entspannt zurücklehnen. Denn sonderlich viel mehr zu tun gibt es dann nicht mehr – außer die Dekoration vielleicht.

Umständliche Verschönerung

Mit der Deko wie Heuballen, hohle Baumstämme oder Schaukeln sorgt ihr dafür, dass euer Bunny Park an individuellem Touch gewinnt. Lediglich die Erfolge dahinter werden die meisten wohl animieren, um hier was zu dekorieren. Denn die Auswahl hält sich in Grenzen und ist zudem umständlich zu erreichen. Es fehlt an gewohnten Komfortfunktionen. Ein Beispiel ist der Straßenbau. Ich wollte einen Steinpfad errichten, um mich optisch abzugrenzen.

Also drücke ich den Menüknopf, navigierte auf „niedliche Dekorationen“, wählte dort den Steinpfad aus und bestätigte meine Auswahl. Anschließend darf ich mit dem Cursor bestimmen, wo der Pfad hin soll. Mit den Schultertasten rotieren ich das kleine Stück Pfad in die gewünschte Richtung. Habe ich ihn dann platziert, geht wieder alles von vorne los. Ich muss mich tatsächlich wieder durch das Menü wühlen, um das nächste Stück zu setzen. Das dauert Ewigkeiten. Das Spiel rechnet gar nicht damit, dass ihr vielleicht mehrere Abschnitte hintereinander setzen wollt. Ähnlich geht es mit anderen Funktionen zu.

Auch die Navigation durch euren Park ist gewöhnungsbedürftig. Mit dem linken Stick bewegt ihr die Kamera, mit dem rechten den Cursor. Beides ist aber so träge, dass ihr oftmals nicht rechtzeitig zu einer Münze kommt, bevor diese wieder verschwindet. Im Menü lassen sich die Geschwindigkeiten beider Sticks leider nicht anpassen. Ihr müsst also damit leben.

Grafisch befindet sich Bunny Park auf Drittliga-Niveau – ohne jemandem nahezutreten. Es ist zwar immer schön bunt, was ihr zu sehen bekommt, aber viele Details werdet ihr nicht entdecken. Irgendwie fühlt sich Bunny Park nach einem Mobile Game an, das es aus Versehen auf die Konsolen geschafft hat.

Fazit

Bunny Park ist mehr Beschäftigungs- und Entspannungstherapie als ein wirkliches Spiel. Die Interaktionen beschränken sich auf ein Minimum und die Steuerung lässt stark zu wünschen übrig. Solltet ihr jedoch auf der Suche nach einem entspannenden Spielchen für zwischendurch sein, das Mechaniken eines Mobile Games bietet, dann ist Bunny Park euer Ding. Wer allerdings eine Art Wirtschaftssimulation erwartet, wird hier bitter enttäuscht. Dei Bunnies dienen lediglich zur Erholung und der Auffrischung eures Trophäen- oder Gamerscore-Punktestands.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: soedesco.com/games/bunny-park