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Cobra Kai 2: Dojos Rising

Auf dem Weg zur Legende: Welches Dojo wählt ihr auf dem Weg zum triumphierenden Karate-Champion?

Wie der Zufall so will: Erst vor einigen Wochen habe ich die Serie Cobra Kai für mich entdeckt. Irgendwie bin ich immer wieder bei anderen Serien gelandet, weil ich dachte, dass das hier sowieso nicht funktionieren kann. Und wie ich mich geirrt habe. Cobra Kai funktioniert ziemlich gut und ist dabei irgendwie charmant – aber auch etwas trashig, das gebe ich gerne zu.

Kurz danach entdeckte ich das Spiel „Cobra Kai: The Karate Kid Saga Continues“ für mich. Und jetzt kommt wieder der Zufall: Plötzlich darf ich den zweiten Teil namens „Cobra Kai: Dojos Rising“ testen. Danke an Swordfish PR für das Muster und die überraschende Ankündigung. Entwickelt wurde das Spiel übrigens von Flux Game Studio und Publisher GameMill Entertainment.

Freiheit beim Kämpfen

Anders als noch im Vorgänger ist Cobra Kai 2: Dojos Rising komplett auf den Kampf in einer drei-dimensionalen Umgebung ausgelegt. Ihr habt es mit einem Action-Brawler zu tun, der sich aus den Schubladen anderer Genres bedient. Dazu später mehr. Schauen wir zunächst auf die Geschichte.

Im Zentrum des Spiels stehen drei konkurrierende Dojos: Da wäre das namensgebende Cobra Kai, Miyagi-Do und Eagle Fang. Alle drei wollen nur eins: Einen Champion trainieren, der das All Valley Turnier gewinnt. Und ihr sollt diesen Posten übernehmen. Daher fragt euch das Spiel gleich zu Beginn, welches Dojo es sein darf. Je nach Wahl stehen euch später andere Charaktere zur Seite. Aber am Ende solltet ihr die Story sowieso mit allen drei durchspielen.

Egal wie ihr euch entscheidet steht zu Beginn ein kurzer Trainingsparcour auf dem Programm: Hier lernt ihr die wichtigsten Elemente der Steuerung. Laufen, hüpfen und natürlich auch kämpfen. Schnell steht fest: Das hier ist kein Triple-AAA-Titel – was völlig okay ist. Ein wenig trashig fühlt sich Cobra Kai 2: Dojos Rising irgendwie schon an, was ich aber keineswegs negativ sehe.

Auf zur Rekrutierung

Habt ihr die Grundlagen gelernt, geht es zum ersten Auftrag. Moment mal! Auftrag? Ja, ihr sollt neue Schülerinnen und Schüler für euer Dojo rekrutieren. Meine erste Mission führte mich in die ansässige Schule. Wie generiert man am besten neuen Nachwuchs? Indem man seine Künste dem tobenden Publikum vorführt. Anders ausgedrückt: Ihr sollt in der Schule alles verdreschen, was auf euch zugestürmt kommt. Nehmt die Story also bitte nicht zu ernst. Es soll einfach Spaß machen.

Jedenfalls fliegen gleich zu Beginn die Fetzen. Dabei fiel mir aber erst später auf, wie die Levels aufgebaut sind. Ihr schreitet von Raum zu Raum voran. In jedem Raum wartet eine neue Herausforderung auf euch. In 99 Prozent der Fälle müsst ihr kämpfen. Nur manchmal dürft ihr einfach so weiterschreiten. Zusätzlich warten in jedem Raum noch Nebenziele auf euch, wie beispielsweise „Erledigt alle Feinde in XX Sekunden“ oder „Gewinne ohne jemanden zu greifen“ usw. Wenn ihr diese Aufgaben schafft, dann winken Bonus-Punkte. Mit diesen könnt ihr später eure Charaktere aufwerten.

Alte und neue Bekannte

Apropos Charaktere: Insgesamt bietet Cobra Kai 2: Dojos Rising 28 unterschiedliche Charaktere mit jeweils einzigartigen Fähigkeiten. Jede Figur hat eine Leiste für Spezialmanöver, die durch Attacken wieder aufgefüllt werden kann. Je nachdem mit welchem Move ihr angreift, vollführt eure Figur einen einzigartigen Angriff. Das coole dabei: Je nach Angriff erhaltet ihr so wieder Lebenspunkte zurück, bekommt zusätzliche Erfahrung oder Geld. Manche Angriffe fokussieren sich auf einzelne Feinde, andere Angriffe decken einen kompletten Bereich ab. Mit nur einem Knopfdruck könnt ihr die Charaktere fließend wechseln. Später stellt ihr euch dann ein Team aus vier Kämpfer:innen zusammen, um möglichst gut euren Spielstil auszuleben.

Die Mission endet immer damit, dass ihr es mit einem Boss zu tun bekommt. Diese halten besonders viel aus und teilen mächtig Schaden aus. Schnelle Wechsel und Geschick sind hier schon angebracht. Und hier kommt ein kleines Problem ins Spielchen. Meist werden die Bosse von normalen Feinden unterstützt, die euch immer wieder angreifen. Manchmal werden das so viele, dass ihr einfach nur Schläge um Schläge kassiert, ohne etwas ausrichten zu können. Die Feinde spawnen teilweise viel zu schnell oder lassen sich durch das Anvisieren nicht immer gut treffen. So ganz habe ich die Hit-Mechanik nicht verstanden. Manchmal wurde ich sogar herumjongliert mit Schlägen und verlor dadurch die Hälfte meiner Energie, ohne dass ich was machen konnte. Hier merkt man, dass das Team von Flux Game Studio noch etwas mehr Erfahrung in Sachen Brawlern vertragen könnte.

Ich mag Kaugummi – eigentlich

Ein weiteres Problem, das ich bereits mit anderen Titeln von GameMill Entertainment hatte: Die Länge der Levels. Wie viele Räume kann man aneinanderreihen, ohne dass sich die Aufgaben sonderlich verändern?! Oftmals hätte man die Missionen locker um die Hälfte kürzen können, ohne dass etwas verloren gegangen wäre. So zieht sich hier alles wie Kaugummi, was spielerisch gar nicht nötig gewesen wäre. Mir hätte Cobra Kai 2: Dojos Rising wesentlich besser gefallen, wenn die Missionen etwas knackiger gewesen wären. Dabei wäre es mir völlig egal, ob ich dadurch vier Stunden weniger bräuchte, um mich ans Ziel zu kämpfen. Liebe Entwickler:innen, bitte berücksichtigt dies beim nächsten Teil!

Habt ihr einige Missionen gut überstanden, könnt ihr das zweite Standbein von Cobra Kai 2: Dojos Rising entdecken – das Kampf-Turnier. Hier geht es fast wie in anderen Prügelspielen à la Street Fighter und Co im Zweikampf gegeneinander. Auch wenn hier manchmal kräftiges hämmern der Tasten hilft, macht der Modus dennoch Laune. Mit meinem Kumpel konnten wir hier und da spannende Duelle erleben.

Besonders schön empfand ich die Umsetzung sämtlicher Charakter aus der Serie, wobei ich noch nicht alle kannte. Sogar einige Original-Synchronsprecher:innen sind mit von der Partie. Aus Sicht der Fans ein echt guter Service.

Fazit

Cobra Kai 2: Dojos Rising ist kein herausragendes, aber ein unterhaltsames Spielchen geworden. Es hat sein digitales Herz am rechten Fleck. Nur technisch gibt es noch kleinere Baustellen, die die Entwickler:innen bald angehen könnten. Größtes Manko sind aber die teils unendlich langen Missionen, die man bitte beim nächsten Mal deutlich straffen sollte. So verkocht das ansonsten unterhaltsame Prügel-Gameplay zu einer zähen Suppe am Ende jeder Mission. Doch wer Spaß an der Serie hat, sollte Cobra Kai 2: Dojos Rising einen Besuch abstatten. Ich jedenfalls bin Feuer und Flamme und gebe mich erst zufrieden, wenn mein Dojo voll ist und wir den Champion-Titel geholt haben.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: flux.games/copy-of-cobra-kai