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City Of Brass

Mit Peitsche und Säbel in ein tödliches Labyrinth aus 1001 Nacht.

und dabei lief bis dahin eigentlich alles so gut… Aber bei „City of Brass“ gehören solch unfaire Abgänge leider zum Tagesgeschäft. Also fange ich genervt meine Reise wieder von ganz vorne an. Beim ersten Anblick der Screenshots von „City of Brass“ stieg Begeisterung in mir auf: Zum einen, weil ich auf Rogue-like-Spielchen stehe, zum anderen, weil dieses Spiel meinem heimlichen Liebling „Immortal Redneck“ sehr ähnlich sieht – kann ja nie schaden, wenn man gleich eine zweite Variante seines Favoriten bekommt. Aber die Parallelen zu „Immortal Redneck“ halten sich bei „City of Brass“ stark in Grenzen: Eigentlich ist hier bis auf das Rogue-like-Element kaum eine Verbundenheit zwischen den beiden Titeln.

Verflucht, noch eins!

Um was geht’s? Ganz einfach: Nachdem man ein magisches Amulett aufgehoben hat, wartet schon gleich ein Fluch auf den tapferen Finder. In der Story, wenn man diese so nennen mag, muss sich der Held durch zwölf Stages kämpfen, die bei jedem Durchgang zufällig generiert werden. Zu Beginn jedes Runs startet ihr mit einem Säbel und einer Peitsche. Beide Gegenstände lassen sich im Laufe der Kampagne bei freundlichen Genies aus der Flasche verbessern – sofern ihr das nötige Kleingeld zahlt.

Mein erster Anlauf endete bereits nach ein paar Minuten, da mich eine Falle fies erwischt hatte. „City of Brass“ geizt nicht mit solchen verstecken Todesbringern, die ich oft viel zu spät entdecke – oftmals direkt hinter oder vor einem Eingang postiert, zehren sie an den Lebenspunkten und den Nerven. Die eigentlichen Gegner, vornehmlich Varianten von Skeletten, sind dagegen fast schon harmlos.

Durch ihr ständiges Gekreische machen sie sich direkt bemerkbar und rennen unverzüglich auf euch zu, sobald sie euch entdeckt haben. Ein paar Peitschen- und Säbelhiebe später zerfallen sie zu Staub. Erst in den späteren Level-Abschnitten werden die Viecher gefährlicher, wenn sie mit Schilden bewaffnet sind oder euch mit Fernangriffen beharken.

Bei solchen Aufeinandertreffen solltet ihr die Schergen mit der Peitsche heranziehen, um ihnen mit dem Säbel im Nahkampf den Rest zu geben – theoretisch zumindest. Denn in der Praxis erweist sich die Steuerung als arg fummelig, wenn es um das präzise Anvisieren von Feinden geht. Oftmals hilft nur Glück.

Wer braucht schon Können?!

Apropos Glück: Das solltet ihr auch haben, wenn euch in einem Raum gleich mehrere fiese Gesellen auf einmal zu nahe kommen. Das Ausweichen an sich funktioniert tadellos und geht ganz prima, nur solltet ihr dabei den Boden im Auge behalten: In der eingangs erwähnten Szene hatte ich eigentlich alles unter Kontrolle – nur habe ich diese Bodenplatte nicht gesehen, unter der ein Schacht mit spitzen Pfeilen wartete.

Egal wie viel Leben ihr zu diesem Zeitpunkt besitzt, bedeutet so ein Fall den sicheren Tod. Das ist nicht fordernd, sondern eher frustrierend. Auch bei den grundlegenden Einstellungen überschätzen die Entwickler von Uppercut Games den Durchschnittsspieler etwas: Es nervte mich ungemein, dass eine Sanduhr am oberen Bildschirmrand kontinuierlich heruntertickte, während ich den Level durchstreifte.

Schaffe ich es vor Ablauf der Zeit nicht in den nächsten Abschnitt, so war es das – als wäre es nicht schon schwer genug ohne diese blöde Uhr. Erst nach dem sechsten oder siebten Anlauf habe ich gemerkt, dass ich dieses nervige Feature unter der Option „Gaben“ abstellen kann. Dort finden sich noch weitere Schalter, mit denen ich mein Leben und meinen Schaden erhöhen oder die Angriffslaune der Gegner senken kann. So etwas muss eigentlich im Tutorial erwähnt werden.

Arabische Augenweide

Grafisch habe ich allerdings mal nichts zu meckern: Der orientalische Ausflug in diese arabische Umgebung wirkt wie aus einem Märchenbuch. Fast könnte man meinen, dass auf den Dächern über einem irgendwann auch Aladdin höchstpersönlich auftauchen wird. Traumhaft schön das Ganze. Ebenfalls schön gestaltet sind die Bosskämpfe, mit denen ihr euch alle drei Level auseinandersetzen dürft.

Jeder dieser dicken Brocken hat einen bestimmten Schwachpunkt, den es zu finden und beharken gilt. Doch bis ihr den finalen Fiesling endlich gelegt habt, wird eine Weile vergehen und das Wohl eures Gamepads wird stark auf die Probe gestellt, wenn mal wieder eine unfair platzierte Falle euch den Garaus macht.

Fazit

Insgesamt gefällt mir das Design und die Grundidee von „City of Brass“ sehr gut – nur in Sachen Gameplay hätten sich die Entwickler von Uppercut Games gnädiger zeigen können: Das beginnt bei den fiesen Fallen, die einem immer wieder unerwartet ein schnelles Ende setzen, und endet bei dem undankbaren Neustart, der fast keinerlei Progression erlebt, nachdem ihr gestorben seid.

Soll heißen: Fast jeder Neubeginn fühlt sich so an, wie der allererste Versuch, den ihr unternommen habt. Wem also eine Herausforderung sucht und nichts gegen eine gehörige Portion Frust hat, der kann sich diesem märchenhaften Rogue-Like-Abenteuer stellen. Der Rest sollte einen Blick auf das wesentlich fairere „Immortal Redneck“ werfen.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: cityofbrassgame.com