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Call of Duty: Vanguard

Ein Shooter-Paket, vollgepackt mit Action. Da können die kalten Tage ruhig kommen.

Fast jedes Jahr ist es das Gleiche: Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, dann kämpfen zwei gigantische Shooter-Reihen um die Gunst der Fans. Die Rede ist natürlich von Call of Duty und Battlefield. Dieses Jahr entschied sich die Schlacht aber schon frühzeitig – jedenfalls aus meiner persönlichen Sicht.

Während Battlefield 2042 ein reiner Online-Shooter ist und zu Beginn mit etlichen Bugs zu kämpfen hat, konnte Call of Duty: Vanguard mein Herz im Sturm erobern. Warum? Das erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Ich bleib' lieber Single

Zunächst einmal solltet ihr wissen, dass ich in Sachen Online-Shooter eher zurückhaltend bin. Mal für zwischendurch macht das ja Laune, aber rein kompetitiv habe ich dazu einfach zu wenig Zeit, um wirklich gut zu werden – und das nervt. Daher liebe ich es, wenn ein Shooter eine schicke Solo-Kampagne bietet, die ich nach meinen Wünschen angehen kann. Und genau da hat Call of Duty: Vanguard ins Schwarze getroffen.

Die Story um eine Elite-Truppe im Zweiten Weltkrieg mag zwar keine Innovationspreise gewinnen, punktet aber mit Atmosphäre und Abwechslung. Rein von der Story her springt ihr zeitlich immer wieder zwischen den Jahren 1940 bis 1945. In Rückblenden werden die Geschichten der Helden erzählt, die ihr im ersten Kapitel steuert.

Dabei bereist ihr virtuell den halben Globus: Von Hamburg ins kalte Russland und einen Abstecher in den sommerlichen Süd-Pazifik. Vom Setting her habe ich schon mal nichts zu meckern. Call of Duty: Vanguard versteht seinen Job und weiß die Action kinoreif zu präsentieren. Kein Wunder: Immerhin machen das die Entwickler von Sledgehammer Games nicht zum ersten Mal.

Tiefe Einsichten

In der Story nehmen wir in jedem Kapitel die Sicht eines anderen Hauptcharakters der Geschichte ein. So bekommt jede Person, die uns zu Beginn in Kapitel 1 präsentiert wird, einen tieferen Hintergrund – und somit auch Charakter. Wir lernen dadurch die Beweggründe und persönlichen Schicksale, die sich hinter jedem verbergen, was mal wieder echt spannend ist. Außerdem zeigt Call of Duty: Vanguard, wozu es fähig ist. Denn über Abwechslung brauche ich mich in der Solo-Kampagne nicht zu beschweren.

Die „normale“ Baller-Action gibt sich hierbei immer wieder die Hand mit anderen Situationen: So dürfen wir mal fast unbewaffnet vor Feinden durch den nächtlichen Wald fliehen, eine wunderbare Stealth-Einlage mit unserer Scharfschützin erleben oder in Midway mit dem Flieger durch die Wolken flitzen.

Zusätzlich verfügt jede Person, die ihr spielt, über eine einzigartige Fähigkeit, die noch mehr frischen Wind ins Geschehen bringt. All das ist mal wieder hervorragen inszeniert. Nur hätte ich mir von dem ein oder anderen Szenario vielleicht etwas mehr gewünscht – aber das ist persönlicher Geschmack.

Mir ist auch klar, dass sich wohl nur wenige Call of Duty: Vanguard allein wegen der Solo-Kampagne kaufen werden – obwohl diese ziemlich gelungen, wenn auch etwas klischeehaft ist und euch je nach Schwierigkeitsgrad und Können sechs bis sechzehn Stunden bei Laune hält.

All das ist wie immer ein Vorgeschmack auf den Multiplayer-Part, der euch danach für die kommenden Monate bei Laune halten kann, wenn ihr das wünscht. Sledgehammer Games und Activision liefern euch hier mal wieder ein dickes Paket an Action und Abwechslung – Zombies inklusive. Wobei wir schon beim ersten Kritikpunkt aus der Community wären.

Verfaultes Fleisch

Der inzwischen geliebte Zombie-Modus ist natürlich wieder mit an Bord. Doch leider müssen Fans diesmal tapfer sein. Denn viele Spielmechaniken aus den Vorgängern wurden hier einfach weggelassen, um den Modus zu entschlacken. An sich keine schlechte Idee für Einsteiger. Aber dadurch wird euch dieses Spielvergnügen nur kurz bei Laune halten.

Denn tiefgründige Action braucht ihr diesmal nicht zu erwarten. Vielmehr wurde die Jagd nach Nazi-Zombies in kleine Level-Häppchen gepackt, bei denen ihr immer wieder die drei gleichen Aufgaben erledigen müsst. Neue Fähigkeiten kauft ihr euch mit dem erzielten Gold, was spielerisch aber nur wenig ausmacht. Daher: Nett, aber nicht nötig.

Beim restlichen Multiplayer-Teil muss ich mich wirklich konzentrieren. Wie bereits zu Beginn erwähnt, bin ich nicht mehr der Jüngste und meine Reaktionen dementsprechend eingerostet. Das bekomme ich bei meinen ersten Ausflügen in die Team Deathmatches zu spüren: Nach gefühlt zwei Treffern gehe ich zu Boden – alles in rasender Geschwindigkeit.

Nach ein paar Respawns habe ich mich an das Tempo einigermaßen gewöhnt, aber mein Herz pumpt immer noch auf der höchsten Stufe. Lange halte ich das nicht aus. Call of Duty: Vanguard ist wirklich schnell, sehr schnell sogar im Multiplayer-Part. Das nur als Vorwarnung.

Frischer Wind

Was die Spielmodi angeht, konzentriert sich Call of Duty: Vanguard auf zwei neue Modi: In Champion Hill stehen sich Zweier- oder Dreierteams gegenüber. Wer zuerst seine zwölf Respawns aufgebraucht hat, hat verloren. Für ein ausgeglichenes Spielgefühl sorgen anfangs zufällig verteilte Waffen auf beiden Seiten. Hier ist mehr Taktik gefragt als in den anderen Modi. Bei der Patrouille geht es ähnlich zu wie beim Team Deathmatch, nur dass sich hier langsam ein Hügel übers Spielfeld bewegt.

Grafisch und technisch macht Call of Duty: Vanguard seine Sache wirklich gut. Manche Szenen aus dem Solo-Abenteuer könnten glatt aus einer Hollywood-Produktion stammen. Hier sieht man die Erfahrung von Sledgehammer Games. Auf der älteren Konsolengeneration ist von Framerateeinbrüchen die Rede, was ich mit meiner Xbox Series X nicht feststellen kann: Hier läuft alles wie am Schnürchen und auch die Ladezeiten halten sich sehr zurück – so soll es sein.

Fazit

Mit Call of Duty: Vanguard hat Activision zum Ende des Jahres wieder ein heißes Eisen im Feuer. Ein ordentlicher, wenn auch nicht sonderlich innovativer, dafür umso spannenderer Kampagnen-Modus führt atemberaubend in die Welt des Zweiten Weltkriegs ein. Der Multiplayer-Modus rundet die Action auf dem Monitor dann ab, lässt aber in der Kür einige Federn.

Insbesondere der Zombie-Modus verkommt zur reinen Highscore-Jagd ohne den taktischen Anspruch früherer Ableger. Auch in Sachen Umfang kann man zwar nicht meckern, wünscht sich aber ein paar klassische Spielmodi zurück – die sicher noch kommen werden. Insgesamt stellt Call of Duty: Vanguard aber mal wieder ein actiongeladenes Ballerfest dar, auf das sich Fans freuen dürfen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: callofduty.com/content/atvi/callofduty/vanguard/web/de/home.html