Back to the Roots: Activision und Sledgehammer Games führen euch erneut in den Zweiten Weltkrieg – genau dahin, wo die Reihe vor fast 15 Jahren ihren glorreichen Auftakt fand. In der Rolle von Soldat Daniels erlebt ihr die Grauen des Krieges hautnah … Vor zehn Jahren etwa hätte ich dieses Spiel getrost zur Seite gestellt und mich mit etwas anderem beschäftigt, da mir die Thematik zum Halse heraushing. Inzwischen kann ich mich damit wieder anfreunden und ziehe ins Gefecht.
Alte Stärken neu entdeckt
Nach den letzten zwei, drei Ausflügen in die Zukunft, macht Activision meiner Meinung nach genau das Richtige und blickt auf die Vergangenheit: Denn mit den kriegerischen Auseinandersetzungen samt High-Tech-Ausrüstung konnte ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen. Daher freue ich mich regelrecht auf dieses „klassische“ Call of Duty – Und weil es im Gegensatz zu manch anderen Genre-Vertretern auch noch eine prima Kampagne für Single-Player bietet, umso mehr. Wenn die „Call of Duty“-Reihe ein Alleinstellungsmerkmal hatte, dann war es die Inszenierung in Form eines Michael-Bay-Action-Blockbusters. Gleich in den ersten Minuten bestätigt sich das: Grafisch ist „WW II“ eine Wucht, die Präsentation fast wie in einem Spielberg-Film – ja, ich denke da konkret an den „Soldat James Ryan“. Macht euch also auf einen etwa acht Stunden langen Kriegsfilm bereit, der schauerliche Momente bietet, aber auch in ein ordentliches Maß an Pathos getaucht wurde. Schrecklich und gleichzeitig doch atemberaubend schön.
Ein Fundament, das keine Änderungen braucht
Spielerisch hat sich reichlich wenig getan: Ihr schießt euch in der Kampagne von Speicherpunkt zu Speicherpunkt durch und hofft, dass der Gegner früher ins Gras beißt als ihr. Fast schon Serientypisch kamen an manchen Stellen Feinde in unendlicher Anzahl immer wieder aus ihren Verstecken gekrochen bis ich einen bestimmten Punkt erreicht habe, was den Nachschub schlagartig stoppte. Der Atmosphäre tat das allerdings keinen Abbruch. Und ganz ehrlich: Irgendwie erkenne ich die Reihe darin auch wieder. Wo wir gerade bei den Schießereien sind: Das Waffenfeedback haben die Entwickler von Sledgehammer Games hervorragend getroffen. Es ist schon ein Unterschied, ob ich aus einer PK feuere, eine Flinte ins Korn nehme oder gleich den Flammenwerfer auspacke. Und das spürt man direkt. Zudem fand ich die Interaktion mit den verschiedenen Charakteren zwar vielleicht etwas zu sehr gezwungen, aber dafür kannte ich meine Truppe später auch – was mir mehr Verbundenheit zu meinen Kameraden bescherte. Während der Gefechte kann ich nämlich einzelne Team-Mitglieder ansprechen, damit sie mir helfen: So hat Zußman immer ein Erste-Hilfe-Paket parat, wenn ich genügend Gegner getötet habe und Turner hilft mir gerne mit Granaten aus. Eine nette Idee. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert.
Alleine? Dann spielt mit anderen!
Nach der Kampagne seid ihr bereit für das eigentliche Herzstück des Spiels: Der Multiplayer-Modus ist der Motor, der das Unterhaltungsbarometer in den nächsten Monaten auf einem konstant hohen Niveau halten wird. Und ja: Auch diesmal sind wieder Zombies mit an Bord – diese sind seit vier Jahren kaum noch aus der Reihe wegzudenken. Habt ihr keine Lust auf kompetitive Auseinandersetzungen, dann steigt einfach in den Koop-Modus ein, der euch eine neue Storyline bietet und mit Freunden bestritten werden darf. Multiplayer werden hier definitiv glücklich werden.
Fazit
Am Ende bleibt also lediglich die große Frage, welche Art von Spieler ihr seid. Wenn ihr es wirklich nur auf die Singleplayer-Kampagne abgesehen habt, dann weiß ich nicht genau, ob ihr direkt zugreifen solltet oder noch warten wollt, bis es eine Preisminderung gibt. Das müsst ihr selbst entscheiden. Wenn euch allerdings der Online-Modus generell zusagt, dann kann ich „WW II“ nur wärmstens empfehlen. Grafisch und spielerisch sollte es nix zu meckern geben. In der kalten Jahreszeit habt ihr damit genügend Unterhaltung, um bestens durch den Winter zu kommen.
Erhältlich für: PC, Xbox One, PS 4
Website: callofduty.com/de/wwii