Cash Cleaner Simulator nimmt eine herrlich bekloppte Prämisse und macht daraus ein überraschend funktionierendes Wohlfühl-Spiel für Leute, die Ordnung, Routinen und das leise Klicken effizienter Arbeitsabläufe lieben.
Ihr spielt keinen Gangsterboss und auch keinen Actionhelden, sondern im Grunde die unscheinbarste Figur der Unterwelt: die Person, die schmutziges Geld wieder vorzeigbar macht, es sortiert, trocknet, scannt, bündelt und an zwielichtige Auftraggeber zurückschickt.
Schmutzige Scheine, saubere Spielidee
Das Grundprinzip ist schnell erklärt, aber erstaunlich tragfähig. Geld kommt in Taschen, Kartons oder sogar in Matratzen gestopft bei euch an, ihr holt jeden Schein heraus, prüft ihn auf Dreck, Blut, Feuchtigkeit oder Fälschungen und jagt ihn anschließend durch eure Maschinen, bis aus chaotischem Kriminellenmüll wieder sauber gebündelte Ware wird.
Das klingt nach einer dummen Witzidee für drei Minuten, entwickelt aber genau diesen Sog, den gute Simulatoren brauchen: eine simple Schleife aus Sortieren, Reinigen, Zählen und Wegschicken, die sich mit jedem Upgrade runder anfühlt.
Genau darin liegt auch der Witz des Spiels. Cash Cleaner Simulator will kein Gangsterdrama sein, sondern eher ein Prozess-Simulator mit schmuddeligem Anstrich. Es geht nicht um Verfolgungsjagden, sondern um die tiefe Befriedigung, einen Haufen versiffter Scheine in ein ordentliches, sauber gezähltes Paket zu verwandeln, während die Maschinen leise vor sich hinarbeiten.
Meditatives Chaos mit krimineller Note
Das Spiel ist trotz seines Themas erstaunlich gemütlich. Wenn ihr nasse Geldscheine in den Trockner werft, am Zählgerät steht oder Stapel sortiert, kratzt das offenbar genau an derselben Stelle im Gehirn wie PowerWash Simulator oder andere „Arbeit als Entspannung“-Spiele. Es gibt etwas fast schon Meditatives daran, einem Chaos-System beim Ordnungfinden zuzusehen – selbst wenn dieses Chaos eigentlich von irgendwelchen dubiosen Gestalten angeliefert wurde.
Dazu passt, dass euch das Spiel vergleichsweise viel Tempo selbst bestimmen lässt. Ihr nehmt Jobs über euer Handy an, bestellt neue Tools über eine Art Darknet-Shop, baut euren Arbeitsplatz aus und könnt euch zwischendurch sogar mit unnötigem, aber lustigem Kram beschäftigen, etwa Geld durch die Gegend werfen oder eure Bude etwas gemütlicher machen.
Cash Cleaner Simulator versteht also, dass solche Spiele nicht nur aus Effizienz bestehen, sondern auch aus kleinen Albernheiten, die euch den Raum zu eurem Raum machen.
Wenn Routine zur Stärke wird
Spielerisch funktioniert das Spiel genau dann am besten, wenn ihr Freude an Routinen habt. Das Sortieren verschiedener Geldarten, das Prüfen auf Falschgeld und das Optimieren eurer Arbeitskette sorgen dafür, dass aus einer anfangs kleinen Werkstatt nach und nach eine angenehm effiziente Geldwaschfabrik wird. Gerade die Upgrades sind toll, weil sie nicht bloß Zahlen erhöhen, sondern wirklich euren Arbeitsfluss verbessern und damit das Kerngefühl des Spiels stärken.
Spannend ist auch, dass das Labor nicht nur Kulisse bleibt. Hier stecken viele kleine Geheimnisse, die ihr mit UV-Lampe, Nachtphasen und genauer Beobachtung aufdecken könnt, was dem Ganzen noch einen leichten Mystery-Touch gibt. Das Spiel trägt diesen Aspekt zwar nicht als großes Story-Epos vor sich her, aber er reicht aus, um dem sonst sehr mechanischen Ablauf noch ein bisschen mehr Persönlichkeit zu verleihen.
Wo das Geldzählen zur Arbeit wird
So entspannend das alles ist, ganz ohne Verschleiß kommt Cash Cleaner Simulator nicht davon. Die Spielschleife ist auf Dauer etwas zu dünn und das Spiel spielt seine besten Ideen früher aus, als ihm eigentlich guttut.
Genau hier zeigt sich die Grenze des Konzepts: Was zunächst charmant entschleunigt wirkt, kann mit zu wenig frischen Impulsen irgendwann in Routine kippen, die nicht mehr meditativ, sondern schlicht repetitiv ist.
Fazit
Cash Cleaner Simulator ist ein Spiel, das viel besser funktioniert, als es sein Titel vermuten lässt. Aus der dämlichen Grundidee „Was, wenn Geldwäsche ein gemütlicher Job-Simulator wäre?“ macht es eine überraschend entspannte, manchmal fast schon hypnotische Routine aus Sortieren, Säubern, Bündeln und Optimieren. Wenn ihr Freude an Arbeitsabläufen, kleinen Upgrades und dem stillen Glück sauber organisierter Systeme habt, könnt ihr hier ziemlich leicht mehrere Abende versenken.
Ihr solltet nur wissen, worauf ihr euch einlasst. Cash Cleaner Simulator lebt fast komplett von seiner Schleife und von eurem Spaß an Wiederholung; wenn euch solche Simulatoren nicht packen oder ihr ständig neue Mechaniken und Story-Höhepunkte braucht, dürfte euch das Geldzählen recht schnell ermüden. Wenn ihr aber genau dieses ruhige, leicht absurde „Ich mach hier einfach meinen Job und trockne Geldscheine“-Gefühl sucht, dann ist das hier ein erstaunlich starker kleiner Schmutz-Gemütlichkeits-Simulator.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/2488370/Cash_Cleaner_Simulator