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Candle: The Power Of The Flame

Der Begriff „brennende Sehnsucht“ war vielleicht nie zutreffender.

Erst kürzlich hat Publisher Merge Games mit „The Long Reach“ in mir wieder die Freude an Adventures entfacht. Mit dem Entwicklerteam Teku Studios im Schlepptau präsentiert Merge Games nun schon das nächste Abenteuer, bei dem die grauen Zellen gefragt sind: „Candle: The Power of the Flame“ zeigt sich als Action-Adventure mit Fokus auf dem Mystischen.

Auf in fremde Welten

Passend zum Namen des spanischen Entwicklerstudios heißt auch der Hauptcharakter, den ihr in „Candle: The Power of the Flame“ steuert, ebenfalls Teku. Zeitlich lässt sich das Geschehen ziemlich schwer einordnen, wobei ich sagen würde, dass alles lange, lange vor unserer Menschheitsgeschichte in einem zauberhaften Paralleluniversum spielt.

Damit könnte ich vielleicht richtig liegen. Zumindest geht es um kriegerische Kulturen, Schamanen und magische Eigenschaften. Inmitten dessen wacht Teku eines Tages in seinem Dorf auf. Dieses brennt jedoch gerade lichterloh und Teku muss schleunigst das Weite suchen, um nicht auch Opfer des kriegerischen Wakcha-Stammes zu werden.

Als sogenannter „Light-Guide“ hat Teku zumal die Aufgabe auf den Schamanen Yaqa aufzupassen – doch von diesem fehlt jede Spur. Der erste Bildschirm, der sich mit der Flucht des kleinen Masken-tragenden Helden beschäftigt, dient gleichzeitig als Tutorial. Es dauert keine fünf Minuten bis ihr alle Handgriffe in dem Sidescrolling-Adventure gemeistert habt. Danach beginnt das echte Abenteuer, das mit jeder Menge Gefahren auch euch wartet.

Verwässerte Optik, die gefällt

Zunächst einmal fällt der eigenwillige Grafikstil direkt ins Auge. Das liegt daran, dass sämtliche Figuren und Hintergründe mit Wasserfarben als Aquarell gezeichnet und anschließend eingescannt wurden. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Look, der kaum liebevoller sein könnte – aber sicherlich auch gewöhnungsbedürftig.

Zu diesem optischen Schmaus gesellt sich eine lockere, südamerikanische Melodie in jedem Abschnitt, die das Geschehen auf dem Bildschirm unaufdringlich untermalt. Den spanischen Einfluss der Teku Studios spürt man an dieser Stelle vielleicht am deutlichsten. Aber kommen wir wieder zurück zum eigentlich Spiel und dem niedlichen Hauptakteur.

Flammende Begeisterung

Denn Teku hat eine besondere Gabe: Um der „Light-Guide“ zu werden, opferte er in einem Ritual seine Hand, die fortan eine immer brennende Flamme tragen kann. Diese setzen die Entwickler ab sofort auch geschickt zur Lösung einiger gar nicht so leichter Rätsel ein. Es kommt nämlich bei einigen kniffligen Passagen nicht nur auf Kombinationsgabe an, wie es bei Adventures normal der Fall ist, sondern auch auf geschickte Finger – immerhin ist dies ja ein Action-Adventure.

Dementsprechend muss Teku kleinere Hüpfabschnitte meistern, die Physik nutzen oder austricksen und ganz klassische Kombinationsrätsel lösen. Übrigens geht „Candle: The Power of the Flame“ gleich zu Beginn in die Vollen, was das Puzzle-Design angeht. Wie lange habe ich nur gebraucht, um diesen blöden Stein ins Rollen zu bringen, ohne dass er mich gleich erschlägt?! Wer die ersten zwanzig Minuten hinter sich hat, weiß, wovon ich hier rede.

Aber was soll ich sagen: Ich liebe solche Herausforderungen und möchte nicht immer an der Hand geführt werden. Letzten Endes waren alle bisher gesehenen Knobel-Abschnitte immer logisch zu meistern, wenngleich ihr auch manchmal ordentlich um die Ecke denken müsst.

Abgerundet wird das Abenteuer des kleinen Teku durch einen herrlich vertonten Sprecher, der leider nur auf Englisch seine Geschichte erzählt – sowohl während der Zwischensequenzen als auch beim Betrachten verschiedener Gegenstände. Zumindest lassen sich Untertitel einschalten. Die Menüs und Objektbeschreibungen hingegen sind glücklicherweise in Deutsch gehalten.

Fazit

Merge Games und die Teku Studios liefern mit „Candle: The Power of the Flame“ ein wunderschönes, im Grafikstil einzigartiges Action-Adventure ab, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Begeistert war ich vom „Drumherum“ – also der Optik, dem Sound und der Vertonung.

Inhaltlich richtet sich das Spiel eher an Kenner von Adventures, da schon recht zu Beginn deutlich wird, dass es hier um Geschick und Knobel-Fähigkeiten geht. Wer sich an diese Herausforderung heranwagt, sollte mit dem kleinen Teku ein fantastisches Abenteuer erleben.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch
Website: tekustudios.com/eng